Rupert Sheldrake und der Wissenschaftswahn


Foto: Karen Robinson/TheGuardian

Was einem abtrünnigen Wissenschaftler blüht, weiß Rupert Sheldrake nur zu gut. Nun aber sieht er die Zeit für seine Thesen gekommen

Von Tim Adamsder Freitag

Es kommt selten vor, dass man im linksliberalen Norden Londons einem Häretiker begegnet. Rupert Sheldrake füllt diese Rolle seit 30 Jahren aus und ist dabei bestens gelaunt. Wie er so in seinem mit Büchern vollgestopften Arbeitszimmer sitzt und über die Landschaft blickt, wirkt er nicht wie einer, der einst vom Glauben abfiel. Er wirkt eher wie jener Biochemiedozent, als der er galt – der klügste Darwinianer seiner Generation, ein Mitglied der Royal Society, Harvard-Stipendiat und Fellow am Clare College, dem zweitältesten College der University of Cambridge.

Das alles war Sheldrake, bevor man ihn 1981, wenige Monate nach dem Erscheinen seines ersten Buchs Das schöpferische Universum, zum Aussätzigen erklärte. Das Editorial von Nature verkündete damals allen Rechtschaffenen, Sheldrakes Werk gehöre „verbrannt“, der Autor selbst sei „in derselben Sprache zu verdammen, in der der Papst Galileo verdammt“ habe, und zwar „aus demselben Grund: Ketzerei.“

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1 Comment

  1. Die Lektoren bei den wissenschaftlichen Zeitschriften sind selten oder nie selber Wissenschaftler. Die“ peer-review“ wird von anderen Wissenschaftler gemacht, da niemand mehr den totalen Überblick über den Stand der vielen Diziplinen haben kann. Erst mit positver Brewertung wird ein Artikel publiziert. oder Schrott an den Autor zurück geschickt.

    Das verhindert nicht, dass ein Lektor gelegentlich ein Religiot ist und alles bevorteilt, was seinem Glaubenswahn irgend wie entgegenkommt. Kritisiert ein Artikel/Buch seine religiöse Gehirnwäsche, dann ist er schwerstens beleidigt.

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