Die Dortmunder Hexen-Denkmal-Posse


Dortmund Reinoldi-Kirche, Foto. wikipedia

An der Dortmunder Reinoldi-Kirche sollten Statuen an die Hexenverfolgung erinnern. Erst war die Kirche dafür, nun behindert sie das Projekt – eine Posse.

Von Andreas FaselWELT ONLINE

Endlich schien alles geregelt zu sein: Mit zwölf gegen sechs Stimmen beschloss die zuständige Bezirksvertretung die Errichtung eines Hexendenkmals. Das Presbyterium der Reinoldi-Gemeinde und die Geschichtswerkstatt hatten sich kurz zuvor auf einen Künstler und seinen Entwurf geeinigt.

Auch der Standort wurde von allen Beteiligten gemeinsam in Augenschein genommen und für gut befunden: eine Platane, die wenige Meter vor St. Reinoldi steht – im Schatten der Kirche, aber auf städtischem Grund. Um diesen Baum herum sollte ein Kreis aus rund einem Dutzend Frauenfiguren gestellt werden, die der Dortmunder Bildhauer Bernd Moenikes aus Eichenstämmen schnitzen sollte.

Das war vor 14 Jahren. Doch das Denkmal steht noch immer nicht.

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2 Comments

  1. Es ist doch leicht nachzuvollziehen, dass die evangeliotischen und katholibanesischen Wahrheitsverdrängungs-Sekten kein Interesse daran haben, an deren blutige Historie erinnert zu werden. Sie haben offenbar mit Schrecken erkannt, dass es aus marketingtechnischen Gründen einen dunklen, blutroten Schatten auf ihre Vergangenheit werfen könnte, wenn jetzt ein Denkmal errichtet würde, welches die unseligen Verbrechen der christlichen Inquisition in den Augen der Menschen wieder auferstehen liesse.

    Ich meine: Ein Denkmal, das nicht gebaut wird, kommt einem Schuldeingeständnis in die eigene blutige Vergangenheit gleich. Sollte das Denkmal aber doch noch gebaut werden, würde dies von einer selbstkritischen, geläuterten Einstellung künden, der man auch als Atheist Respekt zollen könnte.

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  2. Erst war die Kirche dafür, nun behindert sie das Projekt – eine Posse.

    Na ja, wird schon gerne an seine eigene unrühmliche Vergangenheit erinnert? Wahrscheinlich hat ein aufgeschlossener Pfarrer (wenn es denn so was gibt) „ja“ gesagt und nun hat der Purpurträger davon erfahren und einen Riegel vorgeschoben.

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