Kostbare Handschrift des Vaters der Genetik wieder in Tschechien


Begründete mit seinen Versuchen die Genetik: Gregor Mendel. Archivfoto

Nach jahrelangem Streit ist eine Handschrift des großen Vererbungsforschers Gregor Mendel an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. 20 Jahre lag das Manuskript in einem Pfarrhaus in Stuttgart-Sillenbuch.

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Nur wenige wussten, welchen Schatz Pater Clemens Richter in seinem Pfarrhaus in Stuttgart-Sillenbuch hütete. Die 48-seitige Handschrift ist eines der wertvollsten Dokumente der Wissenschaftsgeschichte: Das Manuskript eines Vortrags aus dem Jahr 1865, in dem der Begründer der Vererbungslehre, Johann Gregor Mendel, seine Versuche mit Pflanzen-Hybriden beschrieb. Der Naturforscher hatte nach systematischen Kreuzungsexperimenten die weltberühmten Mendelschen Gesetze aufgestellt.

Richter war auf unbekanntem Weg in den Besitz der Kostbarkeit gelangt. Der Biograph Mendels, Hugo Iltis, hatte das Manuskript in einer alten Kiste im Brünner Kloster entdeckt. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt das Werk als verschollen. Vermutlich wurde es in der Zeit des Kalten Kriegs aus dem damals sozialistischen Mähren nach Deutschland geschmuggelt, um sie vor dem Zugriff der Kommunisten zu bewahren. So geriet es in die Hände von Richter, der ein indirekter Nachkomme Mendels ist. Das Mitglied des Augustinerkonvents auf den Fildern stammt von Mendels älterer Schwester Veronika ab.

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