Johann Baptist Metz kritisiert Bildung „monströser Großraumpfarreien“


Quelle: ksta.de

Der Münsteraner Theologe Johann Baptist Metz hat die Seelsorgeplanung der katholischen Kirche in Deutschland kritisiert. Durch die Bildung „monströser Großraumpfarreien“ werde der „Beteiligungsschwund“ der Gläubigen immer mehr vergrößert.

Radio Vatikan

Das bemängelte der Professor bei einem Vortrag in München. Die Folge seien wachsende „Anonymität und Konfusion“. Dabei wäre es wichtig, dem Erfahrungsaustausch der Gläubigen untereinander Raum zu geben und sie religiös mündig werden zu lassen, betonte Metz. Gemeinden müssten künftig „lernbereite Erzählgemeinschaften“ sein. Der 83-Jährige zählt zu den wichtigsten katholischen Theologen in Deutschland. Wegen des Priestermangels werden derzeit in nahezu allen deutschen Bistümern Pfarrgemeinden zu größeren Einheiten zusammengelegt. Die deutschen Bischöfe forderte Metz auf, „endlich damit ernst zu machen, dass sie nicht nur zum jeweiligen Papst gehören, sondern auch zu ihren Gemeinden“. Sie müssten dann „viel energischer in Rom das Recht ihrer Gemeinden auf Eucharistie einfordern“. Dem Vatikan hielt der Theologe vor, dass er sich für die Kirche in Mitteleuropa „nicht mehr wirklich interessiert“, sondern sie im Grunde aufgegeben habe. Wenn in Rom von der Weltkirche gesprochen werde, sei das meist gegen Europa gerichtet. Dabei werde übersehen, dass es eine „krisenfreie Kirchlichkeit nirgendwo mehr“ gebe.

2 Comments

  1. Das ist ein alter Hut, aber seit Jahren beschlossene Sache und in Ausführung. Es ist das letzte Gefecht eines in Agonie und Selbmitleid versinkenden Systems der Abzocke

    In der BRD sind 36% der Bürger konfessionslos, 27,5% evangelisch, 28,5% katholisch und 8% Analphabeten ohne erkennbare Zuordnung zu den Gruppen. In der arbeitsfähigen Bevölkerung von 44 Mill. gibt es 14% funktionale Analphabeten. Nur 9% katholische Christen glauben das volle Bekenntnis ihrer Religion, 6% evangelische Christen stellen mehr Details in Frage und unter 3% gehen überhaupt noch in die Kirche. Der Rest sind nach den Kirchenkriterien faktisch Heiden aber zum finanziellen Ausbeuten herzlich willkommen. Damit schrumpft die RKK rapide auf unter 25% ihrer einstigen Größe. Die 9.850 RKK Priester sind 2010 im Schnitt 59 Jahre alt ohne Aussicht auf Nachwuchs. Bei über 400 notwendigen Novizen im Jahr gibt es unter 50 Bewerber, davon sind etwa 70% ungeeignet. Die RKK Klöster und Orden mit 22.000 Nonnen sterben ebenfalls aus, 90% der Insassen sind bereits pflegebedürftige Alte.

    Das Bistum Speyer löst Ort für Ort 124 von 346 Pfarrgemeinden auf, Würzburg 455 von 619, Magdeburg 44 von 186, Erfurt 10 von 16, Freiburg 747 von 1075, Trier 216 von 389 Hildesheim 224 von 348, Essen 216 von 259, Aachen 379 von 450 usw. Die RKK Bistümer vermeiden exakte Angaben zur Anzahl früherer Pfarreien als Eingeständnis ihres Versagens, die Kirchen werden auf unter 1.500 reduziert. Damit rückt die Schließung von 20 der derzeit 27 Bistümer näher, bis zu 20.000 Kirchenbauten der etwa 27.000 sind überflüssig. Nicht geweihte Freiwillige verlesen dann „Wortgottesdienste“ als Märchenstunde für gläubige Einfaltspinsel.

    Priester müssen bereits bis 14 Gemeinden betreuen ohne engen Kontakt zu den Gläubigen. Bei Älteren und Behinderten treibt das jeden aus der Kirche. Die Neuordnung der RKK mit 25.000 Gläubigen je Pfarrstelle anstelle früher 1.500 soll den Priestermangel kompensieren. Die RKK verliert in 10 Jahren mit 12% der Mitglieder mehr als es noch Taufen gibt, die Eheschließungen nehmen gar um über 50% ab.

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  2. Wenn die Seelsorgeplanung der katholischen Kirche zur Kritik Anlaß gibt und zum Mitglieder- oder Beteiligungsschwund führt, komme ich nicht umhin, dies als hochwillkommene Entwicklung zu bewerten. Denn: Offenbar sind die „Wege des Herrn“ unergründlich. Oder: Nichts Schlechtes, das auch sein Gutes hat !

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