Wolfgang Thierse: Dodo des Monats Januar 2012


Dodo des Monat Januar 2012

Die Wahl zum Dodo des Monats Januar 2012 war spannend, obwohl die Topfavoriten realtiv früh feststanden. Sigmar Gabriel und Wolfgang Thierse. Doppel-Whopper Gabriel hat ja den Seinen schon nach Hause geholt, erwischt hat es also Wolfgang Thierse, seines Zeichens Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Mitglied des Zentralkommitees Deutscher Katholiken und unter anderem Mitglied des Beirates des Cusanuswerks für Bischöfliche Studienförderung. Also, der Januar-Dodo geht in den Bundestag. Der Bundestagspräsident, Herr Lammert, seine Vizepräsidenten Thierse und Katrin Göring-Eckardt, von der CSU Eduard Oswald,eine schöne ökumenische Truppe. Da steht der Verdacht nahe, dass dort kräftig gebetet wird, will sagen, der Glaube eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Und so ist es, der Präsident sudelt mit dem Vaterunser herum, Thierse gibt den straffen Katholiken, Göring-Eckardt die Evangelikale, Pau wirft sich der römischen Spukgestalt fast vor die Füße und Otto-Solms, als Vertreter der Randgruppenpartei FDP, sagt eh nix.
Zurück zu Wolfgang Thierse, der seit über zehn Jahren, mantraartig, wiederholt:

Wolfgang Thierse:

„Religion ist keine Privatsache, sondern sie drängt auch immer ins öffentliche Leben und in die Gestaltung des Lebens, sonst ist sie nicht. Es gibt keinen bloß geglaubten Glauben, sondern er will gelebt sein und hat damit immer auch eine politische Dimension.“

(Das Parlament“, 18./25. Januar 2002)

Hmm und damit beginnen die Probleme. Prinzipiell kann Thierse glauben was er will, solange er nicht andere Menschen mit seinem Glauben auf die Nerven geht, wenn es um den Glauben geht ist er wie eine multiple Staphylokokken-Resistenz, mit normalen Mitteln fast nicht behandelbar. Unter Ausnutzung seines Amtes und der damit verbundenen Popularität versucht er andere Menschen sein Lebens-und Weltbild aufzuschwatzen. Staatliche Neutralität in weltanschaulichen Dingen interessieren den Herrn Thierse nicht, fast scheint er fremdgesteuert aus Rom, fuhren früher die Bonzen der DDR nach Moskau zum Befehlsempfang, scheint Herr Thierse seine Instruktionen von Rom zu erhalten. Missionieren auf Teufel komm raus, dabei völlig außeracht lassend ob die Menschen seine Äußerungen hören wollen. Wie religöser Spam kommt der Bundestagsvizepräsient daher, politisch bringt er eh nichts mehr auf die Beine, da muss es die Religion sein.

Beim Marburger Ökumene-Gespräch bringt er seine Religions-Überzeugungen wieder in die öffentliche Erinnerung:

Wolfgang Thierse

Glaube sei nicht nur Privatsache, sondern fordere auch öffentliches Handeln.

Religion braucht Freiheit zur Entfaltung, sagt Thierse. Wenn Politiker solche Sätze unters Wahlvolk schmeißen wird signifikant, dass ganz bestimmte kognitive Fähigkeiten nicht mehr funktionieren bzw. noch nie funktioniert haben. Die individuelle und gesellschaftliche Freiheit, die wir heute besitzen, wurde u.a. den Religionen blutig abgerungen, es sind die Errungenschaften der Aufklärung, ökonomischen und sozialen Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, der letzten 200 Jahre, die es den Pfaffen unmöglich gemacht haben, für ihr Herzi-Jesulein-Märchen noch Kriege zu planen und zu realisieren. Wer solchen Blödsinn wie Thierse äußert lügt, verdrängt die Geschichte der Menschheit und redet das Paradies hinieden.

Und vergessen wir nicht, Leute wie Thierse in der SPD sind es, die den Nahles und Gabriels der Partei die argumentative Munition liefern für das undemokratische Unterdrücken der Laizisten in der SPD. Man will diese ungläubigen und renitenten Mitglieder der Partei nicht, schlicht gesagt, sie sollen parteipolitisch die Schnauze halten, keine Pfaffen, Bischöfe und andere Schwarzkittel verprellen, es geht um Wählerstimmen, da ist jedes Mittel recht. Heute rufen die Sozis, gemeinsam mit Thierse noch den Christengott an, morgen schon Allahu Akbar und wenn ihnen Xenu ins neoliberale Korsett passt gehen sie mit ihren Mitgliedern auf Thetanen-Jagd. Stimmen die Wahlquoten, geht die SPD, wie eine Hure, mit jedem ins Bett, Bebel und Liebknecht sind längst schon gemeuchelt. Auch Dank eines Herrn Thierse.

Herr Thierse, herzlichen Glückwunsch zum Dodo des Monats Januar 2012.

5 Comments

  1. Da sollte es doch endlich eine „Religioten-Partei-Großdeutschland“ RPG geben, da kann Thierse Parteivorsitzender werden. In Ostfriesland wird er dann in Leer sogar als Stadtrat ins Rathaus gewählt, auch wenn seine politischen Aussagen ziemlich leer sind.

    Womit hat Deutschland das nur verdient, nur noch Dummschwätzer, Religioten und Abzocker in den höchsten Ämtern.

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  2. @ Wahoonie

    Unglaublich, was sich dieser SPD-Politiker (Hartloff, den Namen muß man sich merken !) einfallen ließ. Es scheint, dass sich die SPD mehr und mehr zu einer Religioten-Vereinigung wandelt. Thierse, Nahles, Gabriel, Hartloff usw. Und diese Brüder habe ich früher mal gewählt ! Das kann ich mir nur schwer verzeihen. Leider gibt es in D aber für mich keine politischen Parteien mehr, die ich für wählbar erachte. Die Christdemokraten jedenfalls nicht, aber auch die Grünen entpuppen sich mehr und mehr als eine esoterische Spinnertruppe mit starker Neigung zur Homöopathie, zur Anthroposophie und zur Esoterik. Vergessen habe ich in meiner Aufzählung noch die FDP, aber die kann man ebenfalls getrost vergessen.

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  3. Der Mann ist so daneben, dass ich ihm nicht einmal zu seinem, mehr als verdientem, Dodo gratulieren mag. Bedauernswert ist er, aber dazu ist er mir viel zu unsympathisch.

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