Theater am Aegi: Gott vs. Photoshop

Nur wenige Sitze blieben leer am Montag in Hannover. Im „Theater am Aegi“ begann um 16.30 Uhr die erste von 2 Vorstellungen mit dem Titel „Die Schöpfung – Die Erde ist Zeuge“.

Von Anna Beniermann – AG EvoBio

Der Saal ist gefüllt – vor allem mit Senioren und jungen Familien. Es sind viele Kinder anwesend an diesem Montagnachmittag. Nach ein paar einleitenden Worten eines Sprechers der Adventgemeinde Hannover-Süd betritt der Initiator des Films Henry Stober die Bühne.

Er ist jung, dynamisch und charismatisch und erzählt begeistert von der Entstehung seines Films, seinem christlichen Elternhaus und von dem Kindheitstraum Australien zu entdecken. Er berichtet fasziniert von der Variation der Flora und Fauna Australiens um zu der Frage überzuleiten, ob all das wirklich zufällig entstanden sein kann. Er fragt energisch in die Runde: „Wer von euch glaubt ein Produkt des Zufalls zu sein?“ Den wenigen Menschen, deren Hände sich heben – ich zähle 3, inklusive meiner – verspricht er, sich im Anschluss an die Vorstellung mit ihnen zu unterhalten, sodass keiner nach Hause gehen und noch an die Evolution glauben muss.

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Schöpfung vs. Evolution: Die Vision einer guten Welt

«Und Gott schuf grosse Walfische und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art.» So stellt sich der italienische Malter Jacopo Tintoretto um 1550 den fünften Tag der Schöpfung vor. Foto: Alinari Archives, Corbis

Auf die Frage, was er mit seinem Leben eigentlich wolle, antwortete der Theologieprofessor und Bibelübersetzer Fridolin Stier: «Ich möchte sehen (lernen).» Was er damit wohl meint? Mit denselben Worten, so erzählt uns das Markusevangelium, antwortete der blinde Bartimäus auf die Frage Jesu «was willst Du?» und wurde geheilt. Fridolin Stier aber ist des Sehens mächtig; er hat sein Augenlicht nicht verloren. Wir alle kennen die Erfahrung, dass wir sehen und doch nicht sehen; wir gehen unaufmerksam durch die Welt, haben unsere blinden Flecken, sehen nur, was wir sehen wollen…

Von Angela Büchel Sladkovic kathbern.ch/pfarrblatt

Mit welchen Augen sehen wir?
Juri Gagarin, der erste Mensch im All, erzählt nach seinem spektakulären Flug, er habe Gott «dort oben» nicht getroffen. Andere Astronauten berichten vom Wunder Erde, von der Schönheit des blauen Planeten und davon, wie ihnen klar wurde, dass wir zu unserer Wohnstatt Sorge tragen müssen. Gagarin verstand sich wohl als Realist, für den nur «Tatsachen » zählen; alles ist berechenbar und im Grunde auch machbar. Für Gott oder die Religion hat es in dieser Welt, mag sie noch so gross sein, keinen Platz. Während der eine nur glaubt, was er sieht, lassen die anderen sich berühren: Sie sehen mehr als das nur Greif und Messbare, ihre Wirklichkeit hat Tiefendimension. Viele Physikerinnen und Physiker waren tief religiös. Als Forschende versuchten sie, die Welt zu erklären, sie in ihren Abläufen und Funktionen zu erfassen und exakt zu beschreiben, als religiöse Menschen staunten sie über die Zusammenhänge, die Vielfalt der Phänomene und setzten diese in Verbindung mit einer göttlichen Kraft. Damit vereinten sie zwei Sichtweisen in sich, die sich lange beargwöhnten, ja gar bekämpften. Wir haben zum Glück wieder gelernt, die Welt mit mehreren Augen zu sehen.

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Die Atheismen sind eine ernste Anfrage an die Religionen

Petrus Bsteh, Foto: kathbild.at

Europa ist schon lange nicht mehr vor so großen geistigen Herausforderungen gestanden, wie heute“, betonte der Leiter der ökumenischen Arbeitsstelle „Forum für Weltreligionen“ (FWR), Petrus Bsteh, im Gespräch mit Radio Stephansdom.

Erzdiözese Wien

Denn Europa sei keineswegs gerüstet, den Ansturm von Flüchtlingen und Migranten, vor allem aber auch den Ansturm geistiger Strömungen aufzunehmen. Der interreligiöse Dialog sei deshalb eine große europäische Herausforderung. Die Christen müssten in diesem Dialog mehr denn je mit einer Stimme – also nicht konfessionell zersplittert – sprechen, so Petrus Besteh: „Ich glaube, die ökumenische Basis ist diejenige, die auch in Hinkunft den interreligiösen Dialog zusehends tragen wird, weil die Fragen und Anforderungen, die an uns Christen herangetragen werden, immer tiefer zu den eigentlichen Wurzeln unseres Glaubens gehen.“

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Bleeding Red: Wir singen vom Versagen der Evolutionstheorie

Manuel (von links), Fabian, Timo und Michael – das sind die Jungs von Bleeding Red aus Spraitbach. Am Freitag, 24. März, stellen sie im Aalener „Rock it“ ihr neues Album „Evolution’s Crown“ vor. (Foto: Jürgen „Anderson“ Ilg)

Pünktlich vor der Veröffentlichung des neuen Albums „Evolution´s Crown“ der Band Bleeding Red aus Spraitbach hat die Jugendredaktion (JuRe) in die Platte reingehört und bei Sänger Timo nachgefragt, was eigentlich hinter dem Titel steckt. Er stand der JuRe im Interview Rede und Antwort.

Schwäbische Post

JuRe: Euer neues Album trägt den Titel „Evolution’s Crown“. Was verbindet ihr mit diesem Titel? Bezieht sich das mehr auf die Menschheit oder auch auf den Reifegrad, den ihr mittlerweile auf musikalischer Ebene erreicht habt?
Timo: Es bezieht sich auf die Menschheit. Wir verschmelzen die Ausdrücke zweier verbreiteter Weltanschauungen, die sich gegenseitig gegenüberstehen. Darwinismus und Kreationismus werden dabei symbolisch über den Haufen geworfen. Wir drücken damit aus, dass keines der beiden das Gesamtbild verstanden hat und fragen nach einem neuen, „allumfassenden“ Paradigma.

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75 Jahre „Mit brennender Sorge“: Publizist beleuchtet Konkordat

Ulrich Nersinger, Bild: Sankt Ulrich Verlag

Die Konkordatspolitik von Papst Pius XI. (1922-39) war vom Bemühen getragen, Tendenzen zur „nationalistischen Prägung“ von Ortskirchen zu verhindern sowie „autoritäre und totalitäre Übergriffe gegen die Kirche und das Christentum“ abzuwehren:

kathweb

Das betont der deutsche Theologe, Historiker und Publizist Ulrich Nersinger in einem Beitrag für die Würzburger katholische Zeitung „Die Tagespost“ (13./14. März) aus Anlass des 75. Jahrestags der Enzyklika „Mit brennender Sorge“. Pius XI. hatte dass Dokument, das am 21. März 1937 im Deutschen Reich verlesen wurde, am 14. März 1937 unterzeichnet.

Nersinger erinnert, dass vor Nazi-Deutschland die Rechtskatholiken der „Action francaise“, der Mussolini-Faschismus, der Sowjetkommunismus und die mexikanische Kirchenverfolgung unter Plutarco Elais Calles im Fokus Pius‘ XI. gestanden waren. Das habe Pius XI. bewogen, das Völkerrecht zum Schutz der Katholiken zu betonen. „Wenn es auch immer seltener gelang, die in den Abkommen gesicherten Rechte der Katholiken auf Dauer durchzusetzen, so besaß man durch die Konkordate zumindest eine völkerrechtliche Verankerung und einen moralischen Anspruch“, so Nersinger.

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