„…and may God bless the United States“

Bild:tobia.sgrab.de

In kaum einem anderen Land gibt es eine so strikte Trennung zwischen Kirche und Staat. Gerade deswegen sind die US-Amerikaner weitaus gläubiger als die Europäer und zeigen ihre Religiosität offen.

Von Norbert RiefDie Presse

Die Bedrohung für die USA ist real, und sie kommt von keinem Geringeren als dem Teufel selbst. „Satan attackiert die großen Einrichtungen der USA, und er verwendet dafür die großen Laster Stolz, Eitelkeit und Sinneslust. Das ist ein spiritueller Krieg, und der Vater aller Lügen hat sein Ziel auf ein gutes, anständiges Land gerichtet.“

 Der, der das sagte, ist kein Priester und auch nicht einer jener fanatischen Fernsehprediger, wie es sie in den USA zuhauf gibt. Er tritt nicht in Kirchen auf und predigt nicht von einer Kanzel. Der, der das im Jahr 2008 an einer katholischen Universität in Florida sagte, will Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden.

Agnostischer Atheist und ein Erzbischof

Der Biologe Richard Dawkins und Erzbischof Rowan Williams diskutierten über die Natur des Menschen und dessen Ursprung.

Das Gespräch zwischen Richard Dawkins, dem weltweit bekanntesten Atheisten, und Rowan Williams, dem Erzbischof von Canterbury, fand an der Universität Oxford statt und wurde vom Philosophen Anthony Kenny geleitet.

«Aber sie sind doch der weltweit berühmteste Atheist»

Grosses Erstaunen erzeugte Dawkins, als er einräumte, dass er die Existenz Gottes nicht mit 100-prozentiger Sicherheit ausschließen könne. Darauf fügte Diskussionsleiter Kenny amusiert an: «Aber sie sind doch der weltweit berühmteste Atheist.»

Von InfoSperber

Die Hüpfer der Evolution

Bild: derFreitag

Was war entscheidend für den beispiellosen Aufstieg des Menschen? Ein Gespräch mit dem Evolutionsbiologen Mark Pagel über die Rolle von Kultur und Kooperation

Von Ian Tuckerder Freitag

Die menschliche Spezies unterscheidet sich von anderen Lebewesen auf der Erde in vielerlei: Sprache, Intelligenz, soziale Organisation. Der britische Biologe Mark Pagel glaubt, dass erst die Entwicklung von Kultur dem Menschen seinen beispiellosen Aufstieg ermöglichte. Und er hat eine sehr spezielle Vorstellung davon, auf welche Weise Kultur diesen Einfluss genommen hat.

Ian Tucker: Übt Kultur Kontrolle über uns aus?

Mark Pagel: Manche Leute halten die Kultur für ein Virus, das unseren Verstand befällt und ihn in ihrem Sinne kontrolliert. Ich bin da etwas anderer Auffassung. Kultur dient uns. Wir nehmen Kulturen an und gestehen ihnen im Gegenzug für das Wohlergehen und den Schutz, den sie uns bieten, einen gewissen Grad an Kontrolle zu.

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Lamas in Tibet flüchten

Foto: brightsblog

Seit Oktober 2011 haben die von den chinesischen Behörden in den Klöstern eingesetzten Arbeitsteams die Kampagnen „Neun, die man haben muß“ und „Harmonisches Modellkloster“ gestartet. Mönche und Nonnen, die sich nicht an die von den Arbeitsteams geforderten restriktiven Regeln halten, werden festgenommen. Die heftige religiöse Repression veranlaßte viele Mönche und Nonnen, in nahegelegene Berge und Wälder zu fliehen, was zu der Schließung einiger Klöster in ganz Tibet führte.

China Observer

Im Bezirk Driru, Präfektur Nagchu, TAR, suchten die Arbeitsteams etwa 22 Klöster heim und führten dort die patriotischen Umerziehungskurse durch. Viele Mönche und Nonnen, die den schonungslosen Schulungen nicht mehr standhalten zu können glaubten und sich traumatisiert fühlten, verließen ihre jeweiligen Klöster. Das Kloster Bekar im Bezirk Driru wurde gänzlich geschlossen. Nach der Schließung von Bekar brachten die dort ansässigen Tibeter den Körper eines Toten zum Gemeindeamt und beklagten, daß keine Mönche da wären, um die Bestattung durchzuführen und baten darum, das Kloster wieder zu öffnen und die Mönche zurückkehren zu lassen.

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Die Flüsterer im Vatikan

„Arbeiten in völliger Transparenz“: Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone ©AP

Im Vatikan sind einige Einflüsterer der Auffassung, dass Kardinal Bertone der Fehlerflüsterer von Papst Benedikt XVI. ist. Deshalb haben sie einige Vorgänge weiter geflüstert.

Von Jörg BremerFrankfurter Allgemeine

Und schon wieder sind zwei vertrauliche Schreiben aus der Kurie in Rom an die Öffentlichkeit lanciert worden. Ihre Stoßrichtung ist abermals offensichtlich – die Indiskretionen richten sich gegen Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone. Nicht nur viele Prälaten im Kardinalstaatssekretariat hacken gegenwärtig auf ihrem Boss herum, auch in anderen Ämtern der Kurie wächst der Unmut über den zweiten Mann hinter Benedikt XVI. Die Prälaten werfen dem 1934 bei Turin geborenen Kardinal Bertone Unfähigkeit, Korruption und Vetternwirtschaft vor, weil er vor allem Getreue aus seinem Salesianer-Orden fördere. Den Papst selbst hingegen wollten sie nicht angreifen, heißt es. Sie wollen ihn vielmehr vor seinem „ersten Falschratgeber schützen“.

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