Piusbruderschaft sagt Nein zu Versöhnungsangebot Roms


Der Obere der lefebvrianischen Piusbruderschaft, Bernard Fellay, lehnt das Angebot des Vatikan zur Rückkehr in die Gemeinschaft der katholischen Kirche ab. Die Bruderschaft sehe sich gezwungen, Nein zu sagen, so Fellay in einer Ansprache im ordenseigenen Priesterseminar Winona (USA).

kathweb

Die Ansprache wurde am Freitag online auf die Websitehttp://stas.org/publications/announcements-archive/552-extract-from-sermon-of-bishop-fellay-on-february-2nd-2012.html gestellt.

Der Vatikan habe zwar in organisatorischer und liturgischer Hinsicht die Forderungen der Piusbrüder erfüllt, das Problem sei jedoch die Lehre. Die Päpstliche Kommission „Eccelsia Dei“, die für den Dialog mit den Traditionalisten zuständig ist, habe verlangt, dass die kontroversen Dokumente des Konzils – vor allem Ökumene, Glaubens- und Religionsfreiheit – als mit der Tradition übereinstimmend angenommen werden müssten. Diese Sicht sei für die Piusbruderschaft inakzeptabel, so Fellay. Auch der Weltkatechismus von 1992 sei in seiner Darstellung dieser Kontroversthemen mit der eigentlichen Tradition der Kirche nicht kompatibel, heißt es.

Am Freitagvormittag hatte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, über die jüngste Vollversammlung seiner Behörde Bericht erstattet, bei der es um die den Einigungsdialog mit der Piusbruderschaft gegangen war. Die Glaubenskongregation war vom 24. bis 27. Jänner im Vatikan zu ihrer jährlichen Vollversammlung zusammengetreten. An den Beratungen hatte auch Kardinal Christoph Schönborn, der Kongregationsmitglied ist, teilgenommen. Eine zweite Antwort der Piusbrüder auf die „Lehrmäßige Präambel“ vom 14. September 2011 war vor der der Vollversammlung bei Levada eingetroffen.

Im September 2011 hatte die Glaubenskongregation nach eineinhalbjährigen Expertengesprächen mit Vertretern der seit 1988 von Rom getrennten „Priesterbruderschaft St. Pius X.“ einige Prinzipien für eine mögliche Kircheneinigung formuliert. Eine erste, unvollständig-ausweichende Antwort war im Dezember 2011 eingetroffen.

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