Rheinisch-katholisch – ostdeutsch-protestantisch

In der Wahl des künftigen Bundespräsidenten Joachim Gauck zeigt sich nach Ansicht des Münchner evangelischen Theologieprofessors Friedrich Wilhelm Graf der nach wie vor bedeutende Einfluss der Kirchen auf die deutsche Politik. Die Bevölkerung habe die „bleibende Hoffnung“, der Bundespräsident möge Werte repräsentieren und eine gewisse „Heiligkeit“ der Institutionen verdeutlichen, sagte er im Deutschlandfunk. Dabei habe das höchste Staatsamt eine durchaus protestantische Geschichte, so Graf mit Blick auf die vielen Protestanten unter den bisherigen Bundespräsidenten.

epd Landesdienst Bayern

Mit einer evangelischen Doppelspitze von Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trete die Tradition des ostdeutschen Protestantismus stärker in den Vordergrund, sagte Graf. Dennoch hätten die Katholiken in Berlin immer noch einen „sehr großen Einfluss“. Die alte „Bonner Republik“ galt seit dem ersten Kanzler Konrad Adenauer (1949-1963) als eher „rheinisch-katholisch“ orientiert.

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Monti will dem Vatikan an die Kasse

Blick auf den Vatikan und Rom. Schätzungen aus den 70er-Jahren zufolge soll jedes vierte Haus in der Stadt der Kirche gehören. Foto: pa/Sestini/Polizia di Stato/Maxppp

Italiens Ministerpräsident will die Befreiung der Kirche von der Steuerpflicht aufheben. Die Orden warnen vor drastischen Konsequenzen für katholische Schulen.

Von Paul BaddeWELT ONLINE

Italien kann – wie jede Nation – natürlich nicht ohne seine Geschichte verstanden werden. Doch das moderne Italien hat mehr Geschichte als andere Länder. Hier etwa hat sich das so genannte Patrimonium Petri der Einigung der damals jüngsten Nation Europas bis zum Jahr 1870 nicht ohne Grund am hartnäckigsten widersetzt.

Das war der Kirchenstaat der Päpste, ein durchaus souveräner und legitimer Staat, der seit der großzügigen Schenkung des Frankenherrschers Pippin im Jahr 756 an den Bischof von Rom auch als einer der vornehmsten und ältesten Fürstentümer Europas zu gelten hatte.

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Martin Walser: „Jesus ist größte Herausforderung der Geschichte“

Der Schriftsteller Martin Walser mochte im Interview mit dem Magazin "The European" auf die Frage, was ihm Jesus Christus bedeute, nicht so recht antworten Foto: A.Savin (CC-BY-SA)

Wer einmal mit dem „Glaubensproblem“ zu tun bekommen habe, der könne nicht mehr „so einfach zur Tagesordnung übergehen wie ein bekennender Atheist“. In einem Interview mit dem Online-Magazin „The European“ sprach der Schriftsteller Martin Walser über den Glauben und warum der sich in besonderer Weise in einer Suche nach Rechtfertigung ausdrückt.

pro Medienmagazin

Ihn interessierten solche Charaktere in der Literaturgeschichte, die mit dem „Rechtfertigungsdruck“ nicht fertiggeworden seien, sagte Walser. „An der Glaubensfrage kommen wir dabei nie vorbei. Gott oder nicht Gott bleibt eine entscheidende Frage, deren Beantwortung nach Barth oder Kierkegaard nie positiv abzuschließen ist.“

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Schießen statt Thora

Privilegiert: Orthodoxe in Israel müssen noch keinen Wehrdienst leisten. Foto: imago

Israels orthodoxe Gläubige müssen schon bald das Studium der Thora gegen eine Waffe eintauschen. Ein Gesetz, das sie vor der staatlichen Pflicht zum Wehrdienst befreite, läuft aus. Der Widerstand unter den Orthodoxen wächst.

Von Inge GüntherBerliner Zeitung

Die Rabbiner waren kämpferisch gestimmt, beim Treffen am Sonntagabend im Wohnzimmer ihres Kollegen Aharon Jehuda Leib Steinman von der Vereinigten Thora-Partei. Alle waren dem Ruf ins Frommenviertel Bnei Brak gefolgt, die in Israels ultraorthodoxem Lager etwas zu sagen haben. Ging es ihnen doch um die Verteidigung eines Privilegs – sie selbst würden sagen „eines hehren Prinzips“: Das Recht strenggläubiger Juden, sich allein religiösen Studien zu widmen und sich um staatsbürgerliche Pflichten wie beispielsweise den Wehrdienst wenig zu scheren.

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Wahl Dodo des Monats Februar 2012

Dodo des Monat Februar 2012

Die Wahl für die Vergabe des Ehrentitels „Dodo des Monats Februar 2012“ steht an. Hier sind die Kandidaten:

  1. Robert Zollitsch, „Zollitschs kognitive Dissonanzen: “bibeln” statt “googeln”.“
  2. Rudi Moritz, „Die Egelsbacher Kreuze und vom “Afterdienst Gottes”.“
  3. Erzbistum Köln, „Scharia auf Katholisch.“
  4. Bürgerinitiative “Sauberer Himmel”, „Kachelmann, Chemtrails und eine obskure Bürgerinitiative.
  5. Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, „Mormonen taufen Eltern von Simon Wiesenthal.“
  6. Volker Kauder, „Religion frei ausüben ist das existenziellste Menschenrecht„.
  7. Bischof Damian, „Die kruden sozialdarwinistischen Thesen eines koptischen Bischofs.“
  8. Petra Seibert, „Schule setzt auf “Grüß’ Gott” Tschüss, “Tschüss”.“
  9. Raphael M. Bonelli, „Atheisten verhalten sich wie Narzissten.“

Die Wahl ist bis zum 07. März 2012, 18:00 befristet, danach abgegebene Stimmen können nicht mehr gezählt werden. Mehrfachnennungen sind möglich.

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