Bettler: Kirche hat keine Lösung


Das älteste, noch zu Lebzeiten entstandene Bild des Franz von Assisi, ein Wandgemälde im Sacro Speco in Subiaco, Quelle: wikipedia

Wie sollen Bürger und Stadtverwaltung mit Bettlern umgehen? Vertreter der großen christlichen Kirchen haben keine Patentlösung.

SÜDWEST Presse

Der evangelische Pfarrer Christoph Baisch war der Erste, der das Verhalten der Stadtverwaltung thematisierte, die den knienden Bettlern nun zwar Arbeit anbietet, diesen aber weiterhin auf der Straße Platzverweise erteilen will.

Kurz vor Weihnachten schrieb er: „Oder beinhalten weihnachtliche Gefühle vielmehr ein besonders weites Herz für Bettelnde, wie es jetzt deutlich wird im Protest gegen den schroffen Umgang der städtischen Behörden mit Bettlern auf unseren Straßen?“ Auch in der Predigt an Heiligabend in der Michaelskirche, die Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim besuchte, sprach der Pfarrer zum Thema. Auf telefonische Nachfrage erläutert Baisch seine persönliche Meinung: „Leitend im Christentum ist die Nächstenliebe. Verständnis und Hilfe für Bettler liegen da nahe.“

Der Hilfesuchende sei in seiner Würde ernst zu nehmen, daher würde die kniende Position der Bettler so manche irritieren. „Die christliche Hilfe ist auf Augenhöhe angelegt.“ Er zitiert Gustav Werner mit: „Arbeit statt Almosen“. Werner setzte sich dafür ein, Arbeitsstätten etwa für Behinderte zu schaffen.

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2 Comments

  1. PS: Die Geschichte mit dem Bettler ist garantiert nicht erfunden. Ich habe diesen Vorfall wie geschildert selbst erlebt.

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  2. Ich habe mal einem Bettler, der vor einer Kirche knieend um Spenden bat, längere Zeit beobachtet. Sein Betteln dürfte sich – dank zahlreicher Spender – gelohnt haben. Als er nach geraumer Zeit seinen Platz räumte, bin ich ihm gefolgt. Zwei Querstraßen weiter stieg er in einen dort geparkten Mercedes-Benz und fuhr weg. Leider verlor ich ihn dann aus den Augen, weil ich ihm mit meinen Rad nicht mehr folgen konnte !

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