Vatikanische Whistleblower


Rufschädigende Umtriebe gegen Bertone

Vertrauliche Dokumente der Kurie tauchen in den Medien auf und schaden Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone.

Von Guido Horst Die Tagespost

Weder gibt es im Vatikan ein Mordkomplott gegen den Papst, noch klagt dieser über ernsthafte gesundheitliche Beschwerden.

Fast schon mit Heiterkeit kommentieren allerengste Mitarbeiter Benedikts XVI. Zeitungsenten, die das behaupten und die in den vergangenen Tagen durch Italien geflattert sind, jedoch auch im Ausland ihren Niederschlag fanden. Aber in die Heiterkeit mischt sich auch Sorge: Grund der Spekulationen über innervatikanische Intrigenspiele waren in einigen Fällen vertrauliche, in ihrem Wert aber unterschiedlich zu beurteilende Papiere, die aus dem vatikanischen Staatssekretariat ihren Weg in die Hände von Journalisten fanden. Und das ist ein Zeichen dafür, dass in der „Zentralbehörde“ der römischen Kurie sogenannte Maulwürfe am Werk sind, die den Ruf des Papstes beziehungsweise des Vatikans insgesamt schädigen wollen. Vor allem aber den Ruf von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, der nun als jemand dasteht, der seine Behörde nicht im Griff hat. Das ist der rote Faden, der insgesamt drei Fälle durchzieht, die in den letzten Tagen weit über römische Kreise hinaus für Aufregung sorgten.

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