Ein „brighter“ Vogel und Wissenschaftskommunikation


Quelle: freitag.de

Obwohl viele große Sachbücher seinen Namen tragen, ist der promovierte Biologe und Übersetzer Sebastian Vogel nur heimlich ein Star

Von Kathrin Zinkantder Freitag

Es ist so eine Metapher, die bis heute vor allem Wissenschaftler mögen und an die sich das Publikum leider auch schon gewöhnt hat: Wer etwas über Forschung schreibt, hat in allererster Linie Dolmetscher zu sein. „Komplizierte Sachverhalte anschaulich darstellen“, die fremde Sprache mit ihren Fachbegriffen in eine für Unkundige verständliche Sprache transformieren, das ist die Mission dieses Dolmetschers, der Fachdeutsch ins Deutsche übersetzt, um Bürger im Sinne der Wissenschaft zu informieren – sie aber nicht anspornt, kritische Fragen zu stellen. So war sie zumindest mal gemeint, die Metapher. Aber stimmt sie überhaupt noch?

Sebastian Vogel hat für seine Übersetzungen immer viel Lob bekommen – von der FAZ, der Süddeutschen, von Geo oder anderen Medien, die Wissenschaft als kulturellen Schwerpunkt begreifen. Es liegt aber nicht daran, dass Vogel so anschaulich von Fach- in Laiensprache übersetzte, das Erklärbärentum vorantriebe, sondern weil er bedeutende Sachbücher von Autoren aus der britischen oder US-amerikanischen Wissenschaftsszene ins Deutsche bringt – was sprachlich eine Herausforderung ist, aber auch ein Wandel zwischen Welten.

weiterlesen

2 Comments

  1. Meine Erfahrungen sind ganz anderer Natur, ich habe ein Jahrzehnt im einem großen US-Konzern der Petrochemie mit eigenem Standort Europa gearbeitet

    Die gängigen Übersetzung einer spezifische Fachsprache in die „fremde“ sogenannte Muttersprachen rollen einem regelmäßig die Fußnägel nach oben. Eine wissenschaftliche Diziplin ist eine technisch-sprachliche Welt, die einem Außenstehenden verschlossen bleibt, weil die Mehrzahl der Begiffe ganz anders verstanden werden. Gleichzeitig versteht man 2 – 4 Fremdsprachen gut genug um sich darin vertragsicher unterhalten zu können. Heute lebe ich in 5 verschiedenen Sprachen

    Für populäre Literatur, um die es hier offenbar geht, sind solche Überlegungen überflüssig. Allerdings hat der Wortschatz für Spezialisten in der Diziplin keine Bedeutung, sie würden so ein Buch nur kaufen, wenn es das viel zu kurze Stuhlbein perfekt ausgleicht. Oft ist aber ein Stück Holz viel billiger

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.