Von der Bedeutungslosigkeit des politischen Katholizismus


Joachim Gauck: Fast nur Freunde (© dapd )

Die Frage steht im Raum – nicht erst seit der jüngsten Talkshow von Günther Jauch am Sonntag im Ersten. Pastorentochter Angela Merkel, aufgewachsen im brandenburgischen Templin, als Bundeskanzlerin und jetzt womöglich auch noch der evangelische Theologe Joachim Gauck aus Rostock als Bundespräsident. „Ist das nicht zuviel protestantischer Osten?“, wollte der Moderator mit Unschuldsmiene von seinen Gästen wissen.

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Eine Steilvorlage für den stets streitbaren Heiner Geißler. Dieser Vorgang werfe auch „ein Licht auf die zunehmende Bedeutungslosigkeit des politischen Katholizismus in Deutschland“, wetterte der ehemalige CDU-Generalsekretär.

Für Geißler, der vor seiner politischen Karriere mit dem Eintritt in den Jesuitenorden liebäugelte, liegt der Fall klar. Dass mit Gauck, Katrin Göring-Eckardt, Margot Käßmann und Wolfgang Huber gleich vier namhafte Vertreter der evangelischen Kirche für die Nachfolge des zurückgetretenen Katholiken Christian Wulff im höchsten Staatsamt genannt wurden, sei kein Personalproblem der Parteien, so Geißler. „Es ist ein Problem der Kirche und zwar des Vatikan, der Kurie, die sich vertikal in die Höhe spiritualisiert und die politische Dimension des Evangeliums vollkommen aus dem Auge verliert.“

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