Auf der Suche nach der Humanität im Knast


Was passiert hinter den Mauern deutscher Gefängnisse? Das Buch "Strafvollzug in Deutschland" zeichnet ein vernichtendes Bild von der Strafhaft und ihren Folgen.
Foto: dpa

Was passiert in Deutschlands Gefängnissen? Seit sich das Schlagzeilen-Gewitter rund um die teilweise Rechtswidrigkeit der Sicherungsverwahrung gelegt hat, scheint das die Öffentlichkeit nicht mehr zu interessieren. Dabei geht es hinter den stacheldrahtbewährten Mauern alles andere als human zu. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest das Buch „Strafvollzug in Deutschland“.

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Entstanden ist diese vernichtende Abrechnung mit der Praxis des deutschen Strafrechtssystems nach einer Tagung der Humanistischen Union in Bremen. Die Vertreter dieser vor 51 Jahren gegründeten Organisation gehören zu den hartnäckigsten Kritikern der Kriminalpolitik und der Haftbedingungen in der Bundesrepublik.

Was sie konkret kritisieren, verdeutlichen die Aufsätze in dem von dem Freiburger Kriminologen Jens Puschke herausgegebenen Buch sehr deutlich: Zu volle Gefängnisse; zu wenig Personal; zu wenig Bereitschaft, die Häftlinge als Menschen mit eigenen Rechten zu sehen. Zu wenig Bereitschaft, aus Vorfällen wie 2006 in der JVA Siegburg, als ein 20-Jähriger von drei Mithäftlingen gefoltert und getötet wurde, zu lernen.

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1 Comment

  1. Wie kann man von unseren durch Kutten geschützten Staatsdienern Humanismus erwarten. Wichtig ist nur fest im Sessel der Macht verankert zu sein und wieder gewählt zu werden. Der einzelne Bürger, ob im Knast oder im Altenheim ist dabei nur lästiges Beiwerk und sollte tunlichst nicht öffentlich diskutiert werden. Unsere parlamentarischen Sesselfurzer werden sich niemals für Minderheiten einsetzen, von denen sie nichts zu befürchten haben. Die Versuche einzelner Mitglieder dieser etablierten Parteien die Trennung von Staat und Kirche voran zu treiben, wurden rigoros von den Parteiführungen unterbunden.
    Ich bin gerne bereit meine Meinung öffentlich zu revidieren, wenn mich jemand vom Gegenteil überzeugt.

    Nur die strikte Trennung von Staat und Kirche ermöglicht es vernünftige Gesetze durchzusetzen und die Schwachen zu schützen.

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