Die Flüsterer im Vatikan


„Arbeiten in völliger Transparenz“: Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone ©AP

Im Vatikan sind einige Einflüsterer der Auffassung, dass Kardinal Bertone der Fehlerflüsterer von Papst Benedikt XVI. ist. Deshalb haben sie einige Vorgänge weiter geflüstert.

Von Jörg BremerFrankfurter Allgemeine

Und schon wieder sind zwei vertrauliche Schreiben aus der Kurie in Rom an die Öffentlichkeit lanciert worden. Ihre Stoßrichtung ist abermals offensichtlich – die Indiskretionen richten sich gegen Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone. Nicht nur viele Prälaten im Kardinalstaatssekretariat hacken gegenwärtig auf ihrem Boss herum, auch in anderen Ämtern der Kurie wächst der Unmut über den zweiten Mann hinter Benedikt XVI. Die Prälaten werfen dem 1934 bei Turin geborenen Kardinal Bertone Unfähigkeit, Korruption und Vetternwirtschaft vor, weil er vor allem Getreue aus seinem Salesianer-Orden fördere. Den Papst selbst hingegen wollten sie nicht angreifen, heißt es. Sie wollen ihn vielmehr vor seinem „ersten Falschratgeber schützen“.

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