Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


 

Quelle: bruedergemeinde.de

TV-Tipp: „Wenn Esoterik abhängig macht“
[…]Der Sinn des Lebens – viele Menschen sind auf der Suche danach, besonders jetzt vor Weihnachten. Das Geschäft mit dem Übersinnlichen boomt. Doch wie gefährlich sind die Angebote der vermeintlichen Heilsbringer? Klangschalenmassage, Aura-Diagnose, Lichtarbeit. Das Angebot ist riesig. Auf Messen und im Internet bieten selbsternannte Geistheiler und Schamanen ihre Dienste an. Sie versprechen spirituelle Lebenshilfe und Erleuchtung. Und viele Menschen, die den Glauben an Gott oder die Kirche verloren haben, aber Halt und einen tieferen Sinn im Leben suchen, spricht genau das an. So auch eine Krankenschwester aus dem Westerwald. Erst glaubt sie an die Kraft von Heilsteinen, dann lernt sie über Freunde einen „geistigen Lehrmeister“ kennen, einen Guru. Der verspricht ihr den „wahren Weg zu Liebe und Erkenntnis“. Sie gerät immer mehr in seinen Bann. Und entfernt sich immer mehr von ihrem Mann. Schließlich verlässt sie die Familie und zieht zu dem Guru nach Bayern. Axel Seegers, der Sektenbeauftragte der Erzdiözese München-Freising, kennt solche Schicksale. Er weiß: Wenn Menschen in derartige Abhängigkeiten geraten, sind sie für rationale Argumente nicht mehr zugänglich. Das sei die große Gefahr. Im Bann der Seelenfänger – Kontrovers über ein unterschätztes gesellschaftliches Phänomen. Dieses und weitere Themen in Kontrovers am Mittwoch um 21.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen oder im Livestream der Mediathek. Ab Donnerstag können Sie das Video des Beitrags hier online anschauen.[…]

Fundamentalisten leben gesünder, na danke …
[…]Gläubige leben gesünder und länger. Das hat der Psychologe und Theologe Constantin Klein herausgefunden, der an der Universität Bielefeld den Zusammenhang von Glaube und Gesundheit erforscht. „Im Durchschnitt haben gläubige Menschen eine etwas höhere Lebenserwartung. Auch religiöse Fundamentalisten sind vergleichsweise gesund“, erläutert er im Magazin „Apotheken Umschau“ (Baierbrunn bei München). Dabei komme es nicht auf eine bestimmte Religion oder Weltanschauung an, sondern auf ein festes Weltbild. Wer wisse, woher er komme und wohin er gehe, lebe gesünder und länger. Das gelte für einen überzeugten Atheisten ebenso wie für religiöse Menschen. Viele Religionen gäben konkrete Regeln im Umgang mit der Gesundheit vor, aber vor allem schlage sich Spiritualität über die Psyche auf den Körper nieder, so Klein.[…]

Diktatoren, beste Freunde der Religioten!
[…]Moskauer Patriarchat: Kim Jong Il war Freund der Orthodoxie: Die russisch-orthodoxe Kirche hat den verstorbenen nordkoreanischen Diktator Kim Jong Il gewürdigt. Mit Dankbarkeit erinnere man sich an dessen Beitrag zur Entwicklung der religiösen Verbindungen zwischen dem koreanischen und dem russischen Volk, sagte der stellvertretende Außenamtschef des Moskauer Patriarchates, Erzpriester Nikolai Balaschow, am Montagabend der Nachrichtenagentur „Interfax“. Kim habe die Arbeit der russisch-orthodoxen Kirche in Nordkorea „respektiert“. Auf persönliche Initiative des ehemaligen Machthabers sei in der Hauptstadt Pjöngjang eine orthodoxe Kirche errichtet worden, so Balaschow. Das Gotteshaus sei ein Symbol der russisch-koreanischen Freundschaft und des nordkoreanischen orthodoxen Komitees. Die Kirche war 2006 vom damaligen Außenamtschef der russisch-orthodoxen Kirche und heutigen Moskauer Patriarchen Kyrill I. geweiht worden. Im Unterschied zu anderen Traueranlässen wurde ein Kondolenzschreiben Kyrills I. bisher nicht veröffentlicht. Kim war nach nordkoreanischen Angaben am Samstag im Alter von 69 Jahren gestorben. An der orthodoxen Dreifaltigkeitskirche in Pjöngjang wirken zwei Kleriker, die in Russland ausgebildet wurden. Dass die beiden im Ausland studieren durften, war auf den Einsatz des 2002 eingerichteten „Nordkoreanischen orthodoxen Komitees“ zurückzuführen. Nach Angaben des russischen Priesters Dionisij Pozdnjajew, der auf Einladung der nordkoreanischen Regierung die orthodoxen Ausländer in Pjöngjang seelsorglich betreut, kann die Einrichtung des „Komitees“ als Zeichen der „offiziellen Anerkennung“ der orthodoxen Kirche interpretiert werden. Das Moskauer Patriarchat bemüht sich seit 2002, in Nordkorea an die orthodoxe Mission vor 1917 anzuknüpfen. In Nordkorea wird nach wie vor eine restriktive Religionspolitik betrieben. Es existieren nur die vom Regime kontrollierten „religiösen Vereinigungen“ für die Buddhisten, Katholiken, Protestanten, Orthodoxen und für die „Chundo Kyo“-Glaubensgemeinschaft, deren Lehre Elemente von Buddhismus und Christentum verbindet.[…]

Scheinheiliger geht’s nicht!
[…]Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hat seinen Generalvikar, Peter Beer, angewiesen, das Erforderliche zu tun, damit die kirchlichen und sozialethischen Aspekte eines möglichen Verkaufs der Verlagsgruppe Weltbild im Blick bleiben. „Wir stehen in der Tradition der Katholischen Soziallehre. Dies verpflichtet uns zu einem verantwortungsvollen und fürsorglichen Verhalten gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie deren Angehörigen“, erklärte Kardinal Marx am Montag in München: „Ich bin mir meiner Verantwortung in diesem Bereich sehr bewusst. Ich bin mir sicher, dass Generalvikar Beer in meinem Sinn handeln wird.“ Die Bischöfe hatten beschlossen, einen Verkauf des kircheneigenen Unternehmens, an dem auch die Erzdiözese München und Freising Anteile hält, in die Wege zu leiten. In den vergangenen Wochen und Tagen wurde daraufhin die Frage diskutiert, wie die Bischöfe ihre Verantwortung in Bezug auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Weltbild und deren Angehörige wahrnehmen können. Generalvikar Beer sitzt dem Aufsichtsrat von Weltbild vor.[…]

Geballter Wunder-Heiligsprechungs-Scheißdreck
[…]Die Heiligsprechung der aus Deutschland stammenden Missionarin Barbara Cope (1838-1918) und der Mystikerin Anna Schäffer (1882-1925) rückt näher. Die vatikanische Heiligsprechungskongregation erkannte in beiden Fällen jeweils eine medizinisch nicht erklärbare Heilung als Wunder an, das auf ihre Fürsprache gewirkt wurde. Der Papst wird die Heiligsprechung zu einem späteren Zeitpunkt ankündigen. Die am 23. Januar 1838 in Heppenheim an der Bergstraße geborene Cope hatte auf der Hawaii-Insel Molokai 35 Jahre lang Leprakranke gepflegt. Die Ordensfrau, als Kind deutscher Auswanderer in New York aufgewachsen, wurde als „Mother Marianne of Molokai“ bekannt. Cope wurde 2005 seliggesprochen. Die im bayerischen Mindelstätten geborene Schäffer war mehr als 20 Jahre lang schwer krank und litt an starken Schmerzen. Die Mystikerin führte mit zahlreichen Personen einen Briefwechsel über religiöse Fragen. Seit 1910 stellten sich an ihrem Körper Wundmale ein, die den Wundmalen Christi glichen. Schäffer wurde 1999 seliggesprochen. Zudem wurde der Schweizer Nicolò Rusca (1563-1618) als Märtyrer anerkannt. Gleiches gilt für drei Gruppen von Ordensleuten, Priestern und Laien, die während des Spanischen Bürgerkriegs ermordet wurden. In weiteren Dekreten wurde der in Würzburg geborenen Ordensfrau Teresa Eleonora Ritz sowie sechs weiteren Katholiken der heroische Tugendgrad, eine Vorstufe zur Seligsprechung, zugesprochen.[…]

Weiter:
[…]Erstmals wird eine nordamerikanische Indianerin von der katholischen Kirche heiliggesprochen: Die künftige Heilige, Kateri Tekakwitha, die „Lilie der Mohawks“, war bereits 1980 die erste Indianerin, die seliggesprochen wurde. Papst Benedikt XVI. unterzeichnete laut Kathpress am Montag das Dekret, in dem ein für die Heiligsprechung notwendiges Wunder auf Fürsprache Kateri Tekakwithas bestätigt wurde. Das Dekret wurde von der vatikanischen Heiligsprechungs-Kongregation veröffentlicht. Kateri Tekakwitha wurde 1656 im heutigen US-Staat New York geboren. Sie war die Tochter des Mohawk-Häuptlings Kenneronkwa und der katholischen Algonquin-Squaw Tagaskouita. Mehrfach lehnte sie als junges Mädchen eine Heirat ab, was für eine Indianerin ungewöhnlich war. Zwanzigjährig wurde sie 1676 von einem Jesuitenpater getauft. In einer Jesuiten-Pfarre in der Nähe von Montreal – Kahnawake – legte sie 1679 ein Keuschheitsgelübde ab und widmete den Rest ihres kurzen Lebens Alten, Kranken und Kindern. Die „Lilie der Mohawks“ starb am 17. April 1680. Kahnawake ist heute ein Reservat, in dem 7300 Mohawk-Indianer leben. Hier steht auch die Kirche mit dem Schrein, der die sterbliche Hülle Kateris birgt. Katholische Indianer kämpften viele Jahre lang um ihre Heiligsprechung.[…]

Die Jungfrau Maria und der Schwangerschaftstest
[…]Letztes Jahr hat die Kirche St. Matthew in Auckland mit einem Plakat, das Maria und Josef nach einer enttäuschenden Liebesnacht zeigt, provoziert. Dieses Jahr ziert Maria allein das vorweihnachtliche Sujet. Sie hält dabei einen Schwangerschaftstest in der Hand. Dieser ist positiv, und die Jungfrau Maria sichtlich geschockt. Gemäss Wuv.de will die Kirche damit darauf aufmerksam machen, dass Weihnachten für viele Menschen eine schwierige Zeit ist – weil sie kein Geld haben, weil sie krank oder allein sind. So wie Maria: Sie war jung, unverheiratet und arm. Und so sieht das Sujet aus:[…]