Kirche will Kinder vor Übergriffen schützen


Der Ort des Lernens wird das Internet sein. Jeder Pfarrer, jede Religionslehrerin, jeder Gruppenleiter auf der Welt soll sich dort in drei Jahren ein Programm herunterladen können, das erklärt, wie man sexuelle Gewalt gegen Kinder erkennen und verhindern kann, wie sich Erwachsene gegenüber schutzbefohlenen Kindern zu verhalten haben, wie man Kinder stark macht, dass sie sich gegen übergriffige Erwachsene zur Wehr setzen, dass sie Hilfe holen können.

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Die Orte, an denen das weltweit bislang einzigartige Programm (http://elearning-childprotection.com) bis dahin entstehen sollen, sind München, Ulm und Rom: Vor allem das katholische Erzbistum München und Freising finanziert und organisiert das 1,2 Millionen Euro teure Projekt. Geleitet wird es von Jörg Fegert, dem Ärztlichen Direktor am Uni-Krankenhaus Ulm, der gerade ein vergleichbares E-Learning-Programm im Auftrag des Bundesforschungsministeriums entwickelt. Und getragen wird es von der Gregoriana in Rom, der weltweit wichtigsten päpstlichen Universität.

Die katholische Kirche kämpft global gegen sexuellen Missbrauch, das ist das Signal, das von dem neuen Kinderschutzzentrum ausgehen soll. Vom 6. bis zum 9. Februar soll es in Rom bei einem Fachkongress vorgestellt werden, der den Titel ‚Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung‘ trägt. Eingeladen sind Bischöfe und Ordensobere aus der ganzen Welt, fast alle der 124 nationalen Bischofskonferenzen werden Teilnehmer entsenden. Wie wichtig die Kurie den Kongress nimmt, zeigt sich auch daran, dass Kardinal William Levada das Symposium eröffnet – als Präfekt der Glaubenskongregation ist er auch zuständig für die Ahndung sexueller Gewalt durch Priester. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx wird dort ebenfalls einen Vortrag halten – dass er das Zentrum finanziert, dürfte seinen Einfluss in Rom mehren.

Das Symposium sei ‚ein weiterer Schritt auf einem langen und schmerzhaften Weg‘, sagte der Vizerektor der Gregoriana, der Jesuitenpater Hans Zollner. Inzwischen aber gebe es das Bewusstsein, dass in der Kirche eine neue ‚Kultur des Hinsehens‘ entstehen müsse. Von ihrem Selbstverständnis her sei die Kirche ein gewaltfreier Ort. Die ersten Kurse, die über 30 Stunden gehen, sollen im September starten, nach einer Prüfung gibt es ein Zertifikat der Gregoriana. Außer in Deutschland gibt es Kooperationspartner in Argentinien, Ecuador, Indonesien, Italien, Kenia und Ghana – weltweit eben.

2 Comments

  1. Mit den ewig wahren und unantastbaren Dogmen ist es der RKK nicht möglich die wissenschaftlich gesichrten Fakten für das Enstehen der Pädophilie zu akzeptieren. Ersatzweise schwurbelt man von Schuld und willentlicher Sünde.

    Die eindeutig religiöse Sexualfeindlichkeit erzieht sexuell gehemmte Menschen, indoktriniert aufgewachsen scheitern sie am späteren Konflikt zwischen religiösem Anspruch und ihrer Sexualität. Beim Eintritt in die Kirche sind sie noch in/vor der vorpubertären Entwicklung ohne diese je zu beenden, sie bleiben psychosexuell auf dem kindlichen Niveau mit Doktor-Spielen stecken.

    Die 5 Jahre dauernde pubertäre Umorientierung des Gehirns zum Erwachsenen entgleist so in psychopathologische Missachtung von Moral und Ethik mit Enthemmung, Empfindungsarmut, Lernunfähigkeit und Mangel an Sozialkompetenz. Die Sexphantasien drängen immer mehr nach Befriedigung. Als Ausweg erscheint den Verklemmten ein Leben im Zölibat frei vom teuflischen Sex, der nach ewiger RKK-Wahrheit durch Gebete, Selbstkasteiung und innere Einkehr überwindbar ist. Der sexuelle Missbrauch steigt dabei proportional mit der ausgeübten Macht im religiösen System, besonders gut zu beobachten bei vielen Sekten.

    Pädophile sind als psychisch schwer Kranke unheilbar, sie haben Persönlichkeitsstörungen wie Schwerstkriminelle, befriedigen sexuelle Bedürfnisse durch Machtausübung, sind nicht lernfähig, kennen weder Empathiefähigkeit noch ein Schuldbewusstsein. Empathiemangel ist eine schwere narzisstische Persönlichkeitsstörung wie beim Attentäter Anders Breivik, der sich für auserwählt hält.

    Bei 5% Prozent der Menschen ist die Ausschüttung des Hormons Oxytocin der Gehirnzellen gestört und damit das moralisch-ethische Empfinden, welches angeblich nur die Religion vermittelt. Dies Verhalten kann sich nicht entwickeln, kindlicher Mangel an Zuneigung und Körperkontakt zu den Eltern sowie frühe Erfahrung von Gewalt und Missbrauch lassen im Gehirn diese Funktion verkümmern.

    Kein Kirchenführer bedauert in Stellungsnahmen die Opfer des sexuellen Missbrauchs, beklagt wie Kardinal Lehmann die Hetzjagd gegen die von Gott auserwählte Religion als Christenverfolgung und diffamiert die Opfer als geldgierig. Krasse Religotie

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  2. Wieso sollte ein pädophiler Pfaffe ein Interesse daran haben Kinder davor zu schützen? Im Gegenteil – er lernt durch diese Infos, wie er verhindern kann, dass man ihn dabei selbst erwischt.

    Es ist schon erstaunlich, mit welcher Dreistigkeit diese Menschenverführer öffentlich im Schutz durch Politiker und immun gegen die bürgerlichen Gesetze ihre Lügenmärchen verbreiten dürfen, ohne auch nur ansatzweise von der Mehrheit der Bevölkerung angezweifelt zu werden.

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