Nigeria: Armut als Quelle der Gewalt


Bild: (c) EPA (GEORGE ESIRI)

In Nigeria brennen Kirchen. Doch ein bloßer Religionskonflikt ist die neue Gewaltwelle nicht. Das sagt der katholische Priester und politische Berater George Ehusani. Die Dinge seien sehr viel komplizierter.

Von Elisabeth ZollSÜDWEST PRESSE

Herr Ehusani, immer neue Anschläge, immer neue Gewalt. Tobt in Nigeria ein Krieg der Religionen?

GEORGE EHUSANI: Vom Kern her nicht. Es gibt viele Faktoren, die zur augenblicklichen Gewalt beitragen: ethnische Konflikte, Religion, regionale Streitereien. Die inakzeptable Regierungsführung während der vergangenen 50 Jahre und die wirtschaftliche Rezession mit den Folgen von Arbeitslosigkeit. Das hat die Menschen orientierungslos gemacht. Sie suchen eine neue Identität. Das kann heute eine ethnische sein, morgen ist es eine politische, übermorgen eine religiöse. Auch Europa kennt das. In Zeiten der Rezession rücken manche zusammen gegen Ausländer, die als Ursache des Übels dargestellt werden. In Nigeria gibt es keinen Rechtsstaat. Das macht die Sache komplizierter.

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