Esoterik: Wenn die Sinnsuche zum Wahn wird


Joachim Huessner,Bild: Fakt.ard.de

Der Esoterik-Markt in Deutschland boomt. Eine Studie der Universität Hohenheim ergab, dass bis zu 15 Prozent der Deutschen sogenannte spirituelle Sinnsucher sind. Ob Heiler, Kartenleger oder Wahrsager, die Branche setzt im Jahr mehrere Milliarden Euro um.

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Doch Experten wie der Religionswissenschaftler Hartmut Zinser warnen vor fragwürdigen Methoden und Scharlatanen. Zinser analysiert die Esoterik-Branche seit vielen Jahren und hat mehrere Studien dazu verfasst. Seine Erkenntnis: Esoterik kann gefährlich sein. Das gelte etwa, wenn falsche Diagnosen gestellt würden oder der Hilfesuchende abgehalten werde, zum Arzt zu gehen. Zinser fordert deshalb einen religiösen Verbraucherschutz. Er schlägt unter anderem vor, die Esoterik-Anbieter haftbar zu machen. Außerdem sollten sie strafrechtlich verfolgt werden können, wenn sie gültige Gesetze übertreten.

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5 Comments

  1. @ MartinM

    Danke für den Hinweis. Er ist durchaus berechtigt. Es ändert sich aber nichts an der Tatsache, dass Religion und Esoterik auf der gleichen (irrigen) Annahme – dem simplen, unbewiesenen Glauben – basieren.

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  2. Forschendes Denken im Zweifel als zentrales Element neuer Erkenntnis reduziert Religion und Metaphysik als phantasierten Unsinn. Beides sind keine Wissenschaft und können weder wahre noch richtige Antworten geben. Etwa 4350 Religionen erschöpfen sich als parasitärer geistiger Diebstahl in anderen Kulten. Zweifel an den vielfach kopierten Mythen sind verboten und werden mit Drohungen vom Ausschluss bis hin zum Mord bestraft.

    Christliche „Wahrheiten“ wurden ab 250 v.C. frei nach sumerischen Texten als Tanach kopiert, gegenteiliges Wissen und historische Fakten wurden ignoriert. Eine derart krasse Realitätsleugnung gilt medizinisch als Wahn oder Psychose und entwickelt sich leicht zur psychopathologischen Schizophrenie, wenn der Wähnende leidet oder sein Verhalten für die Mitwelt unzumutbar oder gefährlich wird.
    Typischer Fall Anders Breivik – ein „falscher“ Christ sagt die Kirche

    Es ist ein großes Problem z.B. Satanisten und rechts- und menschenrechtsverachtenden Fundamentalisten das Religionsprivileg zu verweigern und dorthin zu stecken, wohin sie gehören: erst vor die Gerichte und dann ab in die Forensikabteilungen der Psychiatrien oder der Gefängnisse, und zwar ohne spektakulären Medieninszenierungen.

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  3. Argus 7: ich vermute, da liegt ein Missverständnis vor. Ein Religionswissenschaftler ist kein Theologe, sondern ein Sozialwissenschaftler, der über Religionen forscht. Die Relgionswissenschaft ordnet, klassifiziert, vergleicht und analysiert die Erscheinungsformen und Elemente verschiedener Religionen, ihre wesendlichen Grundlagen sind geschichtswissenschaftliche Arbeit (Religionsgeschichte) und die (sozialogische und etnologische) Feldforschung. Es gibt übrigens gar nicht so wenige atheistische Religionswissenschaftler.
    Die Forschung über Esoterik (nicht etwa esoterische Forschung) gehört eindeutig zum Arbeitsgebiet der Religionswissenschaf.

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  4. Ich verstehe nicht, weshalb ausgerechnet Religionswissenschaftler vor den Gefahren der Esoterik warnen !? Religion und Esoterik basieren doch beide auf unbewiesenen Thesen, überlieferten Annahmen und nicht überprüfbaren Grundlagen. Beide Lehren stellen letztlich den blinden Glauben über das gesicherte Wissen. Und wo der blinde Glaube das Geschehen bestimmt, hat der Betrug stets leichtes Spiel.

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