Neue Impulse für die Gedenkarbeit


Kranzniederlegung in der Welfenkaserne: Im Bunker gedachten Militär und Politik den Opfern der Gräueltaten der Nationalsozialisten. Fotos: Thorsten Jordan

Für Uri Chanoch ist es eine erschreckende Nachricht. 20 Prozent der Deutschen aller Bevölkerungsschichten sollen latent antisemitisch eingestellt sein. Ursache seien Klischees, Vorurteile oder schlichtes Unwissen über Juden und das Judentum.

Von Thomas WunderAugsburer Allgemeine

Zu diesem Schluss kommt der Forschungsbericht „Antisemitismus in Deutschland“, den eine unabhängige Expertenkommission Anfang der Woche vorgelegt hat. Uri Chanoch, Jude und Überlebender des Holocaust, hat davon auf dem Flug nach Deutschland in der Zeitung gelesen. Beim Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in der Welfenkaserne rief er deswegen zur Wachsamkeit auf.

Auch der Standortälteste, Oberst Klaus Schuster, ließ die Ergebnisse des Forschungsberichts in seine Rede einfließen. Auch wenn die Worte fast schon etwas abgedroschen klingen mögen, sie seien sehr ernst gemeint: „Das Gedenken soll uns ermahnen, damit wir aus der Geschichte lernen, um die Gegenwart friedlicher zu gestalten.“ Dies müsse an jenen Orten geschehen, die selbst Symbol für die grausamen Taten geworden seien. Um den im Forschungsbericht beschriebenen Entwicklungen und Strömungen Einhalt zu gebieten, sei der Gedenktag ins Leben gerufen worden.

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