Hessen: Christentum ohne Christen


Bibelfest? Eine Studie im Auftrag des Hessischen Rundfunks erfragt die Religiosität der Hessen. Foto: dpa

„Was glauben die Hessen?“ Eine Studie fördert Erstaunliches zutage: Christen sind inzwischen zu einer Minderheit geworden und selbst Kirchenmitglieder stimmen zentralen Aussagen ihrer Religion in erheblichen Teilen nicht mehr zu.

Von Joachim FrankFrankfurter Rundschau

Es ist bloß ein harmloser Packen Papier, aber er enthält Sprengstoff. Zumindest gilt das für die Kirchen und alle, die sich mit der Zukunft des Christentums in Deutschland befassen. Denn zentrale Befunde einer aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung lauten: Im Land Hessen sind Christen inzwischen zu einer Minderheit geworden. Selbst Kirchenmitglieder stimmen zentralen Aussagen ihrer Religion zu erheblichen Teilen nicht mehr zu. Damit ist ein „Christentum ohne Christen“ kein Paradox, sondern gelebte Realität.

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  1. Um 1900 sind noch weit über 80% der Menschen in Westeuropa, Nordamerika, Australien und Neuseeland Christen, heute sind es etwa 40% und 2050 dürften es um 20% sein. Eine Studie der Universität Genf von 2006 auf Basis von 3.000 Interviews belegt eine relevante Korrelation von Religiosität mit extrem rassistischer, sexistischer und homophober Einstellung. Atheisten sind deutlich intelligenter und gebildeter als Gläubige der diversen Religionen.

    Nach einer IPSOS Umfrage von 2011 in 23 Ländern unter 18.829 Befragten glauben 51% an ein göttliches Wesen, 17% sind sich unsicher und 18% glauben nicht daran. Nur 26% glauben ans ewige Leben, 28% an die biblische Schöpfung während 41% die Evolution für richtig hatlen. Gläubig dominierte Länder sind Indonesien, Türkei, Brasilien, Südafrika, Mexiko; Ungläubigkeit dominiert in Frankreich, Schweden, Dänemark, Belgien, UK, Japan und Deutschland. Von den 1,2 Milliarden Christen weltweit lebt nur 25% in Europa, zahlen aber 83% der Kirchenkosten.

    In der BRD sind 36% der Bürger konfessionslos, 27,5% evangelisch, 28,5% katholisch und 8% Analphabeten ohne erkennbare Zuordnung zu den Gruppen. In der arbeitsfähigen Bevölkerung von 44 Mill. gibt es 14% funktionale Analphabeten. Nur 9% katholische Christen glauben das volle Bekenntnis ihrer Religion, 6% evangelische Christen stellen mehr Details in Frage und unter 3% gehen überhaupt noch in die Kirche. Der Rest sind nach den Kirchenkriterien faktisch Heiden aber zum finanziellen Ausbeuten herzlich willkommen.

    Damit schrumpft die RKK rapide auf unter 25% ihrer einstigen Größe. Die 9.850 RKK Priester sind 2010 im Schnitt 59 Jahre alt ohne Aussicht auf Nachwuchs. Bei über 400 notwendigen Novizen im Jahr gibt es unter 50 Bewerber, davon sind etwa 70% ungeeignet. Die RKK Klöster und Orden mit 22.000 Nonnen sterben aus, 90% der Insassen sind bereits pflegebedürftige Alte.

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