Der neue Antisemitismus


Ein Mitglied der jüdischen Gemeinde besucht die Synagoge in Bochum mit traditioneller Kopfbedeckung: der Kippa. Foto: dapd

Antisemitisches Gedankengut ist einer Studie zufolge in weiten Teilen der Gesellschaft verbreitet. Demnach sind 20 Prozent der Bevölkerung „latent“ antisemitisch eingestellt.

Berliner Zeitung

„Die neue Form des Antisemitismus äußere sich nicht zwingend in Taten, sondern sei „in den Einstellungen vorhanden“, sagte der Zeithistoriker Peter Longerich, der dem Expertenkreis angehört, bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Es handele sich dabei jedoch nicht um ein gesellschaftliches „Randphänomen“. Beispielsweise seien rassistische, rechtsextreme und antisemitische Parolen auch weiterhin auf deutschen Fußballplätzen an der Tagesordnung. Aussprüche wie: „Juden gehören in die Gaskammer“ oder „Synagogen müssen brennen“ seien nicht unverbreitet.

Bei der Verbreitung antisemitischer Einstellung unter der Bevölkerung nehme Deutschland aber im europaweiten Vergleich einen Mittelplatz ein. Zum Teil extrem hohe Antisemitismus-Werte gebe es in Polen, Ungarn und Portugal. In Deutschland zählt das „rechtsextremistische Lager“ weiterhin als „wichtigster politischer Träger“ des Antisemitismus. Rund 90 Prozent der antisemitischen Straftaten seien rechtsextremen Tätern zuzuordnen.

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