Christlicher Antijudaismus


Einblattdruck mit Wittenberger Judensau, 1596, Quelle. wikipedia

Die erste antijüdische Politik setzte im 4. Jahrhundert n. Chr. in Rom ein. Das Christentum hatte unter der Herrschaft Kaiser Konstantins (324 – 337) zunehmend an Einfluß gewonnen, um schließlich zur Staatsreligion zu werden und die Christianisierung in weiten Teilen Europas einzuleiten. Seit dieser Zeit machte der Staat Kirchenpolitik. Juden waren vielfach die einzige Minderheit, die demgegenüber auf ihrer eigenen Religion beharrte…

Von Eckart DietzfelbingerhaGalil.com

In den folgenden zwölf Jahrhunderten bestimmte die katholische Kirche, wie hinsichtlich der Juden zu verfahren sei. Anders als im vorchristlichen Rom, das in Religions- und Glaubensfragen keinerlei Monopolanspruch erhob, bestand sie auf der Alleingültigkeit der christlichen Lehre. Die Bekehrung der Juden mit einem entsprechenden fortwährenden theologischen Kampf war somit das erste Ziel der katholischen Kirche, die erste antijüdische Politik in der Geschichte des Abendlandes.

Doch die Juden ließen sich nicht bekehren. Sie haben nur einen Gott, der unteilbar ist. Er ist nicht Christus, und Christus ist nicht Er. Christentum und Judentum sind seitdem unvereinbar. Die Hinwendung zum Christentum ist seitdem gleichbedeutend mit der Abkehr vom Judaismus.

Allmählich begann die Kirche, ihren Worten gewaltsam Nachdruck zu verleihen. Sie belegte interkonfessionelle Ehen, die Erörterung religiöser Fragen oder das Wohnen von Christen und Juden in gemeinsamen Unterkünften mit strengem Verbot. Durch öffentliches Verbrennen des Talmud, eines der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums, sowie durch Ausschluß von Juden aus öffentlichen Ämtern versuchte sie Christen vor der „verderblichen“ jüdischen Lehre zu bewahren bzw. zu „schützen“.

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