Doing God und wohlfeiles politisches Potential


Christlich oder gläubig. Dawkins meint, eine Nation könne sich nicht mehr zum Christentum bekennen, wenn die Leute kaum noch glauben. Doch, doch, sie kann.

Von Michael PrüllerDie Presse

Vorige Woche ging es hier um den Religionskritiker Richard Dawkins. Er hat eine Umfrage unter Briten durchführen lassen, die sich als Christen bezeichnen. Demnach hält nur eine Minderheit zentrale Glaubensinhalte des Christentums hoch, und auch nur eine Minderheit folgt den offiziellen Positionen zu Abtreibung, Homosexualität usw. Dawkins: „Es zeigt sich, dass die meisten britischen Christen sehr wenig gemeinsam haben mit den christlichen Lobbyisten, die behaupten, in ihrem Namen zu sprechen.“ Politiker, die sich Wahlerfolge davon versprächen, dass sie die Gottkarte spielen („doing God“), wären nun eines Besseren belehrt.

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2 Comments

  1. Die gleiche Umfrage bei uns käme zum gleichen Ergebnis, es würde sich nur nichts ändern. Solange es bei uns so viele bigotte Kniebankrutscher gibt, solange werden unsere Politreligioten unter die Kutten des schwarzen Klerus kriechen. Man will unbedingt ihre Wählerstimmen einfangen. Solange Dummheit nicht geächtet wird, solange wird sich bei uns nichts ändern.

    In Italien geht es den Pfaffen jetzt wohl ans Kleingeld, der Fiskus bekommt schon große Augen. Keine Angst bei uns wird das nicht passieren.

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  2. Die spitzfindigen kirchlichen Führer und die machtgeilen politischen Großsprecher, nützen es natürlich voll (und global gesehen immer noch sehr erfolgreich) aus, dass der Mensch, in der Regel, ein denkfaules Gewohnheitstier ist. Nun, wer´s mit sich machen lässt ist selbst dran Schuld und wem der Mut fehlt diesen Rattenfängern den Rücken zu kehren, erst recht.

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