„Theologie hilft gegen Fundamentalismus“


„Theologie hilft gegen Fundamentalismus“, sagt Religionswissenschaftler Peter Antes. © dpa

Der Religionswissenschaftler Peter Antes feiert in dieser Woche seinen Abschied von der Leibniz Universität Hannover. Ein Gespräch über Werte, Normen und Wege zur Transzendenz.

Von Karl-Ludwig BaaderHannoversche Allgemeine

HannoverSie nehmen in diesen Tagen mit fast siebzig Jahren endgültig Abschied von der Universität. Haben Sie rückblickend das Gefühl, das richtige Lebensthemagewählt zu haben?

Ja, absolut. Es hat sich sogar als immer wichtiger herausgestellt. Als ich nach Hannover kam, sah man Religion eher als ein Phänomen der Vergangenheit an. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich allerdings die Beschäftigung mit Religion als ein zentrales Thema für Politik und Sozialwissenschaften herausgestellt. Viele Konflikte, denken Sie an die Integrationsprobleme, haben damit zu tun. Ich habe mich auch deshalb so intensiv mit dem Islam beschäftigt, weil Otto Stegmüller, mein Freiburger Professor, 1963 meinte, der Islam werde das bestimmende Thema am Ende des Jahrhunderts sein. Er stand damals allein mit seiner These.

Haben sich die Forschungsschwerpunkte im Laufe der Zeit geändert?

Die ursprüngliche Fragestellung war eher theologisch geprägt, heute ist es eher die Frage, wie sich der Islam auf Fragen der Moderne einstellt. Dabei ist interessant, dass ihm heute dieselben Vorwürfe gemacht werden, wie sie in protestantischen Ländern dem Katholizismus gegenüber erhoben wurden, bis in die Karikaturen hinein: Er sei gegen die Frauen gerichtet, antidemokratisch, fremdgesteuert, zu wenig offen für eine wissenschaftliche Beschäftigung mit sich selbst, und die Gläubigen hätten zu viele Kinder.

1 Comment

  1. Einspruch ! Theologie hilft nicht gegen Fundamentalismus. Die Theologie ist vielmehr der Nährboden für den Fundamentalismus.

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