Gott kann nicht archivieren und braucht die NASA – Teufel aber auch


Eine für die Weltraumforschung entwickelte Bildbearbeitungs- und Archivierungssoftware soll dabei helfen, wertvolle Manuskripte der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek für künftige Generationen zu bewahren. In einem Pilotprojekt scannen Vatikan-Bibliothekare und Astrophysiker der Europäischen Weltraumbehörde ESA einen Teil der umfangreichen Buch-Bestände des Heiligen Stuhls, heißt es in Medienberichten vom Montag.

kathweb

In den 1970er Jahren entwickelten Wissenschaftler der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA und der ESA gemeinsam FITS, das „flexible image transportation format“ (flexibles Transport-Format für Bilder). Die NASA nutzt FITS für alle Informationen, die bei ihren Missionen anfallen. Ursprünglich für die Radioastronomie konzipiert, findet FITS (das englische Wort für „passt“) heute in verschiedensten Bereichen Verwendung. Die Software sei so konzipiert, dass das digitale Format der gespeicherten Inhalte nicht veralten kann.

Eines der großen Probleme bei der digitalen Archivierung von Bildern und Daten ist die schnelle Veränderung der Standards: Schon nach wenigen Jahren können alte Daten von neuen Programmen häufig nicht mehr verarbeitet werden. FITS vermeidet diesen Nachteil. „Ein Programm, das heutige FITS-Daten lesen kann, kann auch welche von vor zwanzig Jahren lesen“, so Pedro Osuna, der Leiter der wissenschaftlichen Archive der ESA: „FITS ist grundsätzlich rückwärtskompatibel.“

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