Haustiere: Doga und Esoterik total


bild: welt.de

Von Bachblüten-Therapie bis Yoga: Deutschen Haustieren steht das ganze Arsenal der modernen Tiefenentspannung zur Verfügung

Von Elke BodderasWELT ONLINE

In jedem Menschen wohnt ein innerer Schweinehund. Den zu besiegen, ist anstrengend. Und so lässt ihn so mancher am liebsten in Frieden – um sich stattdessen in ein Stellvertreter-Gefecht zu stürzen: Er bekämpft an seinem Haustier jene Laster und Schwächen, denen er selber mit schlechtem Gewissen immer wieder erliegt: zu gutes und großzügiges Fressen, Bequemlichkeit, zu wenig Bewegung. Fürs bessere Ich – mit dem man vorsichtshalber erst mal bei seinem Hund anfängt – gibt es das gesamte Wellness/Fitness-Sortiment – von esoterisch bis sportwissenschaftlich. Wir sprechen von Hundemassage, Katzenleistungssport oder Lichttherapie für Kanarienvögel. Viele der angesagten Behandlungsmethoden für moderne Haustiere stammen aus dem Esoterik-Eck: Bachblüten, Schüßler-Salze, Magnetfeld-Therapie. CDs mit sphärischen Klängen beschallen Fische, Stadthunde gehen zum Doga (Yoga für Hunde).

Vor allem in China, Hongkong und Japan ist das Hunde-Yoga beliebt, aber auch in den USA und Deutschland ist der Trend, sich mit seinem Vierbeiner auf der Matte zu strecken, schwer im Kommen. „Hunde sind totale Yogis“, erklärte kürzlich Kimberly Wilson, renommierte Yoga-Lehrerin aus Washington. Viele Posen habe man sich ja aus der Tierwelt abgeschaut, und „ein Hund kann die Figur ,Hund‘ natürlich von Natur aus machen“. Einige Hunde können beim Yoga tatsächlich abschalten, meint sie, „doch eigentlich geht es bei diesen Sessions eher um die Bindung zwischen Mensch und Hund“. Für den Schweizer Haustierforscher Dennis Turner ist das ohnehin wichtiger als jedes professionell tiefenentspannte Haustier.

weiterlesen