Raphael Maria Bonelli: Dodo des Monats Februar 2012


Dodo des Monat Februar 2012

In einem furiosen Endspurt hat der Psychiater vom Opus Dei die Wahl zum Dodo des Monats Februar 2012 gewonnen. Man ist geneigt auszurufen: „Bonelli, Bonelli, mir graut vor dir“, aber alles zu seiner Zeit.

Der Mann ist Doktor der Medizinischen Wissenschaften, im Fach Psychiatrie hat er dann habilitiert. Und natürlich hat er klare, adressierbare Feindbilder. Als ungläubiger Mensch darf man dieses opus deistische Exemplar eines Mediziners nicht aufsuchen, zu Ärzten, Medizinern sollte man schon Vertrauen haben.

Statt sich mal mit den Kinderfickern seiner Sekte zu beschäftigen und dort, wo notwendig und angebracht, medizinische Hilfe zu gewähren, stürzt er sich auf die Atheisten. Ihnen unterstellt er „diffuse Religionsfeindlichkeit“ im Alltag. Hier ist schon erkennbar, der Mann weiß nicht was er spricht. Atheisten sind nicht per se religionsfeindlich, genaugenommen sind ihnen Religionen scheißegal. Atheisten fordern nur dann ihre Rechte des Unglaubens ein, wenn Religionen, insbesondere die monotheistischen sich zum Apostel für Moral, Ethik, Kultur, Recht und Gesellschaft aufschwingen und ihre irrationalen Gedankenkonstrukte einer göttlichen Entität theatralisch einfordern. Die Geschichte des Christentums ist eine Geschichte des Versagens und es gehört ein gewaltiger Verdrängungskomplex dazu, Ignoranz und nicht zuletzt Dummheit dieses Versagen nicht laut zu benennen. Unglaube entzieht sich ganz bewusst und dedizitiert dem Einfluss institutioneller Glaubenssysteme. In der Hierarchie Kirche hat Bonelli die Stufe der Endplatzierung erreicht. Dümmer geht es nicht mehr.

Die von Bonelli genannte „natürliche Religiosität“, die dem Menschen inne wohnen soll, ist nicht natürlich und das Schlimme daran, der Typ weiß das. Wider besseren Wissens behauptet er, dass es diese Religiosität gäbe, den Beweis lässt er außen vor. Moderner Atheismus ist mehr als nur Unglaube. Er ist die Erkenntnis selbst die Geschicke des eigenen Lebens in die Hand zu nehmen, dem eigenen Leben Sinn zu geben und sich nicht auf die scheinheilige Sinnhaftigkeit von Pfaffen, Imamen und Rabbinern zu verlassen. Unsere Welt bedarf Gottes nicht und ohne Mensch kein Gott.

Kein Atheist wir darüber gekränkt sein, dass die Erde nicht Mittelpunkt des Weltalls ist, dass der Mensch sich im Zuge der Evolution aus dem Tierreich entwickelt hat und das wir mit unserem Willen eben nicht alles beeinflussen können. Es sind Kränkungen für religiöse Anhänger monotheistischer Religionen, der Katholizismus hatte wohl das größte Problem damit, dass die Erde um die Sonne kreist und die Sonne letztlich nur ein Korn im Universum ist. Und es sind Christen die vehement gegen Darwins Evolutionstheorien argumentieren, spitzfindig wird Gott nicht zuletzt auf dem Genom gesucht. Die Kränkungen der Menschheit sind für Atheisten keine Kränkungen, Atheisten haben diesen Schritt hinter sich gebracht.

Bonelli tritt für eine „Integration der spirituellen Dimension in den Medizinalltag“ ein. Das hat was. Die Homöopathen, Esos, Schamanen und Heilpraktiker werden aufschreien vor Freude. Endlich ein international anerkannter Mediziner der eine gehörige Portion Bullshistic, wie einen Trojaner, der Medizin unterschieben will.

Wie unethisch sein Angriff auf die Atheisten ist kann man im Folgenden erkennen:

Raphael M. Bonelli:

„Ich würde mich nicht als katholischer Psychiater bezeichnen. Ich finde den Begriff „katholischer Psychiater“ unglücklich, denn ich biete ja nicht so etwas wie „katholische Therapie“ an. Die gibt es nämlich gar nicht. Die katholische Lehre beinhaltet eben keine eigene Psychotherapieschule. Ich bin ein überzeugter Katholik, der Psychiater ist. Aber ich zwinge meine Weltsicht meinen Patienten nicht auf. Natürlich ist meine Psychotherapie kein Widerspruch zum Glaubensleben meiner Patienten. Aber das gilt für katholische ebenso wie für freikirchliche und auch muslimische Klienten. Ich wertschätze den persönlichen Glauben und respektiere die persönliche Freiheit derer, die zu mir als Arzt kommen. Zu oft habe ich erfahren müssen, wie brutal manche unprofessionellen Therapeuten sich in das Glaubensleben ihrer Klienten einmischen. Das halte ich für unethisch

Da bleibt nur noch zu sagen, die Verbal-Attacke gegen die Atheisten ist unethisch, unprofessionell und für einen Mediziner höchst fragwürdig. Dafür gibts, im besonderen schweren Fall einer ecclesiogenen Neurose, den Dodo.

Herzlichen Glückwunsch.

3 Comments

  1. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen und habe dem katholibanesischen Psychiater Bonelli zu seinem Dodo per E-Mail gratuliert. Die Laudatio von Nickpol habe ich ihm gleich mitgeliefert. Wer sich ebenfalls aufgerufen fühlt, dem Dodo-Gewinner zu gratulieren, kann dies unter ordination@bonelli.info selbstverständlich tun.

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  2. Gratulation zum Dodo, Herr Doktor.
    (Dem Pastor Prince aus dem Beitrag „The Regal Standard“ sollte er liebenswürdiger Weise einen Freundschaftsdienst erweisen. In dem er ihn, gegen Gotteslohn natürlich, mal auf die Couch nimmt. Fraglich bleibt allerdings, ob es etwas Aufregendes bringt, wenn zwei Profilneurotiker aufeinander stoßen?)

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  3. Dem Himmel sei Dank ! Meine Gebete wurden doch tatsächlich erhöht, denn sozusagen auf der Ziellinie hat der katholische Psychiater und ausgewiesene Vollidiot Bonelli doch noch das Rennen um den „Dodo des Monats“ geschafft. Na, ja, das mit dem Himmel und den Gebeten wird wohl niemand, der meine Kommentare in diesem Blog gelesen hat, für bare Münze nehmen. Ein Atheist betet schließlich nicht zu einem imaginären Gott, weil solcherlei Tun und Gebaren nur von gehirngewaschenen, realitätsfernen Religioten praktiziert wird. Sie alle wollen zwar als völlig normale Menschen wahrgenommen werden, benehmen sich allerdings in der realen Welt wie total unlogische und naive Kinderlein. Rein äußerlich sind es aber ausgewachsene Menschen (teilweise sogar mit einem akademischen Titel behaftet), die uns von ihrer Nähe zu einem nichtexistenten Gott faseln, der ihnen oftmals sogar leibhaftig erschienen sein soll. (Manchmal ist es aber auch die vorgebliche Muttergottes Maria, die ihnen erscheint.)

    Nun ja, häufig führt eine solche Wahnpsychose heutzutage dazu, dass diese Leute irgendwann in der Psychiatrie landen. In früheren Zeiten – als es noch keine Kliniken für psychisch Kranke gab – wurde aus solchen unbehandelt gebliebenen Kranken nämlich oftmals ein Religionsbegründer ! (Beispiele gefällig ? Jesus von Nazareth, Mohammed, Joseph Smith (Begründer der Mormonen und ein Vorläufer der kath. Kinderficker), Charles Taze Russell (Begründer der Zeugen Jehovas).

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