Demo-Verbot für Atheisten in Spanien

Die Fußwaschung und das Letzte Abendmahl (Altarretabel des Sieneser Doms) Bild: wikipedia

Als „klare Provokation für Katholiken“ bezeichnet die Regionalregierung von Madrid einen Protest am Gründonnerstag

Von Ralf StreckTelepolis

Die konservative Regionalregierung in der spanischen Region Madrid, zu der die Hauptstadt gehört, hat es Atheisten verboten, am Gründonnerstag zu demonstrieren. Das Datum, die Uhrzeit und der von den Veranstaltern gewählte Ort für die Demonstration „an einem für Katholiken so bedeutsamen Tag“, an dem gleichzeitig religiöse Akte zelebriert würden, „ist wenigstens dem Willen zur Provokation geschuldet“, heißt es in der Verbotsverfügung der Regierung.

Obwohl die Veranstalter drei alternative Routen zum zentralen Platz im Stadtteil Lavapies angeboten hatten, wurden sie allesamt verboten, weil alle Routen „nahe an Zonen“ lägen, in denen „traditionell katholische Prozessionen“ stattfänden. Allein dadurch könne es sich um „Zwang oder Einschüchterung für den Ausdruck des katholischen Glaubens“ handeln, wird in einem angeblich laizistischen Staat argumentiert, um mit der Demonstrationsfreiheit ein Grundrecht auszuhebeln.

Wie sensibel katholische Fundamentalisten reagieren, haben sie im vergangenen Jahr zum Papst-Besuch deutlich gemacht. Damals hatte Ana Botella, die Frau von Ex-Ministerpräsident José María Aznar, davon gesprochen, dass mit Demonstration gegen den Besuch von Benedikt XVI. provoziert werden solle. Die frühere Verantwortliche für Umwelt und Verkehr in Madrid wollte deshalb alle Proteste verbieten. Sie ist in ihrer postfaschistischen Volkspartei (PP) zur Bürgermeisterin der Hauptstadt aufgestiegen.

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USA: Tennessee will Kreationismusverbot lockern

©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at

Lehrer sollen ihren Schülern „Stärken und Schwächen“ der Evolutionslehre vermitteln dürfen, sagt ein neues Gesetz im US-Bundesstaat Tennessee. Naturwissenschaftler sind entsetzt. Sie fürchten, dass bibeltreue Christen ihre kreationistische Weltsicht in Schulen verbreiten könnten.

SpON

Ist die Evolutionstheorie wissenschaftlich begründet? Tragen die Menschen zum Klimawandel bei? Lehrern, die solche Fragen mit Nein beantworten, soll ein neues Gesetz im US-Bundesstaat Tennessee den Rücken stärken. Der Senat verabschiedete den entsprechenden Entwurf Anfang der Woche – und erzürnte damit Naturwissenschaftler in Schulen und Universitäten. Sie warnen, dass das Gesetz fragwürdigen Argumenten von Kreationisten und Bibeltreuen den Weg zurück in die Klassenzimmer ebnet.

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Mexiko: Waffenstillstand für B16

Bild: diocesisdetlaxcala.org

Mit Vorfreude und Spannung erwartet Mexiko den am Freitag beginnenden Besuch Papst Benedikts XVI. Selbst Drogenkartelle geben sich derzeit wie sanfte Lämmer.

2007 war er in Brasilien. Vier Tage will der Papst in Mexiko verbringen, bevor er am Montag nach Kuba weiterreist. Es ist die 23. Auslandsreise des Kirchenoberhaupts, das am 16. April 85 Jahre alt wird.

Von Andreas Knobloch ND

Benedikt XVI. muss keinen Anschlag fürchten. Selbst mexikanische Drogenkartelle haben Grußbotschaften aufgehängt. So kündigten die »Tempelritter«, Nachfolgeorganisation des Kartells »La Familia« mit einer starken religiösen Komponente, einen Waffenstillstand für die Zeit des Papstbesuches an. »Die Tempelritter verzichten auf jegliche Gewalt, wir sind keine Mörder, der Papst ist willkommen«, verkündeten Banner in mindestens sieben Städten des Bundesstaates Guanajuato.

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Dubiose „Gemeinde Gottes“ missioniert

Die "Gemeinde Gottes" ist auch in Essen aktiv. Bild: DERWESTEN

Die Gemeinde aus Korea soll in Essen hartnäckig werben. Bei der Sekteninfo melden sich mitunter wöchentlich Essener, die mit den vermeintlichen Studentinnen Kontakt hatten. „Sie missionieren massiv und bedrängen die Menschen“. „Es wird niemand zwangsgetauft“, beschwichtigt Jeamin Kim, Gemeindeleiter-Helfer der Gemeinde Gottes in Essen.

Von Dominika SaganDERWESTEN

Gleich zweimal wurde eine Germanistik-Studentin (24) an der Uni angesprochen, auf dem Flur und in der Bibliothek. Zwei Asiatinnen stellten sich als Theologiestudentinnen vor und baten um Hilfe bei der Hausarbeit. Erst später erfuhr die 24-Jährige, dass das eine Masche sein soll, mit der zurzeit viele ihrer Kommilitonen konfrontiert werden. Dahinter steckt die Gemeinde Gottes des Weltmissionsvereins, sagt Christoph Grotepass, Theologe und Mitarbeiter des Sekten-Info NRW.

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