Pornografie gefährdet die Vernunft?


Pornografie als Wirtschaftszweig: pornografische Filme in einer japanischen Videothek

Hält Pornografie uns vom Arbeiten ab? Braucht das Internet eine neue Zensur? Und hatten die Viktorianer am Ende doch recht? Eine Überlegung des britischen Philosophen Alain de Botton

Von Alain de BottonWELT ONLINE

Der Pornografie wird oft vorgeworfen – zumal von jenen Glücklichen, die sich kaum damit abgeben, vielleicht mal einen Blick in den „Playboy“ geworfen oder die Vorschau eines entsprechenden Fernsehkanals im Hotel gesehen haben -, sie wirke beruhigend „unecht“ und sei voll von operativ vergrößerten Brüsten und Penissen, weshalb keine Gefahr für jene bestehe, die danach streben, eine vernünftige, intelligente Existenz zu führen. Leider hat diese Ansicht wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Moderne Pornografie wirkt so echt, dass sie dem eigenen Leben in allen Details ähnelt, wenn auch mit dem Unterschied, dass dort alle ständig den wunderbarsten Sex haben.

Die Zeitverschwendung ist ungeheuer. Finanzanalysten schätzen den Wert der Online-Pornografie auf zehn Milliarden Dollar, doch das entspricht nicht annähernd den Verlusten, bedenkt man die Vergeudung menschlicher Energie, geschätzt auf 200 Millionen Mannstunden, in denen man Firmen gründen, Kinder aufziehen, Krebs heilen, Meisterwerke schreiben oder Dachboden aufräumen könnte, anstatt Seiten wie http://www.hotincest.com oder http://www.spanksgalore.com anzustarren.

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4 Comments

  1. Wann haben die Religonsbonzen denn früher gearbeitet, vor lauter rumhuren ist ihnen keine Zeit dafür geblieben.

    Beim Konzil von Konstanz (1414-1418 n.C.) unter Bischof Rupert gehören >700 Huren zur Tross der Kirchenmänner, nach Ulrich von Richental leben sie in eigenen Hurenhäusern mit bis zu 30 Bewohnerinnen oder lagern in Ställen. Dem Bischof brachten die Nutten in der Stadt Bordellsteuern bis zu 2.000 Gulden jährlich, die RKK hat Jahrhunderte als Zuhälter fungiert und Bordelle ausgebeutet. Wie heute gilt auch damals katholische Moral nur fürs gemeine Volk, die Bischofskaste säuft, hurt sich durch die Bordelle und missbraucht Kinder. Im Jahr 1367 n.C. verfügt Papst Urban V (Guillaume Grimoard) alle Kleriker haben bei Strafandrohung ihre Konkubinen zu entlassen, kaum einer hält sich daran.

    Papst Klemens VI kauft urkundlich im Namen Jesus Christi ein Bordell von einer Arztwitwe. Papst Sixtus IV (Francesco della Rovere) wie auch Alexander VI (Rodrigo Borgia), Pius III (Francesco Todeschini Piccolomini), Julius II (Giuliano della Rovere) oder Leo X (Giovanni de Medici) betreiben ein Vatikan-Bordell des allerliebsten Jesus. Dazu wird ein „Capitaneus Prostibuli de Ponte Sixto“ ernannt, der mit den Vollmachten eines göttlichen Zuhälters je Nutte 2 Carlini/Monat kassiert für die Ausübung christlicher Nächstenliebe an den Priestern.

    Papst Alexander VI hat mit der Mätresse Vanozza de Cattanei 4 Kinder und ein sexuelles Verhältnis mit der offenbar besonders geilen 14 jährigen Giulia Farnese. Der Papst erhebt als Liebeslohn deren Bruder zum Kardinal, der später zum Papst Paul III (1534-1549 n.C.) wird. Kardinal Cornaro betreibt Unzucht mit der Kurtisane Doralice, die Kurtisane Saltarella und Isabella de Luna rühmen sich mit 5 Kardinälen „gespeist“ zu haben. Rom hat bei 53.000 Einwohnern etwa 6.800 Huren, wie Reiseberichte von Michel de Montaigne, Arnold Buchell, Bartholomäus Sastrow, Thomas Coryate, Richard Lassels und Philipp Eduard Fugger schildern.

    Papst Pius IV (Giovanni Angelo de Medici) verbannt 1566 n.C. die Huren aus dem Vatikan, im nahen Park werden selbst heute schwule Priester mit nackten Arsch beim Sex gefasst. Die Öffentlichkeit spricht unter der Hand darüber, bei der Polzei gibt es keine Eintragungen.

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  2. Pornographie kann das eigene Erleben nun mal nicht ersetzen ! Selbst ist der Mann, bzw. die Frau.

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  3. Wie gross sind die Verluste an produktiver Arbeitsskraft, welche die Menschen in Kirchen, Gebetskreisen und bei Walfahrten vergeuden und sich sinnfreies Geschwurbel anhören mit so tollen „wissenschaftlichen“ Fakten wie
    „Onanie führt zur Rückenmarkserweichung“

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  4. als ob Verbote was brächten. Da gehen nur die Gewinne in die Höhe.
    Das problem ist doch viel mehr dies, daß Menschen in einer Kultur aufwachsen, in der sie einerseits natürlichen sexuellen Intreessen nicht nachgehen dürfen, sondern heimlich tun sollen – oder am besten gar nicht, wenn man an die Homosexuellen denkt.
    Andererseits natürlich viele Interessenten des Geldes gern alles verkaufen, und noch mehr.
    Daher auch die neigung zu Supertriggern. Das ist bis zu einem gewissen Grade sogar natürlich (kennt man zB von den Stichlingen, den Schmetterlingen und vom großen Gehörn der Hirsche, den Pfauenschwanz nicht zu vergessen. Witzigerweise bedienen da aber die Männleins mit Supersignalen)

    Andererseits wird für den Verkauf aufgeblasen.

    Die Fähigkeit zur Erotik ist angeboren. Die zu Porno nicht. Und sich letztlich einen Menschen kaufen zu wollen, ist auch so ne Sache. Die ollen Römer, die hattens da noch richtig gut, hm?

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