Kritik an Schlachthöfen, das ist Humanismus

Protest gegen Kastenstandhaltung von Schweinen: Martin Balluch 2011 auf Wiens Stephansplatz. Foto: reuters

Der Tierrechteaktivist Martin Balluch wird am Montag in Paris mit dem neu geschaffenen Myschkin-Preis ausgezeichnet – Thomas Macho würdigt in seiner Laudatio den Mut zur Grenzüberschreitung

derStandard.at

Raskolnikow träumt. Er träumt von einem Ereignis, das er als Junge erlebt hatte: Der Fuhrmann Mikolka erschlägt sein Pferd mit einer eisernen Brechstange, nachdem er es ausgepeitscht – auf die Augen, auf das Maul – und mit der Deichselstange drangsaliert hat. Die Menge johlt. „Aber der arme kleine Junge ist außer sich. Schreiend bahnt er sich einen Weg durch die Menge, läuft zu der Braunen hin, umarmt ihren leblosen, blutüberströmten Kopf und küsst sie auf die Augen und auf die Lippen. (…) ‚Ach, Papa! Wofür haben sie … das arme Pferdchen … erschlagen!‘ schluchzt er, aber sein Atem stockt, und die Worte entringen sich als Schrei seiner beklemmten Brust.“

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Wolfgang Thierse: „Glaube ist nicht nur Privatsache“

Foto: wikipedia

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat beim Marburger Ökumenegespräch den Zusammenhang zwischen Demokratie und Religion hervorgehoben.

jesus.de

Religion braucht Freiheit zu ihrer Entfaltung. Die Diktaturerfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart sind da eindeutig», sagte Thierse am Samstag in Marburg. Andererseits sei die gewährte Religionsfreiheit auch eine Aufforderung an die Religionsgemeinschaften, an der Gestaltung der Gesellschaft mitzuwirken. Glaube sei nicht nur Privatsache, sondern fordere auch öffentliches Handeln.

Neuere Forschungsarbeiten kämen zu dem Schluss, dass die für eine Demokratie wesentlichen Tugenden im Profil christlicher Bürger «ausgeprägt vorhanden» seien, etwa Toleranz, Partizipationsbereitschaft oder übernationales Denken, sagte Thierse. Das Evangelium liefere zudem eine tiefe Begründung für eine Gerechtigkeitspolitik und widerspreche einer Reduzierung des Menschen auf die Arbeitskraft und die Konsumentenrolle. Thierse ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

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Nigeria: Armut als Quelle der Gewalt

Bild: (c) EPA (GEORGE ESIRI)

In Nigeria brennen Kirchen. Doch ein bloßer Religionskonflikt ist die neue Gewaltwelle nicht. Das sagt der katholische Priester und politische Berater George Ehusani. Die Dinge seien sehr viel komplizierter.

Von Elisabeth ZollSÜDWEST PRESSE

Herr Ehusani, immer neue Anschläge, immer neue Gewalt. Tobt in Nigeria ein Krieg der Religionen?

GEORGE EHUSANI: Vom Kern her nicht. Es gibt viele Faktoren, die zur augenblicklichen Gewalt beitragen: ethnische Konflikte, Religion, regionale Streitereien. Die inakzeptable Regierungsführung während der vergangenen 50 Jahre und die wirtschaftliche Rezession mit den Folgen von Arbeitslosigkeit. Das hat die Menschen orientierungslos gemacht. Sie suchen eine neue Identität. Das kann heute eine ethnische sein, morgen ist es eine politische, übermorgen eine religiöse. Auch Europa kennt das. In Zeiten der Rezession rücken manche zusammen gegen Ausländer, die als Ursache des Übels dargestellt werden. In Nigeria gibt es keinen Rechtsstaat. Das macht die Sache komplizierter.

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Scientology und die Tradition des Buddhismus

Scientology Headquarter Berlin, Quelle: Brightsblog

Die Scientology-Religion weist große Ähnlichkeiten mit den in Japan ansässigen Religionen auf, um die geistig-spirituellen Fähigkeiten eines Menschen zu steigern

Presseerklärung von Scientology München

Die Scientology-Religion hat ganz offensichtlich Ähnlichkeit mit dem Buddhismus. Reinkarnation ist in dieser modernen Religion sogar ein genau definiertes System. Scientologen erleben während des Auditings frühere Leben und wissen deshalb, dass sie vorher schon ein- oder mehrmals gelebt haben.

Die Scientology-Religion ähnelt dem Buddhismus und anderen asiatischen Religionen. Der Gedanke der „Augenscheinlichkeit des Lebens“ wird vom Buddhismus als „Shiki soku, Ku soku ze shiki“ ausgedrückt, was heißt, dass alles, was mit den fünf Sinnen wahrgenommen werden kann, entweder Nichts oder Leere ist. Die Buddhisten glauben auch, dass es sich bei dem Universum des Menschen nur um eine Manifestation des Verstandes handelt. Selbstverständlich hat der Buddhismus wie auch die Scientology eine tiefere Bedeutung.

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„Nagelt Jessica Ahlquist ans Kreuz“

„Nagelt sie ans Kreuz!“, fordern Mitschüler von Jessica Ahlquist.© GRETCHEN ERTL/THE NEW YORK TIMEs

Die 16 Jahre alte Jessica Ahlquist klagt gegen ein an die Wand tapeziertes Gebet in ihrer Schule. Zum Unterricht kann sie seitdem nur noch mit Polizeischutz kommen.

Von CHRISTIANE HEILFrankfurter Allgemeine

Die Stadt Cranston im Bundesstaat Rhode Island, einer katholischen Enklave im ansonsten wenig religiösen Nordosten der Vereinigten Staaten, gehört zu den friedlichsten Flecken im ganzen Land. Die rund 80 000 Bewohner der Gemeinde an der malerischen Narragansett-Bucht nordöstlich von New York fallen so selten Verbrechen zum Opfer, dass das Cranston Police Department seine Einsätze meist auf Tipps zum Schneeschippen und den richtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern beschränkt. Daher stachen die drei Streifenwagen besonders ins Auge, die vor kurzem vor der High School Cranston West hielten.

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Vatikan ermahnt anonyme Blogs, die Bischöfe attackieren

Foto: wikipedia

Der Präsident des Päpstlichen Medienrates wendet sich gegen Internet-Foren und Blogs mit „schwer einzuordnendem Ursprung“, die die Bischöfe oder den Papst attackieren. „Wenn wir ,von Christus sind‘ in der Welt der neuen Kommunikation, müssen wir Leidenschaft für die Wahrheit haben und gleichzeitig in einer Dimension der Einfühlung und des Respekts leben“, schreibt Erzbischof Claudio Maria Celli. Seine Botschaft wurde bei einem Festival zu Ehren des Heiligen Franz von Sales im französischen Annecy verbreitet. Celli bestärkt darin das katholische Engagement in den neuen Medien. Die Kirche müsse alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, die Frohe Botschaft und ihre Vision des Menschen zu verbreiten. Sie müsse aber über diese Strategie auch hinausgehen und einen „echten Dialog“ mit den Männern und Frauen haben, die in der digitalen Kultur verwurzelt sind.

Radio Vatikan

Herr Celli,

Respekt verdient man sich. Ihre Institution, genannt römisch-katholische Kirche unternimmt seit nahezu 1.500 Jahren alles um sich selbst zu diskreditieren. Der Nachweis Wenn wir ,von Christus sind‘ ist bis heute nicht erbracht worden. Wenn es Gott gibt, bedarf er mit Sicherheit nicht einer Altmänner-Schar, die obskurante Botschaften verkündet, an die sie sich selbst nicht hält. Das Problem ist also nicht Gott, oder Jesus, wenn es ihn denn je gegeben hat, sondern Ihre geradezu lächerliche Institution namens Kirche und Vatikan. Das Römische Reich lebt in seiner letzten Kohorte im Vatikan fort.

Ansonsten gilt die Meinungsfreiheit und meine Meinung, den römisch-katholischen Pfaffenklüngel betreffend, ist keine gute. Schlimm genug, wenn Gott und seine Bande auch noch das Internet benötigen, im die Botschaften an den Gläubigen zu bringen, dass nenn ich geradezu ungöttlich. Und der Papst muss sich heutztutage eben genau so kritisieren lassen, wie jeder andere Vize-Gott auch, das wird doch das Flakhelferchen durchstehen.

Probieren Sie doch einmal ganz einfach einen Garderobenwechsel, ein paar gute Kondome und ne nette Haushälterin.

Sachsens schwule Pfarrer: Sünde oder nicht?

Pfarrerin Ulrike Franke arbeitet als Krankenhausseelsorgerin am Leipziger Klinikum St. Georg. Vor Kurzem hat die Leitung der evangelischen Kirche in Sachsen beschlossen, homosexuellen Pfarrern ein Leben mit ihren Partnern im Pfarrhaus zu gestatten. Foto: dpa

Pfarrerin Ulrike Franke blickt zuversichtlich nach vorn. Vor einer Woche hat die Leitung der evangelischen Kirche in Sachsen beschlossen, homosexuellen Pfarrern ein Leben mit ihren Partnern im Pfarrhaus zu gestatten – wie in anderen Landeskirchen schon länger üblich.

DNN online

Franke führt seit vielen Jahren eine glückliche Beziehung mit einer Frau. Momentan arbeitet sie als Krankenhausseelsorgerin in Leipzig, „aus gutem Grund“, wie sie sagt. Denn das Thema homosexuelle Pfarrer ist bislang heikel gewesen – und ist es im konservativen Sachsen noch immer. Es regt sich heftiger Widerstand. Unterschriften werden gesammelt, um schwule oder lesbische Paare im Pfarrhaus doch noch zu verhindern.

Der Hort des Widerstandes ist Markersbach im Erzgebirge. Dort wurde die „Markersbacher Erklärung“ aufgesetzt – ein inständiger Appell an die Kirchenleitung und die Synode, an einer Festlegung aus dem Jahr 2001 festzuhalten, dass „eine homosexuelle Beziehung nicht im Pfarrhaus gelebt“ wird. Ehe und Familie sollen das Leitbild des Zusammenlebens von Mann und Frau sein, Homosexualität sei Sünde. „Es ist unser spezieller Auftrag, das Leitbild von Ehe und Familie zu leben, das ist uns vorgegeben von Gott“, sagt der Markersbacher Pfarrer Gaston Nogrady. Keinesfalls gehe es um eine Diskriminierung von Lesben und Schwulen.

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Warum Esoterik so erfolgreich ist: Von Engeln und bunten Karten

Foto: Bayern2

Esoterik hat die Mitte der Gesellschaft erreicht: Laut Umfragen ist jeder Dritte hierzulande aufgeschlossen gegenüber esoterischen Lehren und Praktiken. Wieso erleben esoterische Angebote heute wieder einen Boom – und was taugen sie?

Von Yvonne MaierBayern2

Der Begriff „Esoterik“ kommt aus dem Griechischen und heißt eigentlich „das Innere“, also das Wissen, in das nur ein „innerer Zirkel“ eingeweiht ist. Heute ist dieses Geheimwissen gar nicht mehr so geheim: Wer will, findet eine Antwort auf jede nur erdenkliche esoterische Frage – sei es im Internet oder auf einer der zahlreichen Esoterikmessen.

Johann Baptist Metz kritisiert Bildung „monströser Großraumpfarreien“

Quelle: ksta.de

Der Münsteraner Theologe Johann Baptist Metz hat die Seelsorgeplanung der katholischen Kirche in Deutschland kritisiert. Durch die Bildung „monströser Großraumpfarreien“ werde der „Beteiligungsschwund“ der Gläubigen immer mehr vergrößert.

Radio Vatikan

Das bemängelte der Professor bei einem Vortrag in München. Die Folge seien wachsende „Anonymität und Konfusion“. Dabei wäre es wichtig, dem Erfahrungsaustausch der Gläubigen untereinander Raum zu geben und sie religiös mündig werden zu lassen, betonte Metz. Gemeinden müssten künftig „lernbereite Erzählgemeinschaften“ sein. Der 83-Jährige zählt zu den wichtigsten katholischen Theologen in Deutschland. Wegen des Priestermangels werden derzeit in nahezu allen deutschen Bistümern Pfarrgemeinden zu größeren Einheiten zusammengelegt. Die deutschen Bischöfe forderte Metz auf, „endlich damit ernst zu machen, dass sie nicht nur zum jeweiligen Papst gehören, sondern auch zu ihren Gemeinden“. Sie müssten dann „viel energischer in Rom das Recht ihrer Gemeinden auf Eucharistie einfordern“. Dem Vatikan hielt der Theologe vor, dass er sich für die Kirche in Mitteleuropa „nicht mehr wirklich interessiert“, sondern sie im Grunde aufgegeben habe. Wenn in Rom von der Weltkirche gesprochen werde, sei das meist gegen Europa gerichtet. Dabei werde übersehen, dass es eine „krisenfreie Kirchlichkeit nirgendwo mehr“ gebe.

Neue Impulse für die Gedenkarbeit

Kranzniederlegung in der Welfenkaserne: Im Bunker gedachten Militär und Politik den Opfern der Gräueltaten der Nationalsozialisten. Fotos: Thorsten Jordan

Für Uri Chanoch ist es eine erschreckende Nachricht. 20 Prozent der Deutschen aller Bevölkerungsschichten sollen latent antisemitisch eingestellt sein. Ursache seien Klischees, Vorurteile oder schlichtes Unwissen über Juden und das Judentum.

Von Thomas WunderAugsburer Allgemeine

Zu diesem Schluss kommt der Forschungsbericht „Antisemitismus in Deutschland“, den eine unabhängige Expertenkommission Anfang der Woche vorgelegt hat. Uri Chanoch, Jude und Überlebender des Holocaust, hat davon auf dem Flug nach Deutschland in der Zeitung gelesen. Beim Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in der Welfenkaserne rief er deswegen zur Wachsamkeit auf.

Auch der Standortälteste, Oberst Klaus Schuster, ließ die Ergebnisse des Forschungsberichts in seine Rede einfließen. Auch wenn die Worte fast schon etwas abgedroschen klingen mögen, sie seien sehr ernst gemeint: „Das Gedenken soll uns ermahnen, damit wir aus der Geschichte lernen, um die Gegenwart friedlicher zu gestalten.“ Dies müsse an jenen Orten geschehen, die selbst Symbol für die grausamen Taten geworden seien. Um den im Forschungsbericht beschriebenen Entwicklungen und Strömungen Einhalt zu gebieten, sei der Gedenktag ins Leben gerufen worden.

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Esoterische Idiotie: »Vollmondwasser«

Vollmondwasser macht helle Augen, Foto: dpa

Gesundheitspappe für 249 Euro und eine Energiepyramide für 1599: Auf der Esoterikmesse in Leipzig buhlt eine dubiose Vertreterschar um die Käufergunst. Darunter sind Ufo-Jünger, Kaffeesatz-Leser und Herr Wolf, der durch Vollmondwasser zum schwungvollen Eso-Multitalent mutiert.

Von Ulrike Bertus und Jan Grundmannnews.de

Herr Wolf ist der erste, der die Besucher auf der Esoterikmesse in Leipzig begrüßt. Fest sieht er den Ankommenden in die Augen, seine Hand greift in eine Schale voller Steine, die er mit geübtem Griff den zumeist älteren Damen in die Faust drückt.

Herr Wolf, ein braun gebrannter Endvierziger in sportlichem Cardigan mit grau-gegeltem Haupthaar, ist der Handleser 2.0 auf der Messe. Die Hand des Auskunftssuchenden wird auf einen Scanner gelegt, dann schlotzt eine Software über die Linien, die so viel über Beruf und Liebe und Zukunft verraten sollen. Schließlich drückt Herr Wolf auf seinem Macbook noch eine Taste, und aus dem Drucker kommt die perfekte Handleseanalyse. «Das ist 1000 mal genauer, als es ein menschliches Auge erkennen kann», sagt Herr Wolf.

Herr Wolf will nicht nur eine fundierte, computergestützte «chirologische» Analysetechnik verkaufen, sprich Handlesen. Nein, der geschäftstüchtige Herr Wolf ist darüber hinaus noch «Wasserbotschafter». So nennt er sich, weil er Mineralwasser in Flaschen verkauft, das hochgradig speziell ist, weil es nur zu Vollmond abgefüllt wird. «Heilend darf ich es nicht nennen, aber es hat eine spezielle Energie», sagt Herr Wolf. Ein Liter kostet bis zu drei Euro.

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Vatikan tritt Abkommen gegen organisierte Kriminalität bei

Foto: dradio.de

Der Vatikan verpflichtet sich zur Mitarbeit im Kampf gegen das internationale Verbrechen und gegen Terrorismusfinanzierung. Wie das vatikanische Presseamt am Donnerstag mitteilte, trat der Heilige Stuhl entsprechenden internationalen Abkommen bei. Zudem ratifizierte er eine UN-Konvention zur Bekämpfung des Rauschgifthandels.

domradio.de

Im Einzelnen handelt es sich um das Internationale Übereinkommen zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus vom 9. Dezember 1999, die UN-Konvention gegen grenzüberschreitende organisierte Kriminalität vom 15. November 2000 sowie die UN-Konvention gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und bewusstseinsverändernden Substanzen vom 20. Dezember 1988.

Der Vatikan wolle mit diesem Schritt seine eigene „moralische Unterstützung“ für die Umsetzung der Abkommen leisten, heißt es in der Mitteilung weiter. Die internationale Zusammenarbeit im Justizwesen und der Strafverfolgung spielten eine wichtige Rolle für einen wirksamen Schutz vor organisierter Kriminalität und Terrorismus. Diese stellten eine Gefahr für die Menschenwürde und den Frieden dar.

Die entsprechenden Urkunden wurden laut Mitteilung am Mittwoch vom vatikanischen Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Francis Assisi Chullikat, beim UN-Generalsekretariat hinterlegt.

Alternativmedizin: Edzard gegen Charles

Edzard Ernst war der erste Professor für Alternativmedizin in Großbritannien.

Edzard Ernst erforscht die Alternativmedizin mit wissenschaftlichen Methoden – und ernüchternden Resultaten. Damit hat er sich viele Feinde gemacht, bis ins britische Königshaus. Als seine Universität ihn loswerden wollte, kam es zum Machtkampf.

Von Max RaunerZEIT ONLINE

Es ist schon Mittag, aber noch ruhig. Keine Hassmails von Homöopathen, keine Briefe von Anwälten, kein Ärger mit Prinz Charles. Aber das kann ja noch kommen. Edzard Ernst sitzt im Restaurant der Royal Society of Medicine in London und bestellt ein Sirloin-Steak medium rare, dazu Wasser, keinen Wein, er muss noch Vorträge halten. Mit Lesebrille, Schnauzbart und Doppelkinn sieht er sehr britisch aus, aber vielleicht ist das Einbildung, jedenfalls ist Ernst, geboren 1948 in Wiesbaden, seit zwölf Jahren britischer Staatsbürger. Er liebt dieses Land, er sagt: »Man wird hier nicht nach der Größe des Autos beurteilt.« Nur die Sache mit dem Königshaus, die könne man sich als Deutscher nicht vorstellen.

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„Die Kirche hat sich tief erschüttern lassen“

Pater Klaus Mertes: Ex-Rektor des von Jesuiten betriebenen Canisius-Kollegs (©dapd)

Jesuitenpater Klaus Mertes (57) brachte vor genau zwei Jahren die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche mit ins Rollen. Er versucht im Interview eine Zwischenbilanz der Aufarbeitung zu stellen und benennt weitere notwendige Schritte, so müsse sich seiner Meinung nach die katholische Sexualmoral ändern.

domradio.de

KNA: Pater Mertes, sind Sie zufrieden mit den Konsequenzen und Lehren, welche die Kirche, der Jesuitenorden und die Jesuitenschulen in den vergangenen beiden Jahren in Sachen Missbrauch gezogen haben?
Mertes: Zufrieden kann man nie sein bei diesem Thema. Aber zumindest habe ich das Gefühl, wir haben getan, was wir tun konnten. Auch wenn das nicht bedeutet, dass dies allen Opfern ausreicht.

KNA: Sie standen und stehen in Kontakt mit zahlreichen Personen, die von katholischen Geistlichen missbraucht wurden. Können Sie hier eine vorläufige Bilanz ziehen?
Mertes: Es gibt verschiedene Gruppen: Opfer, die sich versöhnt haben – mit der Jesuitenschule, mit meinem Orden oder mit der katholischen Kirche insgesamt. Es gibt auch Opfer, die sehr dankbar sind für das, was in den vergangenen beiden Jahren passiert ist. Es gibt aber auch Opfer, die sich zornig abgewandt haben oder die von der Kirche angebotene Anerkennungssumme von 5.000 Euro empört als viel zu gering abgelehnt haben. Anderen wiederum hat diese Geste geholfen.

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Klagedrohung aus dem Vatikan

Eine TV-Dokumentation über Korruption und Intrigen im Vatikan sorgt in Italien für Aufregung. Die Kirchenführung hat dem TV-Sender La 7 mit einer Verleumdungsklage gedroht – ein bisher einmaliger Vorgang. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sprach von „tendenziösem Journalismus“ .

derStandard.at

Der als Autor des Bestsellers Vatikan GmbH bekannte Journalist Gianluigi Nuzzi zeigte in der Sendung ein vertrauliches Schreiben an Staatssekretär Kardinal Tarcisio Bertone. Darin beschwert sich Erzbischof Carlo Maria Viganó über Fälle von Korruption, Misswirtschaft, Unterschlagung und Intrigen.

Viganó war bis zu seiner Absetzung vor wenigen Monaten Direktor des päpstlichen Governatorats, das für die Finanz-und Haushaltspolitik des Kirchenstaats zuständig ist.

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Tempel für Atheisten

Entwurf für den Temple to Perspective (Vordergrund rechts). Bild: Thomas Greenall & Jordan Hodgson

Der Londoner Philosoph und Schriftsteller Alain de Botton will in Großbritannien eine Serie von Tempeln für Atheisten errichten lassen. Das meldet der britische Guardian. Das erste Anti-Gotteshaus soll in der Londoner City entstehen.

Von FLORIAN MANTHEY Immobilien Zeitung

„Warum sollten religiöse Menschen die schönsten Gebäude im Land haben?“, fragt de Botton. „Es ist Zeit, dass Atheisten ihre eigenen Versionen von Kirchen und Kathedralen bekommen“, wird er vom Guardian zitiert. Der Temple to Perspective soll das erste atheistische Monument werden. Die Pläne für das 46 m hohe Gebäude stammen von Tom Greenall. Der Architekt arbeitete zusammen mit de Botton an dessen gerade erschienenen Buch „Religion for Atheists: A non-believer’s guide to the uses of religion“.

De Botton sehe seinen neuen Atheismus als Gegenentwurf zu Richard Dawkins‘ aggressivem und zerstörerischem Atheismus. Für Dawkins hingegen sind atheistische Tempel ein Widerspruch in sich. „Atheisten brauchen keine Tempel“, sagt der Autor des Bestsellers „Der Gotteswahn“ laut Guardian.

Zwangsouting im Pfarrblatt

Bild: (c) APA/DIETMAR STIPLOVSEK (DIETMAR STIPLOVSEK)

Ein Weinviertler Geistlicher veröffentlichte Namen der Personen im Pfarrblatt. Die Betroffenen zeigen sich über das Zwangsouting verärgert. Im Rahmen einer Messe entschuldigte sich der Pfarrer.

Die Presse

Es passt zur derzeit laufenden Diskussion über die sogenannte „Liste der Schande“, auf der Namen von Steuersündern veröffentlicht werden sollen – der Pfarrer der Weinviertler Gemeinde Sitzendorf an der Schmida publizierte im Pfarrblatt die Namen von Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind.

Die Betroffenen sind verärgert, weil sie ihren Austritt nicht unbedingt öffentlich gemacht sehen wollten. Pfarrer Nicolaas Janssens sagte gegenüber dem ORF-Niederösterreich, dass ihm nicht bewusst gewesen sei, dass er mit seinem Vorgehen Menschen verletzen würde. Er bedauere dies nun. Im Rahmen einer Messe habe er sich bereits entschuldigt, eine weitere offizielle Entschuldigung für das Outing soll im kommenden Pfarrblatt folgen.

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New Yorker Polizei schockt mit Islam-Video

Bild der Bedrohung: Der Film "The Third Djihad" warnt New Yorker Polizisten vor dem Islamismus. Foto: Clarion Fund

Die New Yorker Polizei steht in der Kritik, weil sie bei der Ausbildung einen Film über die Gefahren des radikalen Islam zeigt. Nach einem Bericht der „New York Times“ hat die pro-israelische Organisation „Clarion Fund“ den Film produziert. Die Polizeibehörde sieht keinen Anlass zum Handeln.

pro Medienmagazin

Wie die amerikanische Tageszeitung „New York Times“ berichtet, zeigt die New Yorker Polizei in ihrer Ausbildung einen Film, der vor einer „Infiltrierung“ Amerikas durch den Islam warnt. In „The Third Djihad“ (Deutsch: „Der dritte Dschihad“) beklagen Experten, die politische Elite und die Medien würden diese Gefahr herunterspielen. Doch würde der Islam seit seinen Anfängen in einem „1.400-jährigen Krieg“ gegen das Christentum führen. Mitarbeiter amerikanischer Sicherheitsorgane sprechen von einer nuklearen Bedrohung durch muslimische Terroristen.

New Yorker Polizei in der Kritik

Offenbar hatten einige Polizisten ihre Schwierigkeiten mit dem Film und gingen an die Öffentlichkeit. Ein Sprecher der Polizeibehörde spielte den Fall daraufhin herunter: Man habe den Film „nur ein paar Mal“ vor Beginn des offiziellen Kurses gezeigt. Die Polizei verweigerte laut „Times“ zunächst die Herausgabe von Dokumenten, die Hinweise darauf enthalten, wann und wie sie den Film erhalten hat.

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Migros-Amulette verärgern Christen-Fundis

In der neuen Sammelaktion Animanca verteilt die Migros mystische Tieramulette.

Zum Auftakt von Animanca, der neusten Sammelaktion der Migros, verteilt der Grossverteiler mystische Tieramulette. Das sei «esoterisch», meinen die Freikirchen und laufen Sturm.

Von Cécile Blaser20 minuten online

Das «Animanca-Entdecker-Jahr», wie die Migros ihre neuste Jahrespromotion nennt, wurde gerade erst ausgerufen – und schon hagelt es harsche Kritik. Der Grund: Bei der ersten Aktion «Entdecke die Tiere in dir» dreht sich alles um 48 magische Tieramulette, die jeweils für eine besondere Kraft oder Eigenschaft eines Tieres stehen.

«Mystische Steine, die das Tier und Kräfte in uns wecken? Tönt doch recht esoterisch», heisst es in einem Artikel auf Jesus.ch gestern. Fritz Imhof, der Mediensprecher des Verbands Evangelische Freikirchen Schweiz (VFG), ergänzt: «Der Glaube an die Kraft in Steinen ist ein Aberglaube, der klar der christlichen Tradition widerspricht.» Mit der mystisch angehauchten Aktion der Migros werde den Kindern vorgegaukelt, dass Glück und Kraft von einem Gegenstand abhängen. Das sei problematisch. Auch Alt-SVP-Nationalrat Theophil Pfister wettert: «Das ist klassische Esoterik, davon sollte man die Finger lassen.»

Bundesregierung erwägt Ausstieg aus dem Christentum

Risiko Kölner Dom: Sprengladungen liegen zur Sicherung bereit. Foto: DAPD

Der Kölner Dom ist schuld: Aufgrund unwägbarer Risiken will sich die Koalition in Berlin von einer veralteten Glaubenstechnologie verabschieden.

Von Jean GnatzigWELT ONLINE

Der Kölner Dom bereitet Wissenschaftlern Sorgen. Ein rheinischer Geologe hat festgestellt, dass das Gotteshaus bei Erdbeben stärker schwankt als bislang angenommen. Selbst der 9000 Kilometer entfernte Tsunami im März vergangenen Jahres ließ den Dom erzittern.

 Dom wird heruntergefahren

Die Bundesregierung reagierte umgehend auf diese Meldung. „So etwas wie in Japan darf in Deutschland nicht passieren“, heißt es aus dem Kanzleramt. Man werde deshalb den Kölner Dom aus Sicherheitsgründen erst mal abschalten.

Ob er jemals wieder hoch gefahren wird, ist fraglich. In der CDU mehren sich nämlich mittlerweile die Stimmen, die sich für einen Ausstieg aus dem Christentum stark machen. Bei vielen Parteimitgliedern hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass die veraltete Glaubenstechnologie zu viele Risiken berge.

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