Schönborn kündigt Reformen an


Foto: reuters/Heinz Peter-Bader

Kein „business as usual“ – Kirchenverkäufe nicht ausgeschlossen, Alternative zu Kirchenbeitrag möglich – Pilotprojekt in Favoriten

derStandard.at

Kardinal Christoph Schönborn will die Strukturen der Kirche in Wien ändern. Wegen der sinkenden Zahl an Katholiken sei eine alternative Nutzung von nicht erhaltbaren Kirchen nicht ausgeschlossen. Wie genau die Kirche der Zukunft aussehen wird, sei offen. Es könne kein Zurück zum „business as usual“ mehr geben.

Vorstellung von „Staatsreligion“ zu Ende

Die Erzdiözese Wien will nun mit dem Piloprojekt unter dem Titel „Apostel 2.1“ mit Strukturreformen auf eine veränderte Gesellschaft reagieren. „Wir stehen an einer Zeitenwende“, stellte Kardinal Christoph Schönborn am Montag bei einer Pressekonferenz fest. „Apostel 2.1“, das sei ein bewährtes Programm in verbesserter Version. „Wir sehen heute, dass die Konstantinische Zeit der Kirche zu Ende ist. Diese Ära war geprägt von der Idee der Staatsreligion, in die man hineingeboren wird und sein Leben lang bleibt“, so Schönborn. Diese Zeiten seien vorbei. In der freiheitsliebenden Gesellschaft biete sich eine „Fülle an Möglichkeiten“: „In dieser Funktion ist die Kirche nur ein Player unter vielen anderen.“

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2 Comments

  1. Da muss der Kardinal sich aber beeilen. Die ’sinkende Zahl der Katholiken‘ wird rapide weitersinken. Die endlich an die Oeffentlichkeit geratenen Missbrauchsfälle in der kath.Kirche waren ’nur‘ der erste Antrieb einer Bewegung.
    Nun aber wird das Thema sexueller Missbrauch literarisch ganz stark bearbeitet und wirkt wie ein Beschleuniger.
    ‚Ministrantenficker‘ z.B. ist ein hässlicher Buchtitel, die Story geht aber unter die Haut, denn diese Art der Opferdarstellung ist wesentlich beeindruckender als die meisten Berichte der Journalisten. Also: Vertuschen und Weihrauch drüber geht gar nicht mehr. Gut so.

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  2. Läßt man das ganze bischöfliche Positiv-Geschwurbel weg und kommt zu den Fakten, dann leidet die RKK in Austria am gleichen Problem wie in Deutschland, die Kundschaft bleibt weg.

    Das Bistum Speyer löst Ort für Ort 124 von 346 Pfarrgemeinden auf, Würzburg 455 von 619, Magdeburg 44 von 186, Erfurt 10 von 16, Freiburg 747 von 1075, Trier 216 von 389 Hildesheim 224 von 348, Essen 216 von 259, Aachen 379 von 450 usw. Die RKK Bistümer vermeiden exakte Angaben zur Anzahl früherer Pfarreien als Eingeständnis ihres Versagens, die Kirchen werden auf unter 1.500 reduziert. Damit rückt die Schließung von 20 der derzeit 27 Bistümer näher, bis zu 20.000 Kirchenbauten der etwa 27.000 sind überflüssig. Nicht geweihte Freiwillige verlesen dann „Wortgottesdienste“ als Märchenstunde für gläubige Einfaltspinsel.

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