Nacktbloggen ist gefährlich


Foto: convers/antville.org

Eine Diskussion über die Situation in den arabischen Ländern: Arabische Kunst und Filme werden in der Zukunft wohl vor allem in der Diaspora entstehen.

Von Katja LüthgeBerliner Zeitung

Mit den Wahlen in Tunesien und Ägypten scheint sich die allgemeine Aufmerksamkeit ja schon wieder von den Protestbewegungen des „Arabischen Frühlings“ ab- und den Ereignissen in Syrien zuzuwenden. Ist also alles auf einem guten Weg, in diesen Staaten? Darüber diskutierten als Gäste des Talent Campus und des World Cinema Fund die tunesische Regisseurin Nadia El Fani, die deutsch-ägyptische Filmemacherin Viola Shafik und der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun Marokko.

Erst einmal wurde dafür die Vergangenheit bemüht. Tobt im arabischen Raum aktuell der Streit zwischen Moderne und Mittelalter, also zwischen liberalen Kräften und Islamisten, wie Ben Jelloun meinte? Oder trifft doch eher die Analyse von Viola Shafik zu, die den globalisierten Islamismus für ein ganz und gar modernes Phänomen hält und die Entwicklung eher mit dem europäischen Weg in den Faschismus vergleicht, der der identitätsstiftenden Nationalstaatlichkeit folgte. Kennzeichnet den von allen Dreien als bedrohlich empfundene Islamismus in all seinen Ausprägungen also vor allem eine faschistoide Ausgrenzung des Anderen? Die Angriffe etwa auf koptische Christen würden für diese Theorie sprechen. Jedenfalls scheint den drei Künstlern, auch wenn sie es anders beteuerten, die Vereinbarkeit von Demokratie und islamistischem Staat ausgeschlossen.

weiterlesen

1 Comment

Kommentare sind geschlossen.