Strafanzeige gegen Evangelikale


Grüne sehen in Erziehungsliteratur mit Prügelempfehlung einen Verstoß gegen § 111 StGB

Die niedersächsische Landtagsfraktion der Grünen hat Strafanzeige wegen evangelikaler Erziehungsratgeber erstattet. Grund dafür sind Züchtigungsempfehlungen in Vorträgen und Büchern, die nach Ansicht der Fraktionsvorsitzenden Miriam Staudte den Tatbestand des § 111 StGB erfüllen, der die öffentliche Aufforderung zu Straftaten verbietet.

Von Peter MühlbauerTelepolis

Einer der Auslöser der Anzeige war der Prediger Wilfried Plock. Der Leiter der freikirchlichen Dachorganisation Konferenz für Gemeindegründung (KfG) soll in einem auf Video mitgeschnittenen Vortrag unter anderem gesagt haben, dass es „einen extra von Gott gepolsterten Platz mit vier Buchstaben“ gebe, auf dem man „Kinder unter Umständen hinschlagen“ könne – und zwar „auch mit einer Rute“. Einen Bericht über die wegen der Entwendung von Naschzeug vorgenommenen Züchtigung seiner eigenen Kinder „mit dem Stock“ schloss er angeblich mit den Worten: „Das soll wehtun!“

Nachdem der Norddeutsche Rundfunk Plock eine Anfrage dazu stellte, wurde der Videomitschnitt aus dem Netz entfernt. Außerdem meinte der Prediger, er mache seine Zuhörer mittlerweile auf mögliche strafrechtliche Folgen ihres Tuns aufmerksam und „überlasse es dann [ihnen], ob sie an dieser Stelle Gott und dem Wort der Heiligen Schrift mehr gehorchen wollen als den Menschen oder nicht“.

Bei einem anderen Vortrag im niedersächsischen Garbsen soll Plock den Erziehungsratgeber Eltern – Hirten der Herzen empfohlen haben, den der amerikanische Pastor Tedd Tripp verfasste und in dem ebenfalls angeregt wird, Kinder zu schlagen. Auf einer Vortrags-CD rät der schnauzbärtige Schulgründer Tripp außerdem dazu, Kindern bei Züchtigungen stets „die Hose auszuziehen“.

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