Douglas Adams: Unzulänglichkeit menschgemachter Erklärungsmuster


Im Mai 2000 - Douglas Adams in der Berliner Kulturbrauerei (Bild: picture alliance / dpa / Berliner_Verlag)

Auch wer mit Science-Fiction-Romanen nichts am Hut hat, kennt zumindest diesen einen: „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams. Statt um Technik und Raumschlachten geht es bei Adams um einen schrägen Blick auf das Leben und natürlich um den Sinn des Lebens.

Von Ralf Bei der KellenDeutschlandradio Kultur

„Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen.“

Nein, hier handelt es sich nicht um eine freie Neuübersetzung des ersten Buch Mose, sondern um den ersten Satz des zweiten Bandes von „The Hitchhiker’s Guide To The Galaxy“, zu Deutsch: „Per Anhalter durch die Galaxis.“ Der Autor: Douglas Adams, Jahrgang 1952. Und der hätte als Schüler über diesen Satz wohl kaum gelacht.

„Als Teenager war ich ein engagierter Christ, es was Teil meiner Herkunft. Ich arbeitete sogar in der Kapelle meiner Schule“,

berichtet der Autor später. Tatsächlich hatte Adams‘ Vater Theologie studiert, die Familie lebte in einer christlichen Gemeinschaft:

„Eines Tages, ich war 18 Jahre alt, ging ich die Straße hinunter und hörte einen Straßenprediger. Pflichtbewusst hielt ich an, um ihm zuzuhören. Und plötzlich dämmerte es mir, dass er kompletten Unsinn erzählte, und dass ich vielleicht besser mal selbst über meinen Glauben nachdenken sollte.“

Als Douglas Adams 1977 mit der Abfassung des ersten Teils des „Anhalters“ beginnt, liegt diese Episode bereits sieben Jahre zurück. Adams bezeichnet sich mittlerweile als Agnostiker, ist aber nach wie vor von Religion fasziniert. Und handelt deren Kerninhalte in seinen Romanen satirisch ab. Zum Beispiel die Idee der Unsterblichkeit:

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3 Comments

  1. @ Sospetto

    Der „Daumen hoch“ stammt von mir ! Jetzt frage ich mich, wer waren wohl die (bisher) drei Religioten, die den „Daumen runter“ angeklickt haben ?

    Auch mir entzieht sich die Denkweise von Agnostikern. Entweder oder ist doch hier die Frage. Agnostiker sind eben Leute, die der Ansicht sind, dass es auch möglich ist, ein bisschen schwanger zu sein.

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  2. @Sospetto: Es gibt Fragen auf die man keine Antwort geben muss, Fragen wie die nach der Existenz eines höheren Wesens. Aus zwei Gründen.

    1. Die Frage ist irrelvant, weil bisher keine Wirkung eines Gottes oder Göttin auf die Welt nachgewiesen werden konnte. Bei allen schwerwiegenden Problemen die wir im Moment auf der Welt haben, wie Hungersnöte, Kriege, Klimawandel oder Verfolgung von Minderheiten wird uns nach aller Erfahrung kein Gott und keine Göttin helfen. Es gibt also lauter Fragen die einen nachweisbaren Einfluss auf unser Leben haben und die Frage nach Gott, die keinen beweisbaren Einfluss hat. Die letztere ist also komplett unwichtig.

    2. Die Frage ist nicht zu beantworten. Wie schon gesagt hat kein Gott und keine Göttin bisher einen überzeugenden Nachweis seiner/ihrer Existenz geliefert. Einen überzeugenden Beweis einer Nichtexistenz gibt es eben so wenig, schließlich ist ein höheres Wesen das angeblich über den Naturgesetzen steht dem logischen Beweis nicht zugänglich. Egal, welchen überzeugenden Gedankengang die Atheisten vorbringen um zu beweisen, dass es keine Götter gibt, der Theist wird milde lächeln und sagen, dass Gottes Wege unergründlich sind und er alle Gegenbeweise gegen seine Existenz nur selbst geschaffen hat um unseren Glauben zu testen.

    Es kann keine bewiese und sinnvolle Antwort auf eine dem Beweis unzugängliche und sinnlose Frage geben.

    Ich weigere mich, auf diese unwichtige und unbeantwortbare Frage eine Antwort zu geben, weil ich mich nicht auf das Niveau der Theisten und Atheisten begeben werde, die sich um des Kaisers Bart streiten. Ich will nicht an der Diskussion teilnehmen, weil sie von vielen viel wichtigeren Dingen ablenkt, wie den Kriegen, der Minderheitenverfolgung und dem Klimawandel. Der ganze Blödsinn verbraucht viele Ressourcen, die wir nun wirklich für wichtigere Dinge verwenden könnten.

    Das ist sicher kein Appeasement an die Theisten. Viele Menschen glauben an einen Gott, damit sie eine höhere Macht haben auf die sie sich bei Ihren Kriegen und Völkermorden berufen können. Nicht umsonst stand auf den Koppelschlössern der Reichswehr „Gott mit uns“.

    Und keine Angst, ich ahlte mir auch kein „Hintertürchen“ auf um mich auf dem Totenbett zu Gott bekehren. Ich habe nicht vor, auf dem Sterbebett mich mit einer komplett sinnlosen Frage zu beschäftigen. Ich will in dem Moment einfach nur sicher sein, dass ich meinen Kindern die Welt nicht beschissener hinterlasse als ich sie vorgefunden habe. Und um zu erreichen, dass wir den Planeten nicht total zu schanden reiten sollten wir uns alle um was wichtigeres kümmern als um die Frage, ob es höhere Wesen gibt.

    Mein Wunsch ist nicht, dass man sagt „Es gibt keine Götter“, sondern „Götter? Mir doch egal!“

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  3. Wenn sich jemand Agnostiker nennt, hat er sich auch von der Unsterblichkeit nicht verabschiedet. Ich zähle Agnostiker in der Gruppe „Bin modern, zahle keine Kirchensteuer und später kann ich immer noch umdrehen und mir ein Plätzchen im Jenseits sichern“. 😕
    Kann aber auch sein, dass er es aus geschäftstaktischen Gründen im Programm behält. Wie unsere subkuttanen Politreligioten auch. Die Kreuzchen machenden Schafe sind ein zu großer Haufen, den man doch nicht vernachlässigen darf. Es soll bereits im finsteren Mittelalter der Fürst zum Bischof gesagt haben:

    “Halt Du sie dumm, ich halt sie arm”.

    Stimmt doch noch immer, oderrr? 😉

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