„Nagelt Jessica Ahlquist ans Kreuz“


„Nagelt sie ans Kreuz!“, fordern Mitschüler von Jessica Ahlquist.© GRETCHEN ERTL/THE NEW YORK TIMEs

Die 16 Jahre alte Jessica Ahlquist klagt gegen ein an die Wand tapeziertes Gebet in ihrer Schule. Zum Unterricht kann sie seitdem nur noch mit Polizeischutz kommen.

Von CHRISTIANE HEILFrankfurter Allgemeine

Die Stadt Cranston im Bundesstaat Rhode Island, einer katholischen Enklave im ansonsten wenig religiösen Nordosten der Vereinigten Staaten, gehört zu den friedlichsten Flecken im ganzen Land. Die rund 80 000 Bewohner der Gemeinde an der malerischen Narragansett-Bucht nordöstlich von New York fallen so selten Verbrechen zum Opfer, dass das Cranston Police Department seine Einsätze meist auf Tipps zum Schneeschippen und den richtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern beschränkt. Daher stachen die drei Streifenwagen besonders ins Auge, die vor kurzem vor der High School Cranston West hielten.

Die Polizisten waren zum Schutz von Jessica Ahlquist herbeigeeilt. Die Sechzehnjährige wird von allen Seiten bedroht, seit ein Bundesgericht nach Ahlquists Klage vor drei Wochen das Entfernen eines auf die Wand des Auditoriums tapezierten Schulgebets bestimmt hat. „Lasst uns das Mädchen überfallen, das dafür verantwortlich ist“, forderten erboste Mitschüler der Atheistin via Twitter und Facebook. „Wir polieren ihr die Fresse.“ Auch der demokratische Abgeordnete Peter Palumbo, ein Alumnus der „Cranston West“, machte seiner Wut Luft. „Sie ist ein teuflisches kleines Ding“, ließ der Politiker angesichts Ahlquists Engagement für die in der amerikanischen Verfassung verankerte Trennung von Staat und Kirche wissen.

4 Comments

  1. Irgendwie absurd, diesem Mädel mit dem gleichen Schicksal zu drohen, das dereinst deren allerliebstes Jesuleinkindchen ereilte.

    Eine regelrechte Heenjagt. Meine Herren!

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  2. Alles indoktrinierte und bigottische Religioten. In einem Land, das die eigene Verfassung nicht befolgt ist alles möglich. Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken und es riecht schon ganz schön ätzend. Die Führung des Landes ist falsch, habgierig und hinterlistig.
    Wenn der hohe Ast auf dem die sitzen abbricht, macht es einen Riesenrums, der die Welt ins Unglück stürzt.

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  3. So sieht sie nun mal aus, die vielfach beschworene christliche Nächstenliebe ! Bei diesen Leuten gilt nun mal das Motto: „Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein !“ Ein solches Verhalten hat doch in der Geschichte des Christentums eine ellenlange und blutige Tradition.

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