TV-Serie GCB: „Gute christliche Zicken“

Carlene Cockburn (Kristin Chenoweth) gibt im Gottesdienst gerne den neuesten Klatsch aus der Gemeinde bekannt. Foto: ABC

Trotz Protesten von Christen ist am Sonntag in den USA die TV-Serie „GCB“ gestartet. Die Protagonistinnen bekennen sich zum Christentum und gehen jeden Sonntag zur Kirche – doch ihr Leben ist von Intrigen, Lästereien und Ehebruch geprägt. Die Einschaltquoten der Premiere waren schlecht.

pro Medienmagazin

Nach Protesten aus dem christlichen Lager wurde die TV-Serie „Good Christian Bitches“ („Gute christliche Luder“) erst in „Good Christian Belles“ („Gute christliche Schönheiten“) und nun schlicht in „GCB“ umbenannt. Am Sonntag feierte die Quotenhoffnung des Networks ABC Premiere.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Nach dem Tod ihres Mannes kehrt die Hausfrau Amanda Vaughn (Leslie Bibb) mit ihren zwei Kindern in ihr Elternhaus nach Dallas zurück. Ihre ehemaligen Schulkameradinnen, mit denen sie es sich Jahre zuvor allesamt verscherzt hat, geben heute in der Nachbarschaft und in der Kirchengemeinde den Ton an. Ihren Einfluss nutzen sie, um sich schon am ersten Tag gegen Amanda zu verschwören – und sich für deren Gemeinheiten zu Highschoolzeiten zu rächen.

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Christliche Fundamentalisten und Vorwahlen in den USA

Bild: bezinga.com

„Super Dienstag“: Knapper Verlierer Santorum ist Favorit der theologisch Konservativen

kath.net

Wer wird US-Präsident Barack Obama bei der Wahl am 6. November herausfordern? Diese Frage ist auch nach dem „Super Dienstag“, an dem Republikaner in zehn der 50 Bundesstaaten über ihren Favoriten abstimmen, noch nicht geklärt. Derzeit liegt der Mormone Mitt Romney, der am 6. März sechs Bundesstaaten (Massachusetts, Virginia, Vermont, Idaho, Alaska, Ohio) für sich entscheiden konnte, knapp vor dem theologisch konservativen Katholiken Rick Santorum. Er gewann in drei Bundesstaaten (Oklahoma, Tennessee, Nord Dakota). Aber auch der frühere Präsident des Repräsentantenhauses Newt Gingrich – ebenfalls Katholik – ist noch nicht aus dem Rennen. Er konnte die Vorwahl in Georgia gewinnen. Am „Super Dienstag“ ging es um 419 Delegiertenstimmen beim Nominierungsparteitag der Republikaner, der am 27. August in Tampa (Florida) stattfindet. Insgesamt hat Romney bisher 386 Delegierte auf sich verpflichtet, Santorum 156, Gingrich 85 und der Kongressabgeordnete Ron Paul 40. Es ist also noch nichts entschieden.

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Politik der Apokalypse

Bild. saarländische-online-zeitung

Der Titel und Untertitel des vorliegenden Bandes ist etwas irreführend, da es hier nicht um eine Abhandlung ausschließlich der Religionen geht, sondern der Gefahren von Weltanschauungen insgesamt, die eine positive Utopie anstreben:

Von Klaus Ludwig HelfSaarländische Online-Zeitung

„Utopien sind Wunschträume kollektiver Erlösung und Alpträume des Erwachens.“ Dabei unterscheidet Gray nicht zwischen religiösen oder politisch-weltanschaulichen revolutionären oder radikalen Utopien, die alle- so versucht er in historischen und diachronen Exkursen nachzuweisen- in menschenverachtendenTerrorsystemen aufgegangen seien; die Zivilisation und der Humanismus seien in solchen Regimes untergegangen. Die gelte nicht nur für das Mittelalter oder für das 20. Jahrhundert, sondern auch und gerade in unserem Jahrhundert: „Die Moderne ist nicht weniger abergläubisch als das Mittelalter- und in mancher Hinsicht sogar abergläubischer Das Gewaltpotential des Glaubens wird, im Zusammenspiel mit den Auseinandersetzungen um Rohstoffe, unser Jahrhundert aller Voraussicht nach entscheidend prägen.“ Keine positive prognostische Perspektive, die der Autor am Ende seines Buches wagt. Was sind die Gründe für das Terrorpotential? Der Autor versucht, diesem Phänomen von der Antike bis zur Jetzt-Zeit nachzugehen.

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«Anonymous Italia» hackt Vatikan-Website

anonymous-italia, Bild. International Business Times

Die katholische Kirche hat mit einem verbalen Gegenangriff auf eine Blockade der Internetseiten des Vatikans durch Netz-Aktivisten reagiert.

Süddeutsche.de

Die Hackergruppe «Anonymous Italia» hatte ihre Aktion vom Mittwoch als eine «Antwort auf die Lehren, die Liturgien sowie auf die absurden und anachronistischen Gebote» der katholischen Kirche begründet. Sie habe im Lauf der Geschichte Texte verbrannt, Kritiker hingerichtet und Ablasshandel betrieben, hieß es in einem Anonymous-Blog dazu.

«Ein Zusammenrühren von Gemeinplätzen mit antiklerikaler Soße darüber» nannte dies die Tageszeitung der italienischen Bischöfe, «Avvenire», am Donnerstag. Weiter hieß es, es seien nur schwache und bösartige Argumente vorgebracht worden, die mit der Freiheit und der Toleranz nichts zu tun hätten, auf die sich Hacker doch sonst gerne beriefen.

Lahmgelegt war unter anderem die Website des Heiligen Stuhls (http://www.vatican.va) sowie seiner Zeitung (http://www.osservatoreromano.va). Das sei der bisher wohl größte Cyberangriff auf die wachsende Internetpräsenz des kleinen Vatikan-Staates gewesen, bestätigte Radio Vatikan die Aktion.

Neue Verfassung in Tunesien: „Jetzt fällt die Maske“

Protest gegen Islamisten in Tunis Ende Februar. Bild: dpa

Die Trennung von Staat und Religion ist für die Ennahda-Partei ein Angriff auf das „islamische Denken“. Der Streit um die neue Verfassung eskaliert.

Von Reiner Wandlertaz

Die Rolle der Religion in der künftigen Verfassung entzweit Tunesien. Während Wahlsieger Ennahda in einem Thesenpapier, das die gemäßigten Islamisten Ende Februar der verfassunggebenden Versammlung vorlegten, vom „Islam als Hauptquelle des Rechts“ spricht, wollen weltliche Parteien eine „zivile Ordnung“.

„Der Islam hat nie – weder in seinen Texten noch in seiner Geschichte – die Trennung von Religion und Politik oder dem Irdischen und dem Geistlichen gekannt“, heißt es in dem Dokument von Ennahda (Renaissance), die 89 der 217 Parlamentssitze innehat. Alle Aufrufe zur Trennung von Staat und Religion seien „ein Angriff auf das islamische Denken“.

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