NRW-Piraten: „Homophober Kreationist“ will in den Landtag

In seinem Blog schreibt Rainer Klute über Bios-Aktualisierungen, XML-Schnittstellen und Homosexualität

Bei ihrem Landesparteitag in Münster am Wochenende lässt die Piratenpartei in NRW ihre Kandidaten für die Landtagswahl basisdemokratisch bestimmen. Unter den über 150 Bewerbern für einen Listenplatz ist auch ein Evangelikaler, der Homosexualität als Sünde sieht und an die Schöpfung des Menschen durch Gott glaubt.

QUEER.DE

Der 50-jährige Rainer Klute ist dabei kein Unbekannter: Er war in der Anfangszeit in der Pressearbeit des Landes- und Bundesverbandes engagiert und in NRW zeitweise Landespressesprecher. 2010 war er Direktkandidat der Piraten im Wahlkreis Herford II und erreichte dort 1,5 Prozent der Erst- und 1,3 Prozent der Zweitstimmen. In dieser Woche scheiterte er bei der Bewerbung als Direktkandidat für den Wahlkreis Dortmund II, bewirbt sich aber um ein Landeslistenmandat auf den aussichtsreichen Plätzen. Umfragen sehen die Piraten bei der vorgezogenen Landtagswahl zwischen fünf und sieben Prozent, womit der erstmalige Einzug in den Landtag gelingen könnte.

„Ich bleibe Querdenker statt Queerdenker“ – so schloss der Softwarearchitekt im Dezember 2010 einen viel beachteten wie kritisierten Blogeintrag, in dem er Grundsatzbeschlüsse der Partei zur „Queer- und Familienpolitik“ kritisierte: „Diese Formulierung macht die Rangfolge klar. Es geht um Queerpolitik. Hier treibt eine rührige Gruppe von Piraten ihr Lieblingsthema voran.“

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Auf der Suche nach der Humanität im Knast

Was passiert hinter den Mauern deutscher Gefängnisse? Das Buch "Strafvollzug in Deutschland" zeichnet ein vernichtendes Bild von der Strafhaft und ihren Folgen.
Foto: dpa

Was passiert in Deutschlands Gefängnissen? Seit sich das Schlagzeilen-Gewitter rund um die teilweise Rechtswidrigkeit der Sicherungsverwahrung gelegt hat, scheint das die Öffentlichkeit nicht mehr zu interessieren. Dabei geht es hinter den stacheldrahtbewährten Mauern alles andere als human zu. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest das Buch „Strafvollzug in Deutschland“.

nordbayern.de

Entstanden ist diese vernichtende Abrechnung mit der Praxis des deutschen Strafrechtssystems nach einer Tagung der Humanistischen Union in Bremen. Die Vertreter dieser vor 51 Jahren gegründeten Organisation gehören zu den hartnäckigsten Kritikern der Kriminalpolitik und der Haftbedingungen in der Bundesrepublik.

Was sie konkret kritisieren, verdeutlichen die Aufsätze in dem von dem Freiburger Kriminologen Jens Puschke herausgegebenen Buch sehr deutlich: Zu volle Gefängnisse; zu wenig Personal; zu wenig Bereitschaft, die Häftlinge als Menschen mit eigenen Rechten zu sehen. Zu wenig Bereitschaft, aus Vorfällen wie 2006 in der JVA Siegburg, als ein 20-Jähriger von drei Mithäftlingen gefoltert und getötet wurde, zu lernen.

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Katholische Moral: Der Kindergartenkampf von Königswinter

Kindergärtnerin Bernadette Knecht: Als Leiterin eines katholischen Kindergartens in Königswinter wurde sie von der Kirche gefeuert. Doch die Eltern sind voll überzeugt von Bernadette Knecht und gingen geschlossen auf die Barrikaden. Am Ende setzte die Kleinstadt die Kirche vor die Tür - ein höchst ungewöhnlicher Fall.

In Königswinter hat die katholische Kirche eine Kindergartenleiterin wegen Ehebruchs gefeuert. Die Eltern rebellierten, die Stadt kündigte der Kirche als Träger. Kann sich der Arbeitgeber-Gigant Kirche mit 1,3 Millionen Angestellten solchen Bibel-Dogmatismus noch leisten?

Von Lenz JacobsenSpON

Der Mann Gottes, der um keinen Preis ein Auge zudrücken wollte, will jetzt um keinen Preis ein Wort sagen zu dem Aufruhr, den er ausgelöst hat. Udo Maria Schiffers, katholischer Pfarrer der Kleinstadt Königswinter bei Bonn, verkündet barsch am Telefon: „Ich sage dazu nichts, ich habe wirklich anderes zu tun.“

Auch Bernadette Knecht meidet derzeit Medienkontakte. Die Hauptpersonen schweigen also – alle anderen reden umso mehr. Schiffers und Knecht liegen seit Oktober im Streit: Weil die Leiterin eines katholischen Kindergartens in Rauschendorf ihren Mann verließ und mit einem neuen Partner zusammenzogen ist, hält der Pfarrer sie für nicht mehr tragbar. „Wo katholisch drauf steht, muss auch katholisch drin sein“, schreibt der von Schiffers geleitete Kirchengemeindeverband in einer Stellungnahme.

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Saudische Freunde mit Fatwa gegen die Kirchen

Frank Heinrich ist "schockiert" – und wünscht sich mehr Auflehnung gegen die Fatwa eines arabischen Muftis.
Foto: Presse Heinrich

Der Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich (CDU) hat sich schockiert von einer Fatwa gegen Kirchen auf der arabischen Halbinsel gezeigt. Der Großmufti von Saudi-Arabien hatte dazu aufgerufen, die Gotteshäuser zu zerstören.

pro Medienmagazin

Vor allem das „stille Hinnehmen“ dieses Vorfalls von der Weltöffentlichkeit bereite ihm Sorgen, sagte Heinrich gegenüber pro. Ein solcher radikaler Absolutheitsanspruch dürfe nicht unkommentiert bleiben.

Der Großmufti von Saudi-Arabien hatte Mitte März dazu aufgerufen, alle Kirchen auf der arabischen Halbinsel zu zerstören. Scheich Abdul Aziz Bin Abdullah sagte das auf Anfrage einer aus Kuwait angereisten Delegation, wie die österreichische „Presse“ berichtete. Er begründete seine Aussage mit einer Passage aus dem Hadith, einem überlieferten Zitat von Mohammed: Der Prophet des Islam soll gesagt haben, es dürfe keine zwei Religionen auf der arabischen Halbinsel geben. Der Scheich gilt als einer der einflussreichsten Geistlichen der islamischen Welt.

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Wiener Jugendorganisationen fordern Ethik als Religions-Ersatz

Bild: (c) FABRY Clemens

Katholische, Evangelische und Muslimische Jugend und Schülerunion, wollen Pflichtfach Ethik für Schüler, die keinen Religionsunterricht besuchen.

Die Presse

Wiener Schüler, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, sollen verpflichtend Ethikunterricht erhalten. Das fordert eine Allianz aus den Wiener Teilorganisationen von Katholischer Jugend, ÖVP-naher Schülerunion, Muslimischer Jugend und Evangelischer Jugend am Mittwoch in einer gemeinsamen Mitteilung. Zusätzlich soll es Ethik- und Religionsunterricht auch als Freifach geben, damit Schüler beide Fächer besuchen können.

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Erst Christ, dann CEO

Schweizer Firmen sollen ihre christlichen Werte wieder entdecken und sie nach aussen tragen.

Coming-out der Manager: Heute startet das «1. Forum Christlicher Führungskräfte». Das Ziel: das Christentum in die Firmen zurückzuführen. Experten halten das für problematisch.

Von Elisabeth Rizzi20 Minuten Online

Am Freitag und Samstag findet in der Bernexpo das «1. Forum Christlicher Führungskräfte» statt. Erwartet werden 500 Teilnehmende. Unter den Referenten und im Patronatskomitee finden sich klingende Namen wie Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler, Baumeisterverbandspräsident Werner Messmer, der ehemalige Seco-Direktor Jean-Daniel Gerber, Herzspezialist Thierry Carell oder der CEO der Bobst Gruppe, Jean-Pascal Bobst. Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderen vom Präsidenten des Evangelischen Kirchenbundes, Gottfried Locher und von Felix Gmür, Bischof des Bistums Basel.

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