Von der Maus zum Elefanten – 24 Millionen Generationen Evolution

Credit: Alistair Evans, David Jones and IMPPS

Evolutionsbiologen haben berechnet, wie schnell sich aus kleinen Säugetieren große entwickeln konnten

Zwischen einem Maus-großen Säugetier und einem Elefanten liegen mindesten 24 Millionen Generationen der Evolution. Zu diesem Ergebnis kommen die Berechnungen eines internationalen Forscherteams, das den Verlauf der Größenentwicklung im Stammbaum einiger Tierarten ausgewertet hat. Die entgegen-gerichtete Entwicklung ist dagegen offenbar weit weniger aufwendig, ergaben die Auswertungen: Die Evolution zu Zwergformen von ursprünglich großen Tierarten erfolgte 10-mal schneller als umgekehrt

Bild der Wissenschaft

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ANTISEMITISMUS: Tief verwurzelte Vorurteile

Der wandernde Ewige Jude, farbiger Holzschnitt von Gustave Doré, 1852, Reproduktion in einer Ausstellung in Yad Vashem, 2007

Viele seiner Erscheinungsformen sind nur ungenügend erforscht. Bundestag will Thema weiter behandeln

Von Annette SachDas Parlament

Es liegt in ihrem Kreuzberger Kiez, aber eigentlich würden die jungen Muslime dieses Gebäude niemals betreten: das Berliner Jüdische Museum. Hakan Aslan, Sozialarbeiter einer Berliner Jugendeinrichtung im Chamisso-Kiez, hatte sie trotzdem dort hingeschickt. Bei einer Stadtrallye sollten die 11- bis 13-Jährigen Jugendliche dort hineingehen, um Vorurteile abzubauen. Sie sollten genau mit den Menschen ins Gespräch kommen, über die sie sonst nur abfällig sprechen. „Du Jude“ ist unter den jungen Türken, Arabern oder Pälästinensern ein gebräuchliches Schimpfwort. „Das ist eine Machtdemonstration, mit der sich die Jugendlichen selbst über andere stellen“, sagt Aslan. Gemeinsam mit Susanna Harms von der Amadeu-Antonio-Stiftung hat er 2011 in seinem Jugendclub das Projekt „Amira“ realisiert. Die Abkürzung steht für „Antisemitismus im Kontext von Migration und Rassismus“. Ziel des Projektes war es zu fragen, wie Antisemitismus in der Jugendarbeit begegnet werden kann. Doch Aslan gibt auch zu bedenken: „Was antisemitisch wirkt, hat bei den Jüngeren noch kein politisches Fundament, aber es kann sich festsetzen.“ Er möchte den Begriff Antisemitismus daher genau differenziert wissen. „Es ist nicht alles ein Brei“, sagt er. So seien antisemitische Äußerungen bei jungen Türken anders einzuordnen als bei jungen Palästinensern. Um antisemitischen Vorurteilen zu begegnen, sei es wichtig, Projekte dieser Art früh anzufangen und vorausschauend planen zu können. „Am besten helfen langfristige Bezugspersonen, die als Vorbild dienen, um den Vorurteilen zu begegnen“, ist seine Erfahrung.

Doch auch das „Amira-Projekt“ ist nach drei Jahren ausgelaufen. Fortsetzung ungewiss. „Man kann erfolgreiche Projekte nicht weiterentwickeln“, bemängelt Susanna Harms. Die 41-jährige Politologin weiß, dass viele Jugendeinrichtungen Probleme mit antisemitischen Äußerungen habe, gerade unter Migranten. Ob sie wirklich mehr geworden sind, kann sie aber nicht sagen.

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Islamische Investments als alternative Geldquelle

Abdelhak El Kafsi, einer der Gründerväter des modernen "Islamic Banking"

Anleihen. In Europa haben Unternehmen und Staaten Probleme, Geld auszuleihen. Dabei wird eine liquide Quelle außer Acht gelassen: islamische Finanzierungen.

Von Edith LacknerWirtschafts Blatt

Wien als Finanzzentrum für CEE -von diesem Wunschbild heimischer Wirtschaftsromantiker ist in Anbetracht verlustreicher Engagements der Austro-Banken in Mittel-und Osteuropa mittlerweile nicht viel mehr als ein Klischee geblieben. Abdelhak El Kafsi, einer der Gründerväter des modernen „Islamic Banking“, hat die Bundeshauptstadt hingegen fix am Radar. Der Grund: Österreich und die umliegenden Länder entwickeln eine Reihe von Projekten, die in schariakonformen Investitionsplänen gefragt sind. Dabei geht es um viel mehr als die in Mitteleuropa zunehmend forcierten Vorhaben bei Wind-und Solarenergie.

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Orgien für Ungläubige

Alain de Botton: Religion for Atheists. In Englisch. Penguin, 2012.

Alain de Botton formuliert in seinem neuen Buch eine gewagte Forderung: Statt Religionen zu verachten, sollten Atheisten sich ihrer bedienen.

Von Philippe ZweifelTages Anzeiger

Seit Jahren spitzt sich der Kampf zwischen Atheisten und Gläubigen zu. Immer gehässiger wird die Diskussion, ob Gott existiert, geführt. Eine Annäherung an die Positionen des anderen scheint unmöglich. Das Rationalitätsdenken von Atheisten ist mit den jahrtausendealten Weltbildern von Religionen nicht vereinbar. Oder doch? Alain de Botton, selber Atheist, versucht mit seinem neuen Buch «Religion for Atheists» eine Brücke zu schlagen. Zwar bezeichnet der Philosoph religiöse Überzeugungen als Unsinn. Trotzdem seien sie nützlich, weil sie eine Menge über die Welt und den Menschen zu sagen haben: «Natürlich gibt es Gott nicht. Aber wir haben ihn erfunden. Wieso?»

Dass ein Ungläubiger die Vorteile von Religionen preist, ist in der jetzigen überhitzten Situation zwar provokant – aber nichts Neues. Religion, so das Argument von Skeptikern wie Edward Gibbon, sorgt für gesellschaftliche Stabilität. Jürgen Habermas denkt über das Thema ähnlich. Und der englische Poet Matthew Arnold, selber Atheist, fürchtete eine gottlose Arbeitergesellschaft – die er mit religiösen Gedichten bekämpfen wollte. Nun will Alain de Botton dem Volk aber keine Religionsdosis verpassen, sondern die Religionen «bestehlen». Denn diese seien voller guter Ideen, die in säkularisierten Gesellschaften verloren gegangen seien – nicht zuletzt wegen des atheistischen Furors, alles Religiöse zu verunglimpfen.

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Wahl Dodo des Monats Januar 2012

Dodo des Monat Januar 2012

Es ist wieder so soweit, die Wahl für den Dodo des Monats steht an. Hier sind die Kandidaten:

  1. Wolfgang Thierse, „Wolfgang Thierse: „Glaube ist nicht nur Privatsache.“
  2. Claudio Maria Celli, „Vatikan ermahnt anonyme Blogs, die Bischöfe attackieren.“
  3.  Diözese Rottenburg, „RKK: Ehebruch – gefeuert.“
  4. Norbert Kartmann, „Landtagspräsident würdigt evangelikale Schule-zuviel Äppelwoi.“
  5. Hans Christian Brandy, „Das christliche Abendland: arbeitsfreie Sonntage, Glockenläuten, Ostern, Kirchenmusik…
  6. Philipp Hadorn, „Sozi-Kreationist: Jesus statt Darwin.“
  7. Matthias Matussek, „Wenn ein Eiferer auf andere Eiferer mit dem Finger zeigt.“
  8. Sigmar Gabriel, „SPD gegen strikte Trennung von Staat und Kirche.“
  9. Norbert Lammert, „Religion unverzichtbare Quelle von Werten.“
  10. Hermann Dinkla, „Christliche Taliban wollen im niedersächsischen Landtag beten.“

Die Wahl ist bis zum 07.Feburar 2012, 18:00 Uhr, befristet. Danach abgegebene Stimmen werden nicht gezählt. Mehrfachabstimmungen sind möglich.

Der Gewinner,der Wahl, wird am 08. Februar , in entsprechender Form, hier auf dem Blog gewürdigt werden.

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