Vom KORSO zum Torso?

Bild. diesseits.de

Der Humanistische Verband hat sich als erste Mitgliedsorganisation des Koordinationsrat säkularer Organisationen (KORSO) vom Deutschen Freidenker-Verband (DFV) distanziert. Die Frage, wie es mit dem KORSO weitergeht, stellt sich.

Von Thomas Hummitzschdiesseits.de

Seit Beginn des „Arabischen Frühlings“ hat sich der Deutsche Freidenker-Verband (DFV) immer wieder gegen die Aufstände der arabischen Bevölkerungen ausgesprochen und sich mit den in diesen Ländern herrschenden Despoten solidarisiert. Dabei erinnerten die Wortmeldungen des DFV in den vergangenen zwölf Monaten an ein kafkaeskes Schauspiel. Mal wurde zur Solidarität mit dem libyischen Volk aufgerufen, ein Ende der „Nato-Kriegsverbrechen“ gefordert und dem libyischen Despoten Muammar al-Gaddafi die Unterstützung ausgesprochen.Der westliche Militäreinsatz in Nordafrika wird auf der Homepage des DFV zum Krieg kapitalistischer Aggressoren gegen eine friedliebende und „rechtmäßige“ libysche Regierung stilisiert. Die USA und die Nato wollten nach Ansicht der Freidenker „den Reichtum Libyens plündern und das Land wieder kolonialisieren“ Die säkulare Szene kommentierte die politischen Auffassungen dieser „Kulturorganisation“, deren Mitgliederzahlen der evangelische Säkularismus-Experte Dr. Andreas Fincke zuletzt auf max. 3.000 schätzte, bisher nicht.

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Mormonen taufen Eltern von Simon Wiesenthal

Nazi-Jäger Simon Wiesenthal starb 2005 in Wien. (Bild: Keystone/AP/Ronald zak)

Die umstrittene Religionsgemeinschaft der Mormonen hat zahlreiche Holocaust-Opfer nachträglich getauft. Eigentlich dürfte sie das nicht mehr – doch jetzt wurde ein neuer Fall bekannt.

20 Minuten Online

Mitt Romney ist derzeit nicht zu beneiden. In den Umfragen wird der republikanische Präsidentschaftskandidat von seinem erzkonservativen Rivalen Rick Santorum bedrängt. Sein knapper Sieg bei der Vorwahl in Maine am letzten Sonntag wird angezweifelt. Und nun sieht er sich auch noch mit negativen Schlagzeilen konfrontiert, welche die Mormonen betreffen, jene umstrittene Religionsgemeinschaft, der Romney selber angehört.

Dabei geht es um die Taufe von Verstorbenen, die von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, der mit Abstand grössten Mormonen-Gemeinde, ausgiebig praktiziert wird. Die Seele des oder der Verstorbenen soll die Möglichkeit erhalten, das Jenseits-Konzept der Mormonen nachträglich anzunehmen. Offiziell ist die Totentaufe nur für Vorfahren von Kirchenmitgliedern möglich, in der Praxis ist sie längst ausser Kontrolle geraten. Zahlreiche historische Figuren, von Hitler bis Papst Johannes Paul II., wurden posthum getauft.

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Karl Valentin: „O du lieber Meingott!“

Foto: BR2

„Bei Gott ist kein Ding unmöglich“, heißt es in der Bibel. Gibt es einen eindrücklicheren Beweis dafür, als dass einer der Träger des Karl-Valentin-Ordens heute Papst ist? Er sieht in ihm einen überkonfessionellen Humoristen.

Von Martin Maier SJ – BR2

Über Valentins persönliche Einstellung zu Religion und Glaube ist nicht allzu viel bekannt. Als Kind evangelischer Eltern wurde er evangelisch getauft. Es gibt von ihm ein Foto als Konfirmand im Anzug und mit Gesangbuch in der Hand. Seine Tochter Bertl berichtet, dass er die Kirche mehr von außen als von innen betrachtete. Doch in seiner Brieftasche waren ständig zwei Heiligenbilder: die Schwarze Madonna von Altötting und die Darstellung eines Schutzengels mit riesigen Flügeln, der zwei Kinder schützend über einen Steg führt. Der Publizist Wilhelm Hausenstein, der mit Valentin eng verbunden war, sagt über den Komiker: „Er hat niemals, auch nur mit einem Hauch, das religiöse Gefühl oder eine kirchliche Institution beleidigt.“

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Geert Wilders: Vom Islam- zum Europahasser

Richtet seinen Populismus nach dem Islam nun gegen Osteuropäer: Geert Wilders, Chef der Partij voor de Vrijheid (PVV, Partei für die Freiheit). (© AP)

Geert Wilders betreibt eine Homepage, auf der man sich über Osteuropäer beschweren kann, die in den Niederlanden leben. Es ist Populismus wie aus dem Lehrbuch: Provozieren, Aufmerksamkeit erregen, sich verdammen lassen – und sich so zum vermeintlichen Märtyrer der Meinungsfreiheit stilisieren. Soll man den Mann und seine neueste Gaga-Initiative also besser ignorieren?

Von Thomas KirchnerSüddeutsche.de

Der niederländische Politiker Geert Wilders, der inzwischen vom Islam- zum Europahasser geworden ist, hat eine Website gegründet. Darauf können sich die Bürger über Osteuropäer beschweren, die in den Niederlanden leben. Das schürt Hass und Fremdenfeindlichkeit, trägt natürlich kein bisschen zur Lösung der Migrationsprobleme auf dem Kontinent bei, erschwert vielmehr das Zusammenleben in Europa.

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Rechtspopulismus: Geschäft mit der Angst

Debatten um Integration, Islam und Moscheebau - hier eine Demo, zu der "Pro NRW" und NPD in Duisburg aufgerufen hatten - werden nach Einschätzung von Alexander Häusler gezielt genutzt, um Minderheiten zu diskriminieren. Foto: dpa

Er gehört zu den gefragtesten Gesprächspartnern der Republik, wenn es um das Thema Rechtsextremismus und Rechtspopulismus geht. Alexander Häusler, Wissenschaftler an der FH Düsseldorf, war am Montag auf Einladung von Integrationsrat, „Brücke“ und VHS im Willy Brandt-Haus zu Gast. Thema seines Vortrages: „Rechter Stimmenfang mit der Angst vor dem Islam“. Im Vorfeld, am Samstag, hat RZ-Redakteur Thomas Fiekens den Sozialwissenschaftler interviewt.

Recklinghäuser Zeitung

Wo ist die Grenze zwischen Rechtspopulismus und -extremismus? Ist Rechtspopulismus der Wegbereiter (oder „Humus“ wie es in einer Ratsdebatte in Recklinghausen hieß) für Rechtsextremismus?
!Während Rechtsextremismus durch nationalistische, rassistische, autoritäre und demokratiefeindliche Zielsetzungen gekennzeichnet ist, stellt der Rechtspopulismus in erster Linie eine simplifizierende und diskriminierende politische Inszenierungsform rechter Politikvorstellungen dar. Das bedeutet: Rechtspopulisten können sowohl im Rechtsextremismus beheimatet sein, wie etwa Marine Le Pen vom französischen Front National, oder aus der rechtskonservativen oder neoliberalen Ecke kommen wie etwa Geert Wilders aus den Niederlanden. Hier in NRW gibt es adäquat dazu Gruppierungen, die allerdings bislang noch keinen bedeutenden politischen Einfluss haben. Auf der Seite der extrem rechten Parteienlandschaft steht hierzulande die Pro-Bewegung mit einer rechtspopulistischen Attitüde. Auf der anderen Seite existieren Kleinstparteien wie „Die Freiheit“ und regionale Wählergruppen wie etwa die UBP oder WIR, die rechtspopulistische Inszenierungsformen aufweisen. Der politische Ursprungsort rechtspopulistischer Gruppen kann unterschiedlich sein, ihr Gebaren und ihre Feindbilder hingegen überschneiden sich meist.

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