Der Pfarrer als Präsident: Joachim Gauck und der Holocaust

Alan Posener, Bild: WELT ONLINE

Dass ein Pfarrer, wenn auch ein Pfarrer im Ruhestand, der es offensichtlich mit der christlichen Sexualmoral nicht so ernst nimmt, Präsident der Bundesrepublik Deutschland wird, ist ein Novum.

Von Alan Posenerstarke-meinungen.de

Ich bin keineswegs überzeugt, dass dies ein gutes Zeichen ist. Es ist eine Sache, wenn eine Bischöfin Kässmann die Afghanistan-Politik oder ein Bischof Lehmann die Abtreibungsgesetzgebung kritisieren. Ihre Räson ist eben nur bedingt die Staatsräson, und das ist in Ordnung so; die Kirchen sind Parallelgesellschaften, in denen letztendlich gefordert wird, die Loyalität zu Gott über die Loyalität zum Staat zu stellen.

Gerade deshalb sollten aber die Funktionäre der Kirchen auf eine gewisse Distanz zum Staat achten – und der Staat auf eine gewisse Distanz zu den Kirchen. Und deshalb ist es eine andere Sache, wenn einer aus diesen Reihen, plötzlich das Amt innehat, das die Staatsräson verkörpert.

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Paris: Keine orthodoxe Kirche neben dem Eiffelturm?

Bürgermeister von Paris gegen orthodoxe Kirche neben Eiffelturm. © RIA Novosti. Jurjew Alexander

Der Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoe, hat sich gegen das Projekt eines geistlich-kulturellen Zentrums der russisch-orthodoxen Kirche auf einem Grundstück in Paris ausgesprochen, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.

RIA Novosti

Das Projekt sieht den Bau einer Fünf-Kuppel-Kirche vor, die über ein Glasdach mit dem Kulturzentrum verbunden sein soll. Delanoe ist sicher, dies würde die Harmonie dieses historischen Stadtteils von Paris zerstören. Kein Bauvorhaben an den Seine-Ufern, die als Weltkulturerbe unter dem Schutz der Unesco stehen, sei ohne Begutachtung durch internationale Experten möglich, hieß es.

Er verwies darauf, dass bei dem Wettbewerb zur Bebauung dieses Grundstücks gelungenere Ideen präsentiert worden seien, die dem Erscheinungsbild der französischen Hauptstadt besser Rechnung tragen würden.

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Bischöfe, das kirchliche Arbeitsrecht und der „Dritte Weg“

Robert Zollitsch
Robert Zollitsch (CC-by-sa/3.0/de by Schwarzwälder)

Es ist ein alter Streit: Geht es den rund 1,3 Millionen Angestellten der Kirchen in Deutschland schlechter als ihren Kollegen bei anderen Arbeitgebern? Nein, sagen die Bischöfe – und gehen in die Offensive.

domradio.de

Gewerkschafter wie die Leute von ver.di sagen ja und fordern die Abschaffung der kirchlichen Sonderwege bei der Tariffindung. Und sie finden Rückhalt für ihre Forderungen bei den Grünen und der Linkspartei, die das Thema im März erneut auf die Agenda des Bundestags gesetzt hat.

Am Dienstag ging der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz außerhalb der Tagesordnung der Frühjahrsvollversammlung in Regensburg in die Offensive. Die Kirche zahle „in der Regel“ besser, betonte er. Sie gehe außerdem gegen die wenigen schwarzen Schafe in den eigenen Reihen vor, die durch Outsourcing oder Leiharbeit die Gehälter zu drücken versuchten. Im übrigen sei die Tarifbindung der kirchlichen Einrichtungen mit „mindestens 80 Prozent“ sehr hoch. Bis Ende 2013 müssten sich die Tarifflüchter entscheiden: Entweder sie kehren zurück oder sie verlieren die kirchliche Anerkennung.

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BBC-Generaldirektor Marc Thompson und das Christentum

Bild: http://www.presseportal.de

Das Christentum verträgt nach Auffassung von BBC-Generaldirektor Marc Thompson einen raueren Umgang in den Medien als andere Glaubensrichtungen. BBC würde nie eine ähnlich satir. Produktion wie „Jerry Springer: The Opera“ über Muslime ausstrahlen

kath.net

Das Christentum verträgt nach Auffassung von BBC-Generaldirektor Marc Thompson einen raueren Umgang in den Medien als andere Glaubensrichtungen. Die christliche Religion besitze als etablierter Teil der kulturellen Landschaft «ziemlich breite Schultern», sagte der Chef des britischen Senders laut «Daily Mail» (Montag). Andere Glaubensrichtungen seien hingegen mit ethnischen Minderheiten verbunden und müssten daher weitaus sensibler behandelt werden. So werde der Islam «fast gänzlich» von Menschen praktiziert, die sich bereits anderweitig isoliert oder Vorurteilen ausgesetzt fühlten, zitiert ihn die Zeitung.

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Solinger kämpfen gegen das „Kalifat“

Eine Passantin geht in der Solinger Konrad-Adenauer-Straße an der Millatu-Ibrahim–Moschee vorbei, die sich im Hinterhof des weißen Gebäudes befindet. Foto: DPA

In Solingen machen sich radikal-islamistische Salafisten breit. Bürger und Politiker kämpfen jetzt gemeinsam gegen die Extremisten.

Von Florian FladeWELT ONLINE

Angriffe auf Journalisten, Hasspredigten bei YouTube, Aufmarsch von Rechtsextremisten – radikale Islamisten halten das nordrhein-westfälische Solingen auf Trab. Seitdem ein fundamentalistischer Prediger aus Österreich einen Moschee-Verein übernommen hat, wehren sich Bürgerinitiativen und Politiker gegen das islamistische Treiben in der Stadt.

Doch Extremisten beider Lager scheinen die angespannte Situation für sich nutzen zu wollen – ein gesellschaftliches Pulverfass in der bergischen Provinz.

Und plötzlich hat sie Solingen erreicht: die Angst vor der Islamisierung und Terroranschlägen, vor den bärtigen Männern, die jeden Freitag in die kleine Hinterhof-Moschee an der Konrad-Adenauer-Straße pilgern. Seit Wochen nun ist die öffentliche Debatte die nordrhein-westfälische Provinzstadt Fest im Griff des Salafismus. Die Anhänger dieser ultrakonservativen Islam-Variante bringen besorgte Bürger auf die Barrikaden und zwingen Politiker zum Handeln.

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