Tempel für Atheisten


Entwurf für den Temple to Perspective (Vordergrund rechts). Bild: Thomas Greenall & Jordan Hodgson

Der Londoner Philosoph und Schriftsteller Alain de Botton will in Großbritannien eine Serie von Tempeln für Atheisten errichten lassen. Das meldet der britische Guardian. Das erste Anti-Gotteshaus soll in der Londoner City entstehen.

Von FLORIAN MANTHEY Immobilien Zeitung

„Warum sollten religiöse Menschen die schönsten Gebäude im Land haben?“, fragt de Botton. „Es ist Zeit, dass Atheisten ihre eigenen Versionen von Kirchen und Kathedralen bekommen“, wird er vom Guardian zitiert. Der Temple to Perspective soll das erste atheistische Monument werden. Die Pläne für das 46 m hohe Gebäude stammen von Tom Greenall. Der Architekt arbeitete zusammen mit de Botton an dessen gerade erschienenen Buch „Religion for Atheists: A non-believer’s guide to the uses of religion“.

De Botton sehe seinen neuen Atheismus als Gegenentwurf zu Richard Dawkins‘ aggressivem und zerstörerischem Atheismus. Für Dawkins hingegen sind atheistische Tempel ein Widerspruch in sich. „Atheisten brauchen keine Tempel“, sagt der Autor des Bestsellers „Der Gotteswahn“ laut Guardian.

6 Comments

  1. De Botton verfolgt einen interessanten Ansatz, wenn er als Atheist anregt, sich die von Religionen entwickelten Kulturtechniken anzusehen, und zu prüfen, welche davon es wert sind, aufgegriffen zu werden. — Ich teile nicht alle Ideen, die ich in einem TED-Vortrag von De Botton gesehen habe. Einen eigenen Atheistmus-Tempel hat’s meiner Meinung nach nicht nötig, denn es gäbe eigentlich genug Orte, die man ohne große Mühe zu Atheismus-Tempeln umrüsten kann: Opern, Bibliotheken, Universitäten, Museen, Parks, Zoos, botanische Gärten usw.

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  2. Es würde doch reichen, ein Baugelände einzuzäunen und ein Schild aufzustellen. Auf dem Schild könnte etwa folgendes stehen:

    „Hier wird keine atheistische Kirche gebaut, da Atheismus keine Religion ist und so etwas nicht braucht.“

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  3. Nö, das muß nicht sein. Kirchen sind ausschließlich von Religioten für Religioten errichtet worden. Wir sollten deren Tun und Handeln nicht kopieren. Das Vernunftdenken braucht kein Dach überm Kopf.

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  4. Nein, danke! Wer Tempel baut, begibt sich auf die verkorkste Stufe von Religioten. (Oder er wittert auch, wie die Religauner seit jeher, ein lukratives Geschäft mit Dumpfbacken.)

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