Thomas Paine: »Blitz der Aufklärung und schmutziger kleiner Atheist«

Advokat der Vernunft, dem »gewaltigsten Rüstzeug gegen alle Arten von Irrtümern«: Thomas Paine (1736–1809) – zeitgenössisches Porträt von Laurent Dabos Foto: National Portrait Galery, London: NPG6805

Vor 220 Jahren erschien der zweite Teil von Thomas Paines berühmter Schrift »Rights of Man« – eine fulminante Verteidigung der Französischen Revolution gegen die konterrevolutionäre Polemik seines Landsmanns Edmund Burke

Von Alexander BaharjW

Als die Bevölkerung von Paris im Juli 1789 die Bastille stürmte und im Monat darauf die Nationalversammlung zusammentrat, um die Leibeigenschaft abzuschaffen und die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte nach dem amerikanischen Vorbild zu verfassen, waren die Reaktionen jenseits des Kanals zunächst noch verhalten. Die Whigs, die mit William Pitt dem Jüngeren seit Dezember 1783 den Premierminister stellten, begrüßten die Ereignisse in Frankreich. Die Organisation, keine Partei im heutigen Sinne, sondern eine lose Vereinigung von Männern und Frauen vor allem aus den fortschrittlichen und handelsorientierten Schichten des aufstrebenden Bürgertums, stand für politischen und wirtschaftlichen Liberalismus, vorrangig für den Freihandel, ein starkes Parlament mit Widerstandsrecht im Sinne der Theorien John Lockes, die Abschaffung der Sklaverei und religiöse Toleranz gegenüber den sogenannten Dissenters1.

weiterlesen

Keine Ultraschalldiaknostik in der Schwangerschaft

Rick Santorum besitzt einen eigenwilligem Modegeschmack. Foto: AP

Wenn Rick Santorum eine Bühne betritt, darf sein Pullunder nicht fehlen. Die Hollywooddiva Scarlett Johansson macht ihre Späße darüber. Falls es nicht ironisch gemeint sei, sagt sie, „trägt man so was doch höchstens noch für Familienfotos oder beim Dinner mit den Großeltern“.

Von Frank HerrmannStuttgarter Zeitung

Andere vergleichen Santorums Modegeschmack mit dem eines knochenharten Footballtrainers aus der Provinz. Und doch streift der Wahlkämpfer seine Weste jedes Mal über, bevor er ins Scheinwerferlicht tritt. Sie ist das Erkennungszeichen eines Kandidaten, der sich in der Rolle des hemdsärmeligen Kumpels gefällt, mit dem man ein Bier trinken möchte.

Weiterlesen „Keine Ultraschalldiaknostik in der Schwangerschaft“

Peru: Päpstliche Universität weist Vatikan-Ultimatum zurück

Foto: Hil's Blog-El Blog

Der Streit zwischen der Päpstlichen Universität von Peru (PUCP) und dem Vatikan droht zu eskalieren. Die im Lima ansässige Universität wies das römische Ultimatum vom Dienstag zurück, bis Ostern überarbeitete Statuten vorzulegen.

kathweb

In einer Mitteilung der Hochschule heißt es, die Universitätsversammlung als höchstes Gremium habe sich bereits im September gegen eine Anpassung der Hochschulverfassung ausgesprochen. Die Universität werde durch die peruanische Verfassung, peruanische Gesetze sowie ihre eigenen Statuten geleitet. Rektor Marcial Rubio Correa werde die Universitätsversammlung Mitte kommender Woche über sein Gespräch mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone unterrichten.

Bertone hatte dem Rektor am Dienstag mitgeteilt, die Universitätsleitung habe bis 8. April neue Statuten vorzulegen. Die Hochschule solle ihre „katholische Identität“ bewahren und den Studierenden eine Ausbildung bieten, die „in der Treue zum Lehramt der Kirche verwurzelt“ sei. Die neuen Statuten müssten Korrekturen enthalten, die die Kirchenleitung bereits im vergangenen Juli verlangt habe. Die Universität mit rund 22.000 Studierenden ist in der Trägerschaft der Erzdiözese Lima.

weiterlesen

In der Armut beten – HILFT

Für die Erlösung des Unglücks in der Armut beten. Bild: Jens Wenk/hkw

Spiritualität, Selbstorganisation und Erlösung: Das Projekt „Urban Prayers“ widmet sich religiösen Bewegungen in den Städten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.

von Ulrich Gutmair taz

Auf der Schnellstraße von Lagos nach Ibadan kommt es vermehrt zu Verkehrsunfällen. Evangelikale Kirchen haben entlang der Route religiöse Zentren errichtet. Sie ziehen in Massen Menschen an, die gerettet und geheilt werden wollen. Der größte dieser sakralen Orte ist das Redemption Camp der Redeemed Christian Church of God. Sein Auditorium umfasst zwei Quadratkilometer Grundfläche.

Das Camp selbst ist zu einer Stadt angewachsen, die sich als gottgefälliger Gegenentwurf zum 20-Millionen-Einwohner-Moloch Lagos versteht, in dem Korruption, Armut, Rechtlosigkeit und Gewalt, kurz apokalyptische Zustände herrschen, wie Asonzeh Ukah in seinem Beitrag in „Urban Prayers“ schreibt.

weiterlesen

Religion kann in Psychiatrie helfen – Psychosen wegbeten!

Bild: Max-Planck-Institut für Psychiatrie

Seelische Probleme stehen nach Ansicht von Wissenschaftlern häufig mit dem religiösen Glauben der Patienten in Verbindung. „Die Vorstellung von Besessenheit oder einem strafenden Gott sind in der deutschen Psychiatrie keine seltenen Phänomene“, sagte der Ethnologe Arne Steinforth von der Universität Münster.

borkenerzeitung.de

„Viele Menschen verstehen eine psychische Erkrankung nicht gemäß schulmedizinischen Parametern, sondern in einem religiösen Kontext.“ Religiöse Vorstellungen könnten eine „Blaupause für alternative Therapieansätze“ sein, sagte Steinforth.

Religiöse Konzepte des Patienten sollten stärker wahr und ernstgenommen werden, auch wenn sie nicht in das rationale Weltbild des Arztes passen“, erläuterte Steinforth. Die Ethnologin Prof. Helene Basu sagte: „Es scheint so, dass viele Psychiater Religiosität für eine Privatsache halten und in der Behandlung gar nicht darauf eingehen.“

Jedoch gebe es wissenschaftliche Studien, die belegten, dass der religiöse Glaube eines Patienten zum Erfolg einer psychiatrischen Therapie beitragen könne, erklärte Basu. Steinforth sprach sich dafür aus, „die lange gehegte und strikte Trennung zwischen wissenschaftlich-säkularer Medizin und religiösen Modellen leichter überbrückbar zu machen“.

Bis Samstag tagen dazu auch Psychiater, Ethnologen und Psychologen aus Kanada, den USA, Indien und Nigeria in Münster.