Abschied vom allmächtigen Gott


Blick auf den größten Teichenbeschleuniger der Welt, den LHC (Large Hadron Collider) im schweizerischen Kernforschungszentrum CERN. (Bild: AP)

Im Kernforschungszentrum CERN im Kanton Genf erforschen Wissenschaftler den Aufbau des Universums. Sie sind der Entdeckung des sogenannten „Gottes“-Teilchens so nah wie noch nie. Muss die Theologie Abschied von der Vorstellung eines allmächtigen Gottes nehmen?

Der Mensch zwischen Zufall, Schicksal und Vorherbestimmung

Von Marc Engelhardt Deutschlandfunk

Es sind Fragen, die die Menschheit seit mehr als zwei Jahrtausenden bewegen – wenn nicht schon länger, so lange, wie Menschen begonnen haben, zu glauben. Wenn es einen allmächtigen Gott gibt, sind wir Teil seines göttlichen Plans? Ist alles seit den ersten Tagen des Kosmos und der Welt vorherbestimmt – unser Leben, und auch unser Seelenheil nach dem Tod? Die Fragen nach der Prädestination, der Vorherbestimmung, sind in der theologischen Geschichte immer wieder gestellt worden, sagt Wolfgang Müller, Professor für Dogmatik an der Universität Luzern – endgültig beantwortet wurden sie nie.

Diese Frage ist ein Resultat der Vermählung zwischen biblischem Denken und hellenistischem Denken, weil natürlich es ja auch vor dem biblischen Denken in der Philosophie, denken Sie an Platon, die Stoa, es Vorstellungen von Gott gegeben hat, da gab es eben in der jungen Kirche ein Zusammenkommen zwischen dem biblischen und philosophischen Denken vorsätzlich der Stoa, da hat man dann auch diese Gottesprädikate wie Allmacht, Allgegenwart und so weiter formuliert, die ja in dieser Wortschöpfung auch keine biblischen Begriffe sind.

Die Stoiker im alten Griechenland sprechen vom universellen Prinzip. Jeder Mensch muss seinen Platz in der gegebenen Ordnung erkennen, ausfüllen und notfalls ertragen. Das göttliche Prinzip durchzieht den Kosmos, das Schicksal jedes Einzelnen ist vorbestimmt.
Dieses Weltbild, das sich in ganz Europa ausbreitet, stellt die frühen Christen vor ein Dilemma. Dem um 250 nach Christus geborenen Laktanz wird der Satz zugeschrieben:

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8 Comments

  1. @Stefan Wehmaier
    In der Genesis geht es nicht um die „Schöpfung von Natur“
    —————————–
    Das tut interlektuell schon sehr weh, hast Du die Genesis jemals gelesen. Du bist ein Paradebeispiel christlicher Religiotie

    In der Bibel wird ohne Kenntnisse in Naturwissenschaft mythisch geschwurbelt: Fledermäuse sind Vögel, Hasen sind Wiederkäuer, Vögel und Insekten haben 4 Füße, Schlangen fressen Erde, Kamele haben keine gespaltenen Hufe, liegen bei der Zeugung farbig gestreifte Stäbe in der Tränke werden gemischt farbige Tiere geboren, die Zahl Pi=3,0, die Hölle ist ein flüssiger Schwefelsee (bis 444°C), der Mond scheint so hell wie die Sonne, die Wasser über der Feste erklären bei -273°C den Regen. In Amerikanisch-Samoa regnet es etwa 7.000 mm/Jahr, seit der Schöpfung lagern über 40 km Wasser überm Firmament. Die Abfolge der Genesis ist einfältig dumm, das Licht fernster Sterne erreicht die Erde sofort trotz 13,7 Milliarden Reisedauer. Adam gibt Mio. Tieren Namen die keiner kennt oder aufschreibt, bis Babylon 2200 v.C. gibt es nur eine von 6500 Sprachen, weder Althebräisch noch Mittelthebräisch existieren.

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  2. Naiver Beitrag…… Wenn man Gottgläubige Menschen als dumm und ignorant bezeichnet, dann braucht man auch nicht zu erwarten dass irgendein „Gottes-Teilchen“ die Theologien ablösen wird…

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  3. In der Genesis geht es nicht um die „Schöpfung von Natur“ (auch wenn das arbeitende Volk genau das glauben soll), sondern – eigentlich selbstverständlich – um die Schöpfung von Kultur bzw. Zivilisation. Götter sind durch Schöpfungsmythen im kollektiv Unbewussten einprogrammierte, künstliche Archetypen, zur Anpassung eines Kulturvolkes an eine noch fehlerhafte Makroökonomie durch selektive geistige Blindheit (unabhängig von „Glaube“ oder „Unglaube“):

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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  4. Wieso ist der Typ all-mächtig

    Gott erschafft 1.100 Dino-Arten, die Jahrmillionen die Erde bevölkern, vernichtet vor 65 Mill. Jahren per Asteroiden 95% allen Lebens der „so guten Schöpfung“, damit rattengroße Säuger Lebensraum bekommen um sich in Millionen Jahren über die Primaten zur aufrecht gehenden Fehlkonstruktion Homo-Sapiens-Sapiens mit Erbsünde entwickeln, während 20 andere Homo-Arten ohne Fehlkonstruktionen aussterben. Der all-unfähige Gott bastelt sich Adam und Eva nach seinem Bild als verlauste stinkende Analphabeten wie ein galaktischer Heimwerker, er ist niemals all-mächtig, all-wissend und all-gütig, da er mehrfach seinen Bastelpfusch ausrottet.

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  5. Typisch Deutschlandfunk. Will sich wissenschaftlich geben, aber überall muss der liebe Gott durchlugen – sonst gibt’s Ärger mit dem verantwortlichen Redakteur und der kriegt Ärger mit dem kirchlichen Rundfunkbeaufragten.

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  6. Abschied von Gott !? Weshalb soll ich mich von ihm verabschieden ? Wir sind uns schließlich nie begegnet !

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