Künstliche Befruchtung – katholisch und evangelisch


Schwangere Frau (Bild: Stock.XCHNG / Elliott McFadden)

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder möchte die künstliche Befruchtung stärker finanziell fördern. Doch auch aus den Reihen der Union kommt Kritik – unter anderem, weil die christlichen Kirchen der künstlichen Befruchtung skeptisch gegenüberstehen. In der Theologie wird das Thema kontrovers diskutiert.

Von Rainer BrandesDeutschlandfunk

Die lehramtliche Meinung der katholischen Kirche ist eindeutig. Sie lehnt jede Form der künstlichen Befruchtung bei Menschen ab. Die Grundlagen dieser Lehre finden sich in der Instruktion „Donum Vitae“. Diese lehramtliche Erklärung hat die Glaubenskongregation des Vatikans 1987 herausgegeben. Ihr damaliger Vorsitzender war Kardinal Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt der Sechzehnte. Kerngedanke des Dokumentes ist die Einheit von sexueller Liebe und Zeugung, erklärt der Freiburger katholische Moraltheologe Eberhard Schockenhoff.

„Die katholische Kirche geht in ihren Lehräußerungen davon aus, dass die Liebe der Eltern und das sexuelle Zusammensein der Eltern und die Zeugung eines Kindes zusammengehören, weil nur auf diese Weise gewährleistet sei, dass das Kind auch tatsächlich als Frucht der Liebe, als Geschenk der Liebe der Eltern und nicht als Produkt eines technisch-medizinischen Eingriffes dann zur Welt kommen kann.“

Demnach äußert sich die Liebe Gottes in der körperlichen Liebe von Mann und Frau. Diese strikte Ablehnung der künstlichen Befruchtung unter Berufung auf die Einheit von Liebe und Sexualität stößt allerdings auch innerhalb der katholischen Kirche auf Kritik, vor allem bei gläubigen Ehepaaren, die auf natürliche Weise keine Kinder bekommen können.

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