Brauchen Gottlose einen „Tempel der Zärtlichkeit“?


Bild: (c) REUTERS (ANDREW WINNING), Die Presse

Der Philosoph Alain de Botton rät den Atheisten, sich bei den Religionen einiges abzuschauen, um für „schwache Menschen“ weniger „kalt und ungeduldig“ zu wirken.

Von Anne-Catherine SimonDie Presse

In erhabenen Gebäuden absolvieren Menschen gemeinschaftsstärkende Rituale, in Agape-Restaurants erzählen sie Wildfremden von ihrer Angst vor dem Tod, und Professoren predigen, wie man leben soll: So stellt sich der in der Schweiz geborene, in London lebende Schriftsteller Alain de Botton eine schönere neue Welt vor. Würde ein christlicher Weltverbesser derlei vorschlagen, es würde nicht weiter auffallen. Bei Alain de Botton ist das anders. Er ist Philosoph, schreibt erfolgreiche Bücher – und ist überzeugter Atheist.

Die Botschaft seines vor zwei Wochen erschienenen Buchs „Religion for Atheists“ hat in England und den USA schon einige aufgeregt. Die Atheisten sollen bei den Religionen klauen, empfiehlt de Botton, und zwar massiv. Denn für viele Probleme der modernen Seele finde man bei ihnen erfolgreiche Lösungen, ohne dass man dafür an Gott glauben müsse. Und, glaubt man de Botton: Der Zustand der westlichen Gesellschaft mache das bitter nötig.

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5 Comments

  1. @sefton

    Gottlose brauchen nicht einen “Tempel der Zärtlichkeit”, sondern einen “Tempel der Wahrheit”.

    Nö, haben wir schon. Nennt sich Universität.

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  2. Eigentlich klaut er nicht bei der Religion, sondern bei der Psychologie. Also doch wieder Wissenschaft.

    Man sieht: Religion ist eben flüssiger als Wasser. Überflüssig.

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  3. Gottlose brauchen nicht einen “Tempel der Zärtlichkeit”, sondern einen “Tempel der Wahrheit”.

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  4. Quote:

    … ist Philosoph, schreibt erfolgreiche Bücher – und ist überzeugter Atheist.

    Er ist ein verkappter Religiot, ein Abzocker. Ein Titel wie „Religion for Atheists“ ist ein Widerspruch in sich. Ich brauche keinen Tempel für Zärtlichkeit, mir reicht ein Schlafzimmer – fragt meine Frau. Man muss nur ein geistig freies Leben führen, dann hat man genügend Freunde (Freunde kann man sich aussuchen), Liebe und Zärtlichkeit, auch ohne all den Popanz der Religioten.

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  5. Alain de Botton ist zwar ein bekennender Atheist, aber dessenungeachtet ein – gelinde gesagt – philosophisch verirrter Trottel. Wer den Menschen rät, sich Anleihen bei den Religionen zu holen, hat das Wesen des Atheismus offenbar nicht verstanden. Atheisten sind unter Garantie nicht für den Zustand der westlichen (und der menschlichen) Gesellschaft verantwortlich zu machen. Den von ihm beklagten Zustand haben diejenigen zu verantworten, die unsere Welt seit vielen Jahrhunderten mit volksverdummender Religiotie überzogen und verseucht haben.

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