Mexiko: Religiöse Mafia soll über weltliche Mafia sprechen


Papst-Reliquie Mexiko, Bild: Die Presse.com

Mexikanische Bischöfe und Priester sind nach Einschätzung der Kirchenexpertin Silke Hensel indirekt in die blutigen Geschäfte der Drogenkartelle verwickelt. Sie akzeptierten Mafiagelder für Kirchbauten und seien so an Geldwäsche beteiligt, schreibt die Historikerin vom Exzellenzcluster «Religion und Politik» der Universität Münster in einem am Montag kurz vor dem Mexiko-Besuch des Papstes veröffentlichten Aufsatz. «Häufig bleibt den Pfarrern keine andere Wahl, als das Geld anzunehmen, droht ihnen doch sonst die Rache der Mafia.»

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Nach Hensels Ansicht muss Benedikt XVI. die Drogenmafia und die Korruption in dem lateinamerikanischen Land bei seiner Visite vom 23. bis 26. März deutlich zur Sprache bringen. Seit der Kriegserklärung der mexikanischen Regierung gegen die Drogenkartelle habe sich die Sicherheitslage extrem verschlechtert.

«Mehr als 50 000 Tote sind seit 2006 im Drogenkrieg zu beklagen, darunter viele Zivilisten», schreibt die Wissenschaftlerin. «Verantwortlich ist nicht nur die Drogenmafia. Auch Polizei und Militär haben Menschenrechte massiv verletzt.» Die mexikanischen Bischöfe aber verurteilten dies nicht.

Nach Angaben der mexikanischen Kirche soll die Gewalt im Land ein zentrales Thema des Papstbesuches werden. Anschließend reist Benedikt nach Kuba weiter.