Italien: Plakatkampagne fordert Ende der Kirchenfinanzierung


Mit diesen Plakaten macht die UAAR aktuell auf die enorme Finanzierung der italienischen Kirche durch den finanzschwachen italienischen Staat aufmerksam Quelle: diesseits.de

Die italienische „Union der Atheisten, Agnostiker und Rationalisten“ fordert ein Ende der Kirchenfinanzierung. Der Staat müsse die öffentlichen Gelder für die Kirche streichen, da dies die wirtschaftliche Situation Italiens erforderlich mache.

Von Thomas HummitzschDiesseits.de

Sechs Milliarden Euro betragen die Kosten, die Italien jährlich für die Kirche aufbringt. Angesichts der brisanten Situation, in der sich der italienische Staat vor dem Hintergrund der europäischen Finanzkrise befindet, kann dieser Betrag nicht unhinterfragt und unangetastet bleiben, findet die italienische Union der Atheisten, Agnostiker und Rationalisten (UAAR). Aus diesem Grund hat die Organisation eine Kampagne unter dem Motto „Mit 6 Milliarden Euro pro Jahr könnte Italien Wunder vollbringen!“ gestartet.

Die Straßen rund um Genua und in Venedig werden in diesen Tagen mit großformatigen Plakaten beklebt. Gemeinsam mit den Betreibern der Internetseite http://www.icostidellachiesa.it („Die Kosten der Kirche“, auf der die erste detaillierte Liste der steuerlichen Privilegien und der wirtschaftlichen Vergünstigungen, die die italienische Kirche genießt, zu finden ist.) will die UAAR auf die enorme Finanzierung der Kirche durch den ansonsten maroden italienischen Staat aufmerksam machen. Die Seite ist ein ähnliches Projekt wie die deutschen Internetpräsenzen http://www.staatsleistungen.de, http://www.kirchensteuer.de oder http://www.kirchenaustritt.de. Der Preis, den der Staat jährlich zahlt, sei mit sechs Milliarden Euro enorm hoch. „Ein Preis, für den sowohl Gläubige als auch Nichtgläubige aufkommen“, wie es auf dem Plakat heißt. Religionen sollten nur von ihren Anhängern finanziert werden, fordert die UAAR.

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