Petrusgrab: Ort einer Verschwörung gegen Hitler?


Petrusgrab,Petersdom, Foto: wikipedia

Eine Verschwörung gegen Adolf Hitler, eingefädelt im Vatikan am geheimsten Ort, den es in jenen Tagen dort gab: am Petrusgrab in den Grotten der Vatikan-Basilika. Das klingt nach einer kühnen These, für die es freilich manch stichhaltiges Indiz sowie Zeugnisse aus erster Hand gibt. Die Historikerin Barbara Frale, die am vatikanischen Geheimarchiv arbeitet, hat Publikationen und Dokumente zu diesem Thema zusammengetragen. Sie erklärte uns:

Radio Vatikan

„Die Schlüsselfigur ist Prälat Ludwig Kaas. Als Ausgrabungsleiter behielt er mit einem Auge die Archäologen im Blick, die mitunter auch mit ungeeigneten Methoden vorgingen. Und mit dem anderen Auge kontrollierte er die Bewegungen rund um den Austausch von Informationen, die gelegentlich dort unten in der Vatikan-Nekropole stattfanden. Wir haben da beispielsweise ein Dokument, das vor Jahren veröffentlicht wurde. Es stammt von dem deutschen Diplomaten Fritz Menshausen, Botschaftsrat an der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl. Dieser schickte einen Protestbrief an Kardinalstaatssekretär Luigi Maglione, in dem er schrieb: „Im Vatikan findet eine Verschwörung statt, und im Mittelpunkt steht Kaas. Der Vatikan verletzt die Neutralität mit den Engländern – wir wissen das!“ Klarerweise wies das Staatssekretariat das sofort zurück. Aber interessanterweise trägt das Dokument eine handschriftliche Notiz von Maglione, der schrieb: „Menshausen weiß alles“.

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2 Comments

  1. Nicht nur im 2. Weltkrieg stand der Vatikan auf der deutschen Seite. Ohne den erwähnten im Artikel erwähnten Prälat Kaas – der nun plötzlich zum Deutschen Widerstandskäpfer mutiert – wäre die sogenannte Machtergreifung Hitler’s 1933 und in die sogenannte Ermächtigung Hitler’s zum deutschen Diktator nicht möglich gewesen. Der Historiker und Schriftsteller Karl Heinz Deschner hat die Rolle des Vatikans und des Prälaten Kaas bei der sogannten Machtübernahme Hitler’s recherchiert. Prälat Kaas – damals Vorsitzender der katholischen Zentrumspartei und Professor an der Uni Bonn – hatte zusammen mit Kardinal Pacelli, vatikanischer Nuntius in Berlin und vatikanischer Aussenminister -später als Papst Pius XII bekannt – einen pseudodemokratischen Staatsstreich mit Hitler organisiert. Hitler bedankte sich bei Kaas und Pacelli durch das generöse Reichskonkordat von 1933 mit dem die deutschen Katholiken und die Gemeinschaft der deutschen Steuerzahler bis heute zur Ader gelassen werden.

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    Das nun lancierte romantische Erlebnis des Prälaten Kaas am sogenannten Petrusgrab entpuppt sich nach Karl Heinz Deschner’s Recherche eher fromme Mär. Immerhin wüteten wir mit Wohlwollen des Vatikan in Euripa aber „Mit Gott“, wie die Gürtelschnalle der damaligen Gotteskrieger ankündigte.

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  2. Nicht jeder, der mal einen geistigen Furz gelassen hat, ist auch ein Widerstandskämpfer ! Dazu zählt offenbar auch diese Legende, die darüber hinwegtäuschen soll, dass der Vatikan im 2. Weltkrieg eine mehr als nur zwielichtige Rolle gespielt hat.

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