Christian Wulff, die Pawlow’schen Hunde und der Islam


Foto: turkishpress.de

Die Diskussion um Christian Wulff hat Alternativen aufgezeigt, die mindestens so indiskutabel sind, wie er es war. Es kommt nichts Besseres nach – im Gegenteil.

Von Maryam D. SchatzTURKISHPRESS

Auch ich habe lange gebraucht, um mich in dieser Frage zu einem Standpunkt durchzuringen und halte es zunächst, was die Berichterstattung in den Medien betrifft, mit Jakob Augstein, der da schrieb:

…eigentlich dachte ich, die Sache sei klar. Wenn Wulff ein Schuft ist, muss die Presse ihn jagen und das Publikum wird es ihr danken…Warum stellt sich die linke Öffentlichkeit nicht eindeutiger gegen diesen Präsidenten? Ist der Abscheu gegen die Bild-Zeitung so groß, dass man sich lieber von Bild distanziert, als ihr Recht zu geben, wenn sie Recht hat? Warum glaubt man überhaupt, nicht gegen Wulff sein zu können und gleichzeitig die eigene Kritik an der Bild Zeitung aufrecht erhalten zu können?

bin ich einig. Sofort griff der Reflex: wir, für die „Enteignet Springer!“ immer zu den nicht mehr hinterfragbaren Axiomen gehört hatte, konnten die Vorstellung nicht an uns heranlassen, dass sie möglicherweise dieses (eine?) Mal Recht haben könnte. Augstein fragt weiter:

Woher kommt dieser Glaubwürdigkeitsverlust der Medien? Warum genügt es dem Leser nicht, dass die Fakten stimmen, die er liest? Warum ist die Quelle der Fakten wichtiger als die Fakten selber?

Weil sich die „Mainstream-Medien“ samt und sonders über lange Jahre vollkommen unglaubwürdig gemacht haben, so sehr, dass das dieser Ausdruck als Chiffre für eben diese Unglaubwürdigkeit dient, und zwar so sehr, dass die „kritische“ linke Öffentlichkeit ihnen die obskursten Quellen aus der deutschen und internationalen Querfront- und Verschwörungtheoretikerszene vorzieht. Dieses Phänomen verdient allerdings eine eigene Betrachtung.

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